{"id":47031,"date":"2020-09-28T21:12:10","date_gmt":"2020-09-28T19:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steinrein.com\/glossar\/granulit"},"modified":"2026-09-15T14:57:14","modified_gmt":"2026-09-15T12:57:14","slug":"granulit","status":"publish","type":"wppedia_term","link":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/granulit\/","title":{"rendered":"Granulit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Granulit ist ein metamorphes Schiefergestein, also durch die Umwandlung anderer Gesteine durch meist sehr hohen Druck und hohe Temperaturen tief im Erdinneren (in rund 40 &ndash; 50 km Tiefe) entstanden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall von Granulit haben aber meist zahlreiche aufeinanderfolgende Umwandlungen stattgefunden, sodass sich das urspr&uuml;ngliche Ausgangsgestein sehr h&auml;ufig gar nicht mehr bestimmen l&auml;sst. Da zudem oft deutlich voneinander abweichende und stark unterschiedliche Ausgangsgesteine vorlagen, ist bei Granuliten auch eine gro&szlig;e Bandbreite an sehr unterschiedlichen Variet&auml;ten gegeben. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"zusammensetzung\">Zusammensetzung <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Hauptteil des Mineralbestandes bilden bei Granuliten Feldspat und Quarz. Als Akzessorien (Begleitminerale) sehr h&auml;ufig zu finden sind daneben Orthopyroxene, Granat, Disthen und Sillimanit sowie <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/cordierit\/\" title=\"Cordierit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"47179\">Cordierit<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/amphibole\/\" title=\"Amphibole\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144527\">Amphibole<\/a>. Zus&auml;tzlich finden sich oft auch Rutil, Ilmenit, <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/apatit\/\" title=\"Apatit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144518\">Apatit<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/graphit\/\" title=\"Graphit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144546\">Graphit<\/a> sowie Spinell. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mafische <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/mineral\/\" title=\"Minerale\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144557\">Minerale<\/a> sind meist nur in geringen Mengen vorhanden, was den meisten Granuliten eine sehr helle F&auml;rbung verleiht. Treten nur kleine Mengen <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/biotit\/\" title=\"Biotit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144523\">Biotit<\/a> hinzu, kann die Farbgebung des Granulits aber bereits deutlich dunkler als gew&ouml;hnlich ausfallen. Auch Spinell hat diese Wirkung. Ohne diese dunkelf&auml;rbende Wirkung sind Granulite meist gr&auml;ulich bis wei&szlig;. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergleicht man verschiedene Variet&auml;ten miteinander, wird die gro&szlig;e Bandbreite von Schwankungen im Mineralbestand deutlich: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Quarz: zwischen 38 % und 60 %<\/li><li>Alkalifeldspat: zwischen 18 % und 57 %<\/li><li>Plagioklas: 0 % bis 12 %<\/li><li>Granat: zwischen 2 % und 5 %<\/li><li>Disthen\/Sillimanit: zwischen 0,2 % und 3 %<\/li><li>Biotit, Muskovit: 0 % bis 3,8 %<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt bereits die gro&szlig;e Schwankungsbreite im Mineralbestand zwischen nur einigen typischen Granulit-Variet&auml;ten. Besonders bekannte Variet&auml;ten sind dar&uuml;ber hinaus die Wei&szlig;steingranulite, die k&ouml;rnigen Granuliten und die Pyroxen- sowie die Korundgranulite. Eine andere wichtige Unterscheidungskategorie ist nach saurer oder basischer Zusammensetzung: saure Granulite werden <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/charnockit\/\" title=\"Charnockit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"47209\">Charnockit<\/a> genannt, basische dagegen Enderbit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dementsprechend unterschiedlich ist dann auch das Erscheinungsbild &ndash; das lagige bis schiefrige Gef&uuml;ge kann sehr d&uuml;nnschiefrig, aber auch sehr massig ausgepr&auml;gt sein, die Korngr&ouml;&szlig;e bewegt sich zwischen klein- und mittelk&ouml;rnig, die feinen Gef&uuml;geanteile haben oft eine kristalline Textur. