Cordierit

Cordierit Dichroit Lolith
Cordierit Dichroit Lolith

Cordierit gehört als Mineral in die Gruppe der Silikate und Germanate. Genauer zuordnen kann man ihn wegen seiner kristallinen Eigenschaften nach nicht, denn mit seinen allgemeinen Eigenschaften ist er zwar ein typisches Ringsilikat, von seiner Struktur her gehört er zu den Gerüst-Silikaten. Chemisch gesehen ist der Cordierit dabei ein Magnesium-Aluminium-Silikat.

Die auch als „Wassersaphir“ oder „Luchssaphir“ bekannten Minerale sind mit einer Mohs-Härte von 7 bis 7,5 bereits sehr hart. Der Bruch ist uneben bis muschelig, Cordierite sind meist deutlich spaltbar und es kann sowohl Glasglanz als auch Fettglanz auftreten, letzterer allerdings vorwiegend auf Bruchflächen. Die häufigste Farbvariante, die man findet, liegt im Bereich von dunklem Blau (bis hin zu Blauviolett). Daneben gibt es aber auch grünliche bis bräunliche Varianten, hellgrau bis hellblau und sogar bis hin zu farblos kommt ebenfalls vor. Cordierit kann dabei durchsichtig oder undurchsichtig sein.

Die Farbe ändert sich dabei je nach Lichteinfall, Cordierit ist also pleochroitisch. Durch seine doppelbrechenden Eigenschaften zeigen sich dann drei unterschiedliche Farben: Hellgelb, Hellblau und Violett bis Blau.

Varietäten

Magnesium-Aluminium-Silikate müssen nicht, wie der Cordierit, im orthorombischen Kristallsystem kristallisieren, sondern können auch hexagonal kristallisieren. In diesem Fall entsteht dann der Indialith, auch Mischformen mit beiden Kristallisationsarten sind möglich.

Eine weitere Varietät ist Cerasit, die Trapiche-Smaragden recht ähnlich sind. Cerasit liegt aber meist in einer veränderten (umgewandelten) Form als Serizit oder Pinit (Muskovit) vor.

Iolith wird eine rötlicher gefärbte Varietät genannt, die Farbe entsteht dabei durch Einlagerungen von Hämatitschüppchen oder auch Goethit-Schüppchen. Bei Eiseneinlagerungen werden Cordierite dann zum Steinheilit.

Vorkommen

Kommen Pelite, Gneise oder Glimmerschiefer mit hohen Temperaturen in Berührung (beispielsweise durch eine magmatische Intrusion), bilden sich je nach Temperatur verschiedene Minerale. Eines davon sind Cordierite (zusammen mit Biotit, Andalusit, Granat, Korund, Muskovit, Silimanit und Spinell), wenn die Temperatur, der das Gestein ausgesetzt ist, 500 °C übersteigt. Je nach Temperaturbereich erfolgt die Bildung auf unterschiedlichen Wegen, tritt bis 800 °C aber sehr häufig auf. Daneben können sich Cordierite auch noch auf einigen anderen Wegen bilden (unter anderem durch einen komplizierten Metamorphose-Prozess von Basalten auf dem Meeresboden).

Durch den meist sehr komplizierten Bildungsweg, der selten genau so abläuft ist die Verbreitung von Cordieriten eher gering, die Lagermenge an den bestehenden rund 900 Fundorten weltweit ist aber meist sehr groß. In Deutschland gibt es einzelne Fundorte im Schwarzwald, in der Oberpfalz und in Hessen sowie in Niedersachsen, nördlich des Siebengebirges und auch rund um Chemnitz sowie im Saarland und in Thüringen. Gleich mehrere Fundstellen gibt es in der Eifel (Andernach, Mendig). Sehr eindrucksvolle Funde gibt es in der Nähe des Bergwerks von Falun (von woher auch die typisch rote Farbe der Schwedenhäuser kommt). Der Fundort beeindruckt mit sehr großen Kristallen, die bis zu 20 cm lang sein können.

Verwendung

Cordierite werden als Schmucksteine genutzt, dabei vor allem die Varianten mit intensiven hellen oder dunklen Blautönen.

Technisch sind Cordierite ebenfalls von Bedeutung, für diese Zwecke werden sie aber meist künstlich hergestellt. Eindeutig das Hauptprodukt ist dabei Cordierit-Schaumstoff, der aufgrund der Materialeigenschaften des Minerals feuerfest ist, gegen Temperaturschwankungen sehr stabil ist und sich bei Hitze nicht ausdehnt und auch nur gering Wärme leitet (und deshalb stark wärmedämmend ist).

Auf diese Weise kann man Cordierite auch als Pizzasteine oder Brotbacksteine einsetzen und damit den heimischen Ofen zum Pizzabacken in einen echten Steinofen verwandeln.

Natursteine, wie Cordierit, Speckstein oder auch Schamotte werden immer häufiger zum Backen von Brot oder für Pizza verwendet. Sie verfügen über eine gute Wärmeleitung – die Wärme wird dabei sehr gleichmäßig an das Lebensmittel abgegeben, was Pizzen und Brot besonders saftig und außen knusprig macht. Ein Pizzaofen heizt dabei auf Temperaturen von bis zu 500 °C, was im Backofen zwar nicht möglich ist, dafür aber auf dem Grill. Den Stein muss man dafür nur sehr gut aufheizen, dann geht der Backvorgang auch sehr schnell. Selbst im heimischen Backofen mit deutlich geringeren Temperaturen lässt sich die Backzeit meist deutlich verkürzen.

Sehr wichtig ist bei Natursteinen die richtige Reinigung und Pflege des Steins. Cordierite sind häufig glasiert und lassen sich damit besonders einfach reinigen.

Schamott erhitzt sich im Gegensatz zu Cordieriten viel langsamer, bei Schamottsteinen muss man also eine deutlich geringere Stärke wählen und im Ofen auch gründlicher vorheizen. Dafür kosten diese Steine meist auch deutlich weniger als Cordierite. Die übrigen Eigenschaften sind relativ ähnlich, auch die Grobporigkeit ist vergleichbar.

Fazit

Cordierit ist ein eher seltenes Gestein, das allerdings mittlerweile aufgrund seiner Lebensmittelechtheit und Hitzebeständigkeit für Pizzaschieber oder Pizzaschaufel verwendet wird, sehr häufig als Pizza- oder Brotbackstein in vielen Öfen und auf vielen Grills (Grillrost) zu finden ist. Dort spielt das auf meist komplizierten Wegen entstandene Mineral seine echten Stärken aus und schlägt sogar das altbekannte Schamott um Längen.

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