Granit

Granit
Granitsäulen aufgestellt als Zaun.

Wer sich mit Natursteinen beschäftigt, wird vermutlich zuallererst auf Granite stoßen. Das ist nicht weiter verwunderlich – das auch in der Erdkruste sehr häufig vorkommende Hartgestein ist nicht nur ein beliebtes Material für den gesamten Innenausbau-Bereich, sondern wird auch häufig im Gartenbau, im Bauwesen und im Straßenbau eingesetzt.

Granite gehören zu den magmatischen Gesteinen und dort in die Gruppe der Plutonite, sie sind also Tiefengesteine. Die Hauptbestandteile des so häufigen Gesteins – nämlich Feldspat, Quarz und Glimmer – sind den meisten noch aus dem Schulunterricht bekannt.

Entstehung

Wie alle plutonischen Gesteine entstehen Granite durch das langsame Abkühlen und Auskristallisieren von flüssigen Gesteinsschmelzen (Magma). Das geschieht häufig in tief unterirdischen Magma-Kammern (meist in mehr als 2 km Tiefe innerhalb des Erdmantels). Sie werden beim Aufstieg abgeschnürt und bilden damit einen „Ofen“ in dem das Gestein dann langsam auskühlt.

In diesem Bereich herrschen meist bereits sehr hohe Drücke und Temperaturen (bis 950 °C). Die ursprüngliche Zusammensetzung der Gesteinsschmelze (die aus geschmolzenem Gestein der unteren Erdkruste geformt wird) ist dann für das Aussehen und die individuellen Eigenschaften des entstehenden Granits verantwortlich.

In geschmolzener Form können Granite dann entweder Magmatite, Sedimentite (Ablagerungsgesteine) oder Gesteine, die nicht aus gebirgsformenden Vorgängen stammen enthalten. Dementsprechend unterscheidet die Petrologie (Gesteinswissenschaft) zwischen I-, S-, und A-Typ Graniten, in der Fachwelt werden auch die eher selten vorkommenden M-Typ Granite und die C-Typ Granite eigens gruppiert. Diese Unterscheidung ist allerdings rein akademisch und hat für die praktische Verwendung von Granit keine Bedeutung. Einzig bemerkenswertes Detail dabei ist vielleicht, dass ausschließlich die S-Typ Granite eine große Menge an Aluminium-Silikat-Mineralen enthalten, während die „ursprünglichen“ aus anderen Magmatiten geschmolzenen Granite sehr häufig große Mengen an Biotit (Glimmer) und Hornblende enthalten.

Beeinflusst das Nebengestein in den Randbereichen die Gesteinsbildung mit, kommt es oft zur Entstehung besonderer Varianten in diesen Bereichen, die man häufig auch durch ihre auffällige Färbung erkennt. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa der typisch bläuliche Kösseine-Granit aus dem Fichtelgebirge.

Allgemeine Zusammensetzung

Der Schul-Merksatz „Feldspat, Quarz und Glimmer“ ist ein wenig zu grob allgemein gefasst. Der Hauptbestandteil von Graniten sind immer Quarz und Feldspat, sogenannte mafische Minerale kommen meist mit einem Massenbestandteil zwischen 20 und maximal 40 % vor. Es handelt sich dabei nicht ausschließlich um Biotit (Glimmer), möglich sind auch Pyroxene, Amphibole oder andere Minerale der mafischen Gruppe.

Auch die Feldspate sind nicht immer einheitlich: In den meisten Fällen handelt es sich um Alkalifeldspate, in geringerem Umfang können aber auch Plagioklase vorkommen. Nur beim Alkalifeldspatgranit fehlen Plagioklase fast vollständig, beim Granodiorit dagegen ist es genau umgekehrt – hier überwiegen die Plagioklase. Granodiorite sind allerdings genaugenommen keine „echten“ Granite mehr, sondern nur noch verwandte Gesteine, ebenso wie Pegmatite, die man leicht an ihrem sehr großen Gefüge erkennt.

Neben den Grundbestandteilen enthalten Granite meist noch eine ganze Reihe von Nebenbestandteilen, darunter etwa Magnetit oder Titanit, Rutil oder Zirkon.

Optisches Erscheinungsbild

Granite können sehr unterschiedlich aussehen, das Fabspektrum „echter“ Granite reicht dabei aber meist nur von hellem Grau bis Graublau, rötliche und gelbliche Varianten sind möglich. Innerhalb dieses üblichen Farbspektrums können die Unterschiede im Aussehen aber durchaus beträchtlich sein.