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abgrenzung zu <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/granit\/\" title=\"Granit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"47065\">Granit<\/a> f&auml;llt hingegen leicht: Bei Granuliten fehlt der Muskovit, zudem sind sehr h&auml;ufig und deutlich erkennbar rote Granatkristalle in den Granulit eingebettet, die wiederum beim Granit fehlen. Daher kommt auch die f&uuml;r Granulite oft verwendete Bezeichnung &bdquo;Granatengneis&ldquo;. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff der &bdquo;Granulitfazies&ldquo;: Unter einer Fazies versteht man in der geologischen Fachsprache Gruppen von metamorphen Gesteinen, die unter nahezu gleichen Umgebungsbedingungen kristallisiert sind und sich daher durch ganz bestimmte, typische Mineralvergesellschaftungen auszeichnen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"entstehungsweg-von-granuliten\">Entstehungsweg von Granuliten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infrage kommen h&auml;ufig eine Vielzahl von Ausgangsgesteinen (Edukten): das k&ouml;nnen Grauwacken und magmatische Gesteine ebenso sein wie Tonsteine. Besonders wichtig f&uuml;r die Entstehung ist die Abwesenheit von Wasser im Entstehungsprozess. In den meisten F&auml;llen sind hohe Temperaturen (700 &deg;C bis 900 &deg;C) und sehr hohe Dr&uuml;cke (bis zu 15 kbar) beteiligt. Unter solchen Umgebungsbedingungen kann man nahezu immer von einer hochgradigen Umwandlung des Ausgangsgesteins ausgehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vorkommen\">Vorkommen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Granulitvorkommen in Mitteleuropa sind immer an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tektonik\" target=\"_blank\" aria-label=\"tektonische  (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">tektonische <\/a>Scherzonen gebunden, dementsprechend finden sie sich vorwiegend im Bereich des B&ouml;hmischen Massivs. Lagerst&auml;tten liegen dabei sowohl im S&auml;chsischen Granulitgebirge als auch in einigen tschechischen, nieder&ouml;sterreichischen und s&uuml;dpolnischen Gebieten. In der Eifel und im Schwarzwald gibt es ebenfalls Vorkommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Skandinavien, Russland und in einzelnen Gebieten in Afrika, Australien sowie in Indien und China gibt es bekannte Vorkommen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"verwendung\">Verwendung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei ganz wesentliche Eigenschaften von Granuliten sind ihre hohe Druckfestigkeit und ihre hohe Abriebfestigkeit. Daneben sind sie wegen ihres geringen Wasseraufnahmeverm&ouml;gens (meist weniger als 0,5 %) auch sehr frostbest&auml;ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Eigenschaften bestimmen ma&szlig;geblich ihre Verwendung, vorwiegend als Schotter, im Stra&szlig;enbau und als Bahnschotter. Daneben werden Granulite auch zu Verblendern im Au&szlig;enbereich, zu Gehwegplatten und zu Kleinpflaster verarbeitet. Besonders bekannt sind Bodenfliesen aus Granulit, die meist als &bdquo;Cashmere White&ldquo; vermarktet werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den &bdquo;Granatengneis&ldquo; h&auml;ufig so beliebt macht, sind nat&uuml;rlich seine optisch sehr ansprechenden, roten Granateinlagen, die man bei vielen Steinsorten findet. Auch die technischen Eigenschaften dieses robusten, metamorphen Gesteins sollte man allerdings nicht gering sch&auml;tzen &ndash; seine Druckfestigkeit, Frostbest&auml;ndigkeit und die extreme Abriebbest&auml;ndigkeit sind nicht nur beachtlich, sondern machen ihn auch zu einer sehr guten Wahl f&uuml;r den Einsatz in viel belasteten Au&szlig;enbereichen &ndash; ob als Pflaster, als Schotter oder als Bodenfliese.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Granulit ist ein metamorphes Schiefergestein, also durch die Umwandlung anderer Gesteine durch meist sehr hohen Druck und hohe Temperaturen tief im Erdinneren (in rund 40\u2026","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","wppedia_initial_letter":[6327],"wppedia_category":[],"class_list":["post-47031","wppedia_term","type-wppedia_term","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term\/47031","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/wppedia_term"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term\/47031\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"wppedia_initial_letter","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_initial_letter?post=47031"},{"taxonomy":"wppedia_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_category?post=47031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}