Calcit

Calcit, Kalzit in weiß
Weißer Calcit oder Kalzit in der Makro Nahaufnahme.

Als Mineral gehört Calcit (auch Kalkspat oder Doppelspat genannt und alternativ auch Kalzit geschrieben) mit seiner chemischen Zusammensetzung als Calciumcarbonat in die allgemeine Mineralklasse der Carbonate und Nitrate. Calcite sind sehr häufig vorkommende Minerale, die in reiner Form farblos und durchsichtig sind. Aragonit und Dolomit sind dem Calcit in vielen Bereichen sehr ähnlich.

Eigenschaften

Die in reiner Form durchsichtige Farbe kann sich durch Baufehler im Kristallsystem auch in Richtung von milchigem Weiß verwandeln, Beimengungen von anderen Materialien können Calcite dann auch völlig unterschiedlich färben. Dabei sind nahezu alle Farbschattierungen möglich.

Die Mohshärte von Calcit beträgt 3, damit ist er ein mittelhartes Mineral. Das Kristallsystem von Calcit ist trigonal, er gehört in die Kristallklasse ditrigonal-skalenoedrisch. Sein Bruch ist muschelig und spröde. Calcite sind sehr vollkommen spaltbar. Die Strichfarbe ist immer weiß. Beim Glanz kommt häufig Glasglanz vor, auch Perlmuttglanz ist möglich. Die Doppelbrechung liegt bei 0,154 – 0,174 und ist damit sehr stark. Eine Fluoreszenz kann auftreten, Calcite fluoreszieren dabei in rötlich bis orange, außer wenn seltene Erden eingelagert sind – dann ändert sich die Farbe.

Calcit entwickelt zahlreiche verschiedene Kristallformen, typisch ist für ihn die Eigenschaft, in allen Formen kristallisieren zu können, wobei sich alle Formen aus einer einfachen Spaltung aus der Grundform des Rhomboeders ergeben. Aus der umfassenden Betrachtung des Calcits entstand Anfang des 19. Jahrhunderts eine Erkenntnis über die Grundgesetze der Kristallographie.

Die Verwitterungsresistenz von Calciten ist nur sehr gering ausgeprägt, auch die Beständigkeit gegenüber Säuren ist sehr gering. Calcite lösen sich bereits in saurem Wasser.

Varietäten

In der Mineralogie kennt man zahlreiche abweichende Formen von Calcit:

  • Aragonit (orthorombisch kristallisierend) und Vaterit (hexagonal kristallisierend)
  • Anthrakolith (kohlenstoffreiche Varietät)
  • Atlasspat (feinfaserige Calcite, Oberflächenglanz)
  • Blätterspat (blätterartige Kristalle)
  • Orangencalcit (auch Honigcalcit, gelbbraun bis orange durch Eisen-Einlagerung)
  • Kanonenspat (hexagonale Kristallform, bildet lange Säulen)
  • Cobaltocalcit (rosa gefärbt durch Cobalt-Beimengung)

Betrachtet man die Anzahl aller Varietäten zusammengenommen, haben Calcite bei Weitem den größten Formenreichtum unter allen Mineralen.

Vorkommen

Da Calcite sehr leicht durch die Auslaugung aus Kalkstein entstehen (gute Löslichkeit in saurem Wasser), sind Calcite relativ häufig zu finden. Eine sehr anschauliche Variante dieses (einzelnen) Entstehungsprozesses findet man auch in der Bildung von Stalagmiten und Stalagtiten. Der aus dem Kalkstein herausgelöste Kalk wird vom Wasser transportiert und dabei einfach an einer anderen Stelle wieder abgelagert.

Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten der Entstehung: Calcite finden sich häufig – auch mit anderen Mineralen vergesellschaftet – in Gängen in magmatischem und anderem Gestein oder sogar an der Erdoberfläche.

Die häufigsten und größten Vorkommen von Calciten findet man allerdings auf dem Meeresboden. Die kalkhaltigen Schalen und Skelette von Meerestieren haben sich über Jahrtausende nach dem Tod der Tiere auf dem Meeresboden abgesetzt und immer höhere Ablagerungen gebildet. Zu den dafür verantwortlichen Tieren zählen dabei nicht nur Muscheln oder Algen, sondern in nicht unbeträchtlichem Maß auch Plankton. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie mächtig solche Ablagerungen sein können, sind etwa die berühmten Kreidefelsen in Dover. Sie wurden zum größten Teil aus den übriggebliebenen Resten winziger Kalkalgen gebildet, die selbst als Ganzes kaum größer als 0,03 mm sind. Ihre schiere Menge hat sich im Lauf der Jahrtausende zu mächtigen Felsen aufgetürmt.