Das Gefüge ist immer eher mittel- bis grobkörnig, die Korngröße bewegt sich häufig im Bereich einiger Millimeter, ist also mit freiem Auge gut erkennbar. Daher kommt auch der Name: „granum“ bedeutet im lateinischen „Korn“ oder „Körnchen“. Die Kristalle können dabei relativ gleichgroß sein, es können aber auch häufig sehr große Feldspat-Kristalle auftreten, deren Korngröße dann deutlich größer als die üblichen Korngrößen im Gefüge sind. Solche Granite werden porphyrische Granite genannt.

Typische Eigenschaften

Granite sind hoch widerstandsfähige und sehr harte Gesteine. Sie sind gut witterungsfest und lassen sich sehr gut schleifen und polieren. Alle diese Eigenschaften machen Granit zu einem sehr vorteilhaften Gestein in sehr vielen Anwendungsbereichen. In speziellen Bereichen macht man sich zudem auch die geringe Wärmeausdehnung von Granitgesteinen zunutze.

Verwendung

Granite spielen in sehr vielen Bereichen eine wichtige und wirtschaftlich bedeutende Rolle. Schon von alters her wurden Granite im Bereich des Straßen- und Wegebaus eingesetzt, als Pflastersteine und Gehwegplatten sind sie auch im privaten Bereich heute noch sehr häufig anzutreffen. Daneben begegnen sie uns häufig auch in Form von Bordsteinen oder Pollern, im Bahnbau werden sie als Gleisschotter verwendet. Auch Curling-Steine werden schon immer traditionell aus Granitmaterial gefertigt.

Granitene Fassaden und Dachschindeln sind ebenfalls möglich und gebräuchlich, Denkmäler und Grabsteine sind – vor allem wegen der Verwitterungsfestigkeit – ebenfalls häufig aus verschiedenen Granitarten gefertigt. Im Gartenbaubereich findet man neben der Verwendung als Wegeplatten auch häufig Dekorationsobjekte aus Granit, wie etwa die bekannten Vogeltränken, die überwiegend aus diesem Material hergestellt werden.

In den letzten Jahren nimmt die Verwendung von Natursteinen vor allem im Innenausbau-Bereich deutlich zu – allen Natursteinen voran ist dabei sind Granite. Boden- und Treppenbeläge, Fensterbänke und Arbeitsplatten gibt es heute in einer großen (auch farblichen und strukturellen Auswahl), Tischplatten und Arbeitsplatten aus Granit sind ebenfalls möglich. Auch sehr hochwertige und optisch sehr ansprechende Waschtische werden daraus gefertigt.

Möglich ist diese umfassende Verwendung durch die Häufigkeit, mit der Granite als Gestein innerhalb der kontinentalen Erdkruste vorkommen. Auch in Mitteleuropa gibt es bedeutende Granitvorkommen, etwa im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und der Lausitz, im Fichtelgebirge, dem Oberpfälzer Wald und im Harz. Im Schwarzwald, dem Thüringer Wald und in vielen Gebieten im nördlichen Österreich sind Granite ebenfalls häufig, auf böhmischer Seite ziehen sich die Vorkommen bis weit hinein nach Polen. Im Elsass (in den Vogesen) finden sich ebenfalls uns sehr nahe liegende, bedeutende Vorkommen.

Bekannte Granitsorten

Das Sortiment an Graniten ist bei den meisten Natursteinhändlern nahezu unüberschaubar groß – einige Granitsorten sind aber besonders geschätzt und beliebt. Aus dem bayerischen Raum sind das vor allem

  • der Epprechtsteiner Granit
  • der Flossenbürger Granit
  • der Kösseine Granit

die allesamt aus dem Fichtelgebirge stammen. Gut bekannt ist auch der Tittlinger Granit aus dem Bayerischen Wald.

Im Harz hat vor allem der Wurmberggranit eine hohe Bekanntheit erlangt, aus dem Nordschwarzwald stammt hauptsächlich der Raumünzachgranit. Der Mauthausener Granit nimmt dabei eine Sonderstellung ein – er wird nicht nur rund um den gleichnamigen österreichischen Ort im Mühlviertel abgebaut, sondern auch in Böhmen, Mähren und Bayern und an einigen Lagerstätten südlich der Donau. Meißen in Sachsen hat nicht nur hochwertiges Porzellan, sondern einen nahezu ebenso bekannten gleichnamigen Granit zu bieten.

