Metamorphit

Metamorphite sind – neben den Sedimentgesteinen (Sedimentite) und den magmatischen Gesteinen (Magmatite) die dritte große Haupt-Gesteinsgruppe. Es handelt sich dabei um Umwandlungsgestein: Gesteinsarten, die sich nach ihrer ursprünglichen Bildung noch einmal umgewandelt haben. Der ursprüngliche Mineralbestand bleibt dabei aber beim Metamorphit weitgehend unverändert.
Auslöser für diese Umwandlungen vom Ausgangsgestein zum Metamorphit sind die brutalen Bedingungen, die tief in der Erdkruste herrschen und wo sich sehr hohe Temperaturen und hoher Druck (durch tektonische Prozesse, etwa bei Gebirgsbildungen) massiv auf das Gestein auswirken. Ausgangsgestein, das solchen Veränderungen unterworfen ist, kann sich in seinem Gefüge und seiner Textur zum Teil sehr stark verändern.
Eine Sonderform der Metamorphite sind dabei die Migmatite: Bei ihnen kommt es zusätzlich zu einer teilweisen Aufschmelzung des Ausgangsgesteins, was bei anderen Gesteinsumwandlungen (Metamorphosen) nicht der Fall ist. Da die Auswirkungen solcher Prozesse noch tiefgreifender sind als bei gewöhnlichen Metamorphosen, werden Migmatite als Metamorphit in eine eigene Gruppe gestellt. Bei ihnen können auch beträchtliche Änderungen gegenüber dem Mineralbestand des Ausgangsgesteins auftreten, besonders in den aufgeschmolzenen Bestandteilen der Migmatite.
Andere Gruppen von Metamorphiten
Wegen der Vielfalt der Ausgangsgesteine und der sich zum Teil geologisch sehr unterschiedlichen Auswirkungen auf die bestehenden Gesteinsschichten ist es notwendig, eine Einteilung für metamorphes Gestein zu treffen. Das geschieht in den meisten Fällen bereits einmal grundlegend über das Gefüge:
Bei empfindlichen Steinflächen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. So vermeiden Sie Schäden durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.
- Fels hat ein richtungsloses, meist völlig ungeordnetes Gefüge
- Schiefer hat ein typisches, lagiges und sehr engständiges Parallelgefüge (Schieferung), man kann dabei zwischen verschiedenen Arten (z. B. Tonschiefer, kristalline Schiefer, sogenannte Fruchtschiefer) unterteilen.
- Gneis hat ein deutlich weitständigeres Parallelgefüge, ist meist mittel- bis grobkörnig und kann in Orthogneis (Sedimentgestein als Ausgangsgestein) und Paragneis (andere Ausgangsgesteine) unterteilt werden
- Granulit ist Gneis grundsätzlich ähnlich, der Glimmer-Anteil ist aber deutlich reduzuiert und es kommt kein Muskovit vor, dafür sogenannte Hochdruckminerale (etwa Granat)
Phyllit ist als Metamorphit dem Schiefer sehr ähnlich, dabei aber meist sehr feinkörnig und die schiefrigen Flächen haben einen typischen Seidenglanz. Bei den schieferähnlichen Gesteinen kann man dann noch den Mylonit als eigene Gruppe ansehen, bei dem man die besondere Entstehungsorte in duktilen Scherzonen gut erkennen kann.
Bei Schiefer ist es zudem üblich, besonders umfangreich vorhandene Bestandteile dem Namen voranzustellen und so eine eigene Gruppe zu bilden (z. B. Glimmerschiefer, Granat-Glimmerschiefer). Die am häufigsten vorkommenden Anteile stehen dabei jeweils an den hinteren Positionen im Namen (bei Granat-Glimmerschiefer ist das der Glimmer).
Einteilung nach Mineralbestand
Da es geologisch keine einheitlich festgelegte Einteilung für Metamorphit gibt, werden metamorphe Gesteine manchmal auch nur nach dem Mineralbestand in Gruppen eingeteilt. Auf diese Weise entstehen dann Gruppen wie Amphibolite (hauptsächlich Plagioklas und Amphibolen im Mineralbestand), Eklogite (hoher Klinopyroxen- und Granatanteil im Mineralbestand), Marmore (überwiegend Calcit und Dolomit im Mineralbestand), Quarzite (überwiegend Quarz im Mineralbestand, Quarz-Sandsteine) und Serpentinite (vor allem Serpentinminerale im Mineralbestand).
Beispiele für Metamorphite
Bei Schiefer ist meist weithin bekannt, dass es sich um einen Metamorphit handelt, beim Gneis, bei dem eher Feldspat dominiert, meist auch.
Bei empfindlichen Steinflächen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. So vermeiden Sie Schäden durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.
Bei Marmor (allen Marmorsorten) ist das bereits deutlich weniger bekannt, viele sehen ihn als eine Art „besonderen Kalkstein“, was allerdings nicht zutrifft. Typische