{"id":53330,"date":"2020-09-28T21:12:10","date_gmt":"2020-09-28T19:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steinrein.com\/glossar\/granulit"},"modified":"2026-09-15T15:22:15","modified_gmt":"2026-09-15T13:22:15","slug":"granulit","status":"publish","type":"wppedia_term","link":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/granulit\/","title":{"rendered":"Granulit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Granulit ist ein metamorphes Schiefergestein, also durch die Umwandlung anderer Gesteine durch meist sehr hohen Druck und hohe Temperaturen tief im Erdinneren (in rund 40 &ndash; 50 km Tiefe) entstanden. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fall von Granulit haben aber meist zahlreiche aufeinanderfolgende Umwandlungen stattgefunden, sodass sich das urspr&uuml;ngliche Ausgangsgestein sehr h&auml;ufig gar nicht mehr bestimmen l&auml;sst. Da zudem oft deutlich voneinander abweichende und stark unterschiedliche Ausgangsgesteine vorlagen, ist bei Granuliten auch eine grosse Bandbreite an sehr unterschiedlichen Variet&auml;ten gegeben. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"zusammensetzung\">Zusammensetzung <\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Hauptteil des Mineralbestandes bilden bei Granuliten Feldspat und Quarz. Als Akzessorien (Begleitminerale) sehr h&auml;ufig zu finden sind daneben Orthopyroxene, Granat, Disthen und Sillimanit sowie <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/cordierit\/\" title=\"Cordierit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"53392\">Cordierit<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/amphibole\/\" title=\"Amphibole\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"143749\">Amphibole<\/a>. Zus&auml;tzlich finden sich oft auch Rutil, Ilmenit, <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/apatit\/\" title=\"Apatit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"143718\">Apatit<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/graphit\/\" title=\"Graphit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"143947\">Graphit<\/a> sowie Spinell. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mafische Minerale sind meist nur in geringen Mengen vorhanden, was den meisten Granuliten eine sehr helle F&auml;rbung verleiht. Treten nur kleine Mengen <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/biotit\/\" title=\"Biotit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"143737\">Biotit<\/a> hinzu, kann die Farbgebung des Granulits aber bereits deutlich dunkler als gew&ouml;hnlich ausfallen. Auch Spinell hat diese Wirkung. Ohne diese dunkelf&auml;rbende Wirkung sind Granulite meist gr&auml;ulich bis weiss. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergleicht man verschiedene Variet&auml;ten miteinander, wird die grosse Bandbreite von Schwankungen im Mineralbestand deutlich: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Quarz: zwischen 38 % und 60 %<\/li><li>Alkalifeldspat: zwischen 18 % und 57 %<\/li><li>Plagioklas: 0 % bis 12 %<\/li><li>Granat: zwischen 2 % und 5 %<\/li><li>Disthen\/Sillimanit: zwischen 0,2 % und 3 %<\/li><li>Biotit, Muskovit: 0 % bis 3,8 %<\/li><\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt bereits die grosse Schwankungsbreite im Mineralbestand zwischen nur einigen typischen Granulit-Variet&auml;ten. Besonders bekannte Variet&auml;ten sind dar&uuml;ber hinaus die Weisssteingranulite, die k&ouml;rnigen Granuliten und die Pyroxen- sowie die Korundgranulite. Eine andere wichtige Unterscheidungskategorie ist nach saurer oder basischer Zusammensetzung: saure Granulite werden <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/charnockit\/\" title=\"Charnockit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"53402\">Charnockit<\/a> genannt, basische dagegen Enderbit. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dementsprechend unterschiedlich ist dann auch das Erscheinungsbild &ndash; das lagige bis schiefrige Gef&uuml;ge kann sehr d&uuml;nnschiefrig, aber auch sehr massig ausgepr&auml;gt sein, die Korngr&ouml;sse bewegt sich zwischen klein- und mittelk&ouml;rnig, die feinen Gef&uuml;geanteile haben oft eine kristalline Textur. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abgrenzung zu <a href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/glossar\/granit\/\" title=\"Granit\" tabindex=\"0\" class=\"wppedia-crosslink\" data-post_id=\"53360\">Granit<\/a> f&auml;llt hingegen leicht: Bei Granuliten fehlt der Muskovit, zudem sind sehr h&auml;ufig und deutlich erkennbar rote Granatkristalle in den Granulit eingebettet, die wiederum beim Granit fehlen. Daher kommt auch die f&uuml;r Granulite oft verwendete Bezeichnung &laquo;Granatengneis&raquo;. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff der &laquo;Granulitfazies&raquo;: Unter einer Fazies versteht man in der geologischen Fachsprache Gruppen von metamorphen Gesteinen, die unter nahezu gleichen Umgebungsbedingungen kristallisiert sind und sich daher durch ganz bestimmte, typische Mineralvergesellschaftungen auszeichnen. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"entstehungsweg-von-granuliten\">Entstehungsweg von Granuliten<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infrage kommen h&auml;ufig eine Vielzahl von Ausgangsgesteinen (Edukten): das k&ouml;nnen Grauwacken und magmatische Gesteine ebenso sein wie Tonsteine. Besonders wichtig f&uuml;r die Entstehung ist die Abwesenheit von Wasser im Entstehungsprozess. In den meisten F&auml;llen sind hohe Temperaturen (700 &deg;C bis 900 &deg;C) und sehr hohe Dr&uuml;cke (bis zu 15 kbar) beteiligt. Unter solchen Umgebungsbedingungen kann man nahezu immer von einer hochgradigen Umwandlung des Ausgangsgesteins ausgehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei empfindlichen Steinfl&auml;chen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb pr&uuml;fen lassen. So vermeiden Sie Sch&auml;den durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.<\/p>\n\n\n<div class=\"mt-4 mb-4 inquiry-link-left\">\n\t<span class=\"bg-arrow font-bold text-white relative inline-block p-2\">\n\t\tKostenloses Angebot anfordern in nur zwei Minuten\t<\/span>\n\t<div class=\"clearfix\"><\/div>\n\t<a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/anfrageformular\/\">Jetzt anfordern<\/a>\n\t<img decoding=\"async\" class=\"sketch-arrow inline-block\" src=\"https:\/\/www.steinrein.com\/wp-content\/themes\/steinrein\/assets\/arrow-sketch.png\" width=\"58\" height=\"50\" alt=\"\">\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"vorkommen\">Vorkommen<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Granulitvorkommen in Mitteleuropa sind immer an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tektonik\" target=\"_blank\" aria-label=\"tektonische (opens in a new tab)\" rel=\"noreferrer noopener\" class=\"rank-math-link\">tektonische <\/a>Scherzonen gebunden, dementsprechend finden sie sich vorwiegend im Bereich des B&ouml;hmischen Massivs. Lagerst&auml;tten liegen dabei sowohl im S&auml;chsischen Granulitgebirge als auch in einigen tschechischen, nieder&ouml;sterreichischen und s&uuml;dpolnischen Gebieten. In der Eifel und im Schwarzwald gibt es ebenfalls Vorkommen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Skandinavien, Russland und in einzelnen Gebieten in Afrika, Australien sowie in Indien und China gibt es bekannte Vorkommen. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"verwendung\">Verwendung<\/h2>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei ganz wesentliche Eigenschaften von Granuliten sind ihre hohe Druckfestigkeit und ihre hohe Abriebfestigkeit. Daneben sind sie wegen ihres geringen Wasseraufnahmeverm&ouml;gens (meist weniger als 0,5 %) auch sehr frostbest&auml;ndig.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Eigenschaften bestimmen massgeblich ihre Verwendung, vorwiegend als Schotter, im Strassenbau und als Bahnschotter. Daneben werden Granulite auch zu Verblendern im Aussenbereich, zu Gehwegplatten und zu Kleinpflaster verarbeitet. Besonders bekannt sind Bodenfliesen aus Granulit, die meist als &laquo;Cashmere White&raquo; vermarktet werden. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den &laquo;Granatengneis&raquo; h&auml;ufig so beliebt macht, sind nat&uuml;rlich seine optisch sehr ansprechenden, roten Granateinlagen, die man bei vielen Steinsorten findet. Auch die technischen Eigenschaften dieses robusten, metamorphen Gesteins sollte man allerdings nicht gering sch&auml;tzen &ndash; seine Druckfestigkeit, Frostbest&auml;ndigkeit und die extreme Abriebbest&auml;ndigkeit sind nicht nur beachtlich, sondern machen ihn auch zu einer sehr guten Wahl f&uuml;r den Einsatz in viel belasteten Aussenbereichen &ndash; ob als Pflaster, als Schotter oder als Bodenfliese.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Granulit ist ein metamorphes Schiefergestein, also durch die Umwandlung anderer Gesteine durch meist sehr hohen Druck und hohe Temperaturen tief im Erdinneren (in rund 40\u2026","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","wppedia_initial_letter":[6327],"wppedia_category":[],"class_list":["post-53330","wppedia_term","type-wppedia_term","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term\/53330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/wppedia_term"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_term\/53330\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"wppedia_initial_letter","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_initial_letter?post=53330"},{"taxonomy":"wppedia_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steinrein.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/wppedia_category?post=53330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}