Aus Schweden stammt der sehr bekannte Quimbra, der vor allem in Smaland, der Heimat Astrid Lindgrens, entlang der Küste abgebaut wird. Gut bekannt sind auch der chinesische Padang-Granit, der finnische Balmoral und ebenfalls auch als dem skandinavischen Raum der Fjaere-Granit (Norwegen). Aus Portugal kommt eine große Auswahl relativ bekannter Sorten (etwa der zartrosafarbende Rosa Santa Eulalia, der Forte Rosa oder die verschiedenen Branco- und Cinzento-Sorten). Der Kapustino aus der Ukraine wird ebenfalls von vielen geschätzt.

Im Handel muss man dabei immer sehr genau hinsehen, da nicht alles, was als Granite verkauft wird, oder die Bezeichnung im Handelsnamen trägt, tatsächlich auch „echter“ Granit ist. Sehr häufig handelt es sich dabei um Granodiorit oder Tonalite. Oft werden auch die weitschichtiger verwandten Diorite, Monzonite oder Anorthosite noch als „Granite“ angeboten, durch den deutlich geringereren Quarzanteil können sie aber zum Teil schon deutlich abweichende Eigenschaften haben. Viele „schwarze Granite“ sind häufig in Wirklichkeit Gabbros, Dolerite, Basalte oder Basanite. Granite selbst sind nie schwarz, sie sind ein typisches Hellgestein (leutokratisches Gestein).

Preise

So unterschiedlich wie die einzelnen Granite selbst können auch die Preise sein. Konkrete Preisangaben, noch nicht einmal ungefähre Preisrahmen lassen sich hier nennen. Die Preise können sich zwischen wenigen Euro pro m² und weit über 1.000 EUR pro m² bewegen.

Ausschlaggebend für den Preis sind dabei nicht nur Herkunft und die Sorte, sondern auch die Art der Bearbeitung und der Behandlung der Oberfläche. Vergleichen lassen sich daher immer nur individuelle, konkrete Angebote für eine bestimmte Ausführungsart und Größe.

Granit richtig pflegen

Granit ist eines der härtesten und robustesten Gesteine, die als Naturstein Verwendung finden. Im Außenbereich (etwa bei der bekannten Vogeltränke) braucht man sich oft gar nicht weiter um ihn zu kümmern. Gerade bei polierten Varianten im Innenbereich sollte man Granit aber immer ein wenig sorgsam behandeln.

Grobe, kratzende und besonders harte Reinigungsgeräte sollte man auf keinen Fall verwenden. Für die Reinigung reicht häufig klares Wasser, gegebenenfalls kann man für Boden- und Treppenpflege eine dafür geeignete Wischpflege zum Wasser geben. Milde, alkalische Reiniger und milde Seife gehen ebenfalls.

Auf den Einsatz säurehaltiger Reiniger oder Hausmittel (Essig und Essigessenz) sollte man allerdings tunlichst verzichten, auch stark fettlösende Reinigungsmittel sind auf Granit tabu. Schichtbildende Pflegemittel sollte man nur bei bereits stark vorgeschädigten Steinen einsetzen.

Für Verfärbungen und Flecken gibt es im Fachhandel granitgeeignete Spezialreiniger, andere Mittel sollte man möglichst nicht dafür verwenden. Auch zum Entfernen von Zementschleiern nach dem Verlegen sollten nur ausdrücklich für Granit geeignete Mittel (im Fachhandel erhältlich) verwendet werden.

Eine Imprägnierung ist besonders in hoch beanspruchten Bereichen (Küchenarbeitsplatten, Bodenbeläge, Treppen, Terrassenplatten, gegebenenfalls auch Fensterbänke) sehr zu empfehlen. Sie reduziert die Fleckenempfindlichkeit auch auf Böden und ganz allgemein auf Granitplatten deutlich.

Fazit

Das überaus harte und robuste Gestein begegnet und praktisch überall auf Schritt und Tritt: vom Bordstein über den Unterbau der Straße, häufig bis hin zur hochwertigen, heimischen Küchenarbeitsplatte. Und wenn wir irgendwo wieder einmal „auf Granit beißen“, erinnert uns daran, wie dauerhaft und widerstandsfähig dieses bei uns so häufig genutzte Gestein eigentlich ist. Mit seinen Eigenschaften und seiner universellen Einsetzbarkeit kann Granit dabei tatsächlich glänzen – und auch mit seiner Vielfalt. Es gibt ihn in einer unüberschaubaren Vielfalt an Farben und Strukturierungen, dadurch werden viele sehr ansprechende und ganz individuelle Gestaltungen möglich. Ebenso weit unterschiedlich sind dabei allerdings die Preise.

Als recht robustes Material ist Granit dabei sehr pflegeleicht, ein wenig Sorgfalt bei der Pflege und eine Imprägnierung sind vor allem bei Anwendungen im Innenbereich aber dennoch nötig.

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