Verwendung von Calciten

Kalkstein kannte man schon in der Antike, als „calx“ bezeichneten die Römer sowohl rohen als auch gelöschten Kalk, den man dort vorwiegend als Mörtel verwendete und in die Kategorie „Marmor-Arten“ einordnete.

Als Baumaterial haben calcithaltige Gesteine heute eine sehr wichtige Bedeutung – vom reinen Kalkstein und Marmor bis hin als industriell benötigtes Ausgangsmaterial bei der Zementherstellung oder bei der Verhüttung von Erz. Auch in der Schweißtechnik dienen Calcite bei einzelnen Schweißverfahren als Schutzgasbildner.

Als Schmuckstein ist Calcit aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften eher schlecht geeignet, als sogenannter Trommelstein wird er glattgeschliffen aber dennoch ab und an angeboten. Spezielle Schliffe sind hingegen schwierig bis unmöglich durchzuführen. Solche Trommelsteine werden von Naturheilkundlern auch häufig als Heilstein in Wasser eingelegt, das danach getrunken wird. Edelstein-Heilkundigen zufolge soll das die körpereigenen Abwehrkräfte stärken, den Stoffwechsel anregen und die Blutgerinnung fördern und den Herzmuskel stärken sowie auf Haare und Zähne positiv wirken. Bei stumpfen Verletzungen, Gelenkbeschwerden, Gicht, Arthrosen und einer Vielzahl anderer Erkrankungen soll das Auflegen von Calcit auf die betroffene Stelle helfen. Weiße und blaue Calcite sollen dem Denkvermögen und der Intelligenz helfen, grüne und rote Empathie, Tatendrang und Lebensfreude fördern.

Kristalle setzt man auch in der optischen Industrie (z. B. für bestimmte Prismen oder Verzögerungsplatten) ein. Lange zuvor, so vermutet man heute, haben sich möglicherweise bereits die Wikinger die doppelbrechenden Eigenschaften von Calcitkristallen zunutze gemacht, um bei nicht sichtbarer Sonne dennoch den Einfallswinkel des Sonnenlichts sehr genau bestimmen zu können. Den Vorgang kann man heute gut reproduzieren, eine solche Nutzung gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich.

Behandlung von calcithaltigen Steinen

Unbedingt zu beachten ist die hohe Säureempfindlichkeit von Calcit. Mit Säuren oder auch nur mit sauren Mitteln dürfen solche Steine möglichst nicht in Kontakt kommen. Das gilt nicht nur für Kalkstein, sondern für alle calcithaltigen Steine, wie etwa Marmor. Für die Reinigung und Pflege dürfen ausschließlich säurefreie Mittel verwendet werden, auch säurehaltige Hausmittel (Essig, Zitronensäure, oder auch der Geheimtipp Cola) verbieten sich hier unbedingt, auch zur Fleckenentfernung.

Auch bei der Verwendung von anderen aggressiven Reinigungs- und Pflegemitteln ist immer Vorsicht geboten, selbst ein Zuviel an Wasser sollte man möglichst vermeiden und nach dem Reinigen immer gut nachtrocknen.

Den Glanz von allen calcithaltigen Steinbelägen muss man öfters einmal aufpolieren, ein Imprägnieren empfiehlt sich darüber hinaus so gut wie immer. Die Imprägnierung sollte dabei am besten vom Fachmann durchgeführt werden.

Fazit

In Form von Kalk begleiten uns Calcite schon seit Jahrtausenden, sie sind bis heute ein sehr wichtiges Material, das in vielen Bereichen unverzichtbar ist.

Selbst bei Natursteinbelägen im eigenen Haus stößt man sehr häufig auf calcithaltige Gesteine, zu denen unter anderem auch Marmor zählt. Die ganz speziellen chemischen und physikalischen Eigenschaften und Eigenheiten machen es dabei notwendig, dass man mit diesen Steinen immer behutsam umgeht – und bei ihnen den Kontakt mit Säuren in jeder Form vermeidet.

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