{"id":47333,"date":"2020-09-15T19:58:19","date_gmt":"2020-09-15T17:58:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steinrein.com\/glossar\/anhydrit"},"modified":"2026-09-15T15:01:50","modified_gmt":"2026-09-15T13:01:50","slug":"anhydrit","status":"publish","type":"wppedia_term","link":"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/anhydrit\/","title":{"rendered":"Anhydrit"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-1024x683.jpeg\" alt=\"Anhydrit\" class=\"wp-image-47335\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-scaled-430x287.jpeg 430w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-scaled-100x67.jpeg 100w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-2048x1365.jpeg 2048w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-150x100.jpeg 150w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-50x33.jpeg 50w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-1240x827.jpeg 1240w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-450x300.jpeg 450w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-scaled-360x240.jpeg 360w, https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/anhydrit-272x182.jpeg 272w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Anhydrit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhydrit ist ein <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/mineral\/\" title=\"Mineral\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"144557\">Mineral<\/a>, das in der Natur relativ h&auml;ufig vorkommt. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung (Ca[SO4]) ist es ein Calciumsulfat, er geh&ouml;rt also in die Mineralklasse der <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/sulfate\/\" title=\"Sulfate\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"46639\">Sulfate<\/a>. Seinen Namen tr&auml;gt Anhydrit, weil man bei seiner Entdeckung glaubte, es w&uuml;rde Salzs&auml;ure enthalten. Erst sp&auml;ter erkannte man, dass es sich tats&auml;chlich um schwefelsauren Kalk, also um wasserfreies Calciumsulfat handelt &ndash; deshalb gab man ihm abgeleitet aus der neuen franz&ouml;sischen Bezeichnung den Namen Anhydrit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abh&auml;ngig vom Fundort hat das Mineral eine recht unterschiedliche Form &ndash; in Tiefengesteinen findet man es oft in (fast) reiner Struktur, meist farblos bis wei&szlig;, durch Beimengungen selten auch hellblau, hellviolett und rosa oder auch r&ouml;tlich, hellbraun und sehr selten grau, seine Strichfarbe ist unabh&auml;ngig davon aber immer wei&szlig;. Das Kristallsystem kann sowohl sehr massige Aggregate, aber auch w&uuml;rfelige oder prismatische Kristalle entwickeln, die Spaltbarkeit ist anders als beim sehr &auml;hnlich aussehenden Gips vollkommen bis sehr gut. Die Dichte von 3 g\/cm&sup2; entspricht relativ genau der Dichte von Zement.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In oberfl&auml;chennahen Bereichen kommt es jedoch h&auml;ufig zu Wassereinlagerung (Einlagerung von Kristallwasser) in das eigentlich mit 2 g\/l schwer wasserl&ouml;sliche Mineral &ndash; damit findet man dort meist Gipsgesteine. Beim Prozess der Wassereinlagerung und der Umwandlung zu Gipsgestein kommt es zu massiver Ausdehnung (bis zu 50 % Volumenzunahme), was nicht nur zu Problemen im Tunnel- und Stollenbau sondern oft auch zu Geb&auml;udesch&auml;den durch Hebungen im Bodenbereich f&uuml;hren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen des starken Quellens w&auml;re das Mineral in seiner Reinform als Baustoff v&ouml;llig ungeeignet. Versehen mit bestimmten Zuschl&auml;gen und bei bestimmter Abmischung mit anderen Stoffen, wird er heute allerdings sogar recht h&auml;ufig verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"anwendungsmoeglichkeiten\">Anwendungsm&#xF6;glichkeiten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die besonderen Eigenschaften von Anhydrit, insbesondere die starke Wassereinlagerung und die nat&uuml;rliche Umwandlung zu Gips kann man sich gezielt zunutze machen: Das tut man, indem man sogenannte &bdquo;Anreger&ldquo; wie <a href=\"https:\/\/www.chemie.de\/lexikon\/Kaliumsulfat.html\" target=\"_blank\" label=\"Kaliumsulfat (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">Kaliumsulfat<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.chemie-schule.de\/KnowHow\/Calciumoxid\" target=\"_blank\" aria-label=\"Calciumoxid (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"ek-link\">Calciumoxid<\/a> in geringem Prozentsatz (rund 3 &ndash; 15 %) zugibt, wodurch sich das pulverisierte Mineral sehr schnell zu Gips umwandelt, dabei aber ein Teil des Minerals als strukturelles &bdquo;Ger&uuml;st&ldquo; unver&auml;ndert bleibt und f&uuml;r ein sehr stabiles Gipsmaterial sorgt. Auf diese Weise wird Anhydrit etwa als Klebstoff f&uuml;r Fliesen eingesetzt (sogenannter Anhydritbinder).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird Calciumsulfatbinder verwendet, kann man aus dem Mineral einen sehr guten Flie&szlig;estrich herstellen (AE, CA, CaS, AFE, Calciumsulfatestrich, oft auch einfach nur als &bdquo;Flie&szlig;estrich&ldquo; bezeichnet). Solche Flie&szlig;estriche werden heute sehr h&auml;ufig eingesetzt, insbesondere als sogenannte &bdquo;Heizestriche&ldquo; (Estrich &uuml;ber Fu&szlig;bodenheizung, der die Heizschlangen umflie&szlig;t und dann um sie herum aush&auml;rtet). Er bietet dabei einige Vorteile gegen&uuml;ber anderen Estrichformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In geringerem Umfang wird das Mineral in Pulverform auch Zement zugesetzt und bei der Herstellung von Porenbeton verwendet. Zur Herstellung von Schwefels&auml;ure ist es heute ebenfalls in Verwendung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"besonderheiten-von-anhydrit-estrichen\">Besonderheiten von Anhydrit-Estrichen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz zum klassischen Zementestrich (CT-Estrich) haben Anhydrit-Estriche einige wichtige Vorteile. Sie k&ouml;nnen anders als Zementestriche bereits einige Tage nach dem Einbau begangen und sogar leicht belastet werden &ndash; anders als der Zementestrich, bei dem das mehrere Wochen dauert, werden CA-Estriche also sehr schnell belegreif. Das f&uuml;hrt zu einem Zeitgewinn beim Bau, da lange Trocknungszeiten entfallen. Als Flie&szlig;estrich k&ouml;nnen gro&szlig;e Fl&auml;chen sehr schnell belegt werden (bis zu rund 1.500 m&sup2; pro Tag bei maschineller Verarbeitung), hier entsteht also ein weiterer Kostenvorteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als Zementestriche vertr&auml;gt der Anhydritestrich (aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden) keine Feuchtigkeit, in Feuchtbereichen im Haus kann man ihn also nicht einbauen. Auch die Festigkeit ist gegen&uuml;ber klassischen Zementestrichen etwas geringer, darauf muss bei der Bauplanung R&uuml;cksicht genommen werden. Die Biege- und Zugfestigkeitswerte von Anhydritestrich sind dagegen sehr hoch, das Schwinden ist sehr gering.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird der Anhydrit-Estrich als Flie&szlig;estrich (AFE) eingebaut, kann man auf Dehnungsfugen auch bei gro&szlig;en bis sehr gro&szlig;en Fl&auml;chen wegen komplett verzichten. Das stellt eine wesentliche Arbeitserleichterung und Kostenersparnis beim Verarbeiten des Estrichs im Nachgang dar, ebenso der Wegfall der n&ouml;tigen Verdichtungsarbeiten. Lediglich auf eine gute Entkopplung von W&auml;nden muss geachtet werden, da sich sonst sehr st&ouml;rende Schallbr&uuml;cken bilden k&ouml;nnen (Wandd&auml;mmstreifen, zwingend fachgerechte Entkopplung von W&auml;nden und Pfeilern).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Heizestrich hat sich der AFE-Estrich bew&auml;hrt, weil er &uuml;ber eine klar bessere W&auml;rmeleitf&auml;higkeit als Zementestrich verf&uuml;gt und zudem die Heizungsrohre sehr dicht umschlie&szlig;t. Da in den meisten F&auml;llen auch noch eine geringere Einbauh&ouml;he geplant werden kann, ist die W&auml;rme&uuml;bertragung von den Heizungsrohren an den Raum deutlich besser. Nach dem Einbau muss auch der Anhydrit-Flie&szlig;estrich &bdquo;trockengeheizt&ldquo; werden, was aber deutlich schneller geht als bei zement&auml;ren Flie&szlig;estrichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer m&ouml;chte, kann den Calciumsulfatestrich auch nach dem Aush&auml;rten anschleifen und versiegeln lassen und direkt als Bodenbelag verwenden. Ansonsten muss er vor der Weiterverarbeitung vollfl&auml;chig grundiert werden (hohe Saugf&auml;higkeit), bevor Bodenbel&auml;ge, insbesondere Fliesen, verlegt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r CA-Estriche wird heute kaum noch mineralischer Anhydrit verwendet &ndash; in der Mehrzahl der F&auml;lle nutzt man daf&uuml;r synthetisch hergestellte Anhydrite, die mit einer Gesteinsk&ouml;rnung aus <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/at\/glossar\/kalkstein\/\" title=\"Kalkstein\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"46967\">Kalkstein<\/a> und Quarzsand mit Korngr&ouml;&szlig;en bis zu 8 mm gemischt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhydrit ist ein sehr gutes Beispiel daf&uuml;r, dass zun&auml;chst f&uuml;r den Bau v&ouml;llig ungeeignete Stoffe und Minerale bei richtiger Behandlung zu sehr vorteilhaften Baustoffen werden k&ouml;nnen. In der Natur ist er nur ein Mineral unter vielen, wenn auch mit ganz besonderen individuellen Eigenschaften durch die menschliche Nutzung hat er aber f&uuml;r uns als Ausgangsstoff eine hohe Bedeutung in unserer Welt erlangt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anhydrit Anhydrit ist ein Mineral, das in der Natur relativ h\u00e4ufig vorkommt. 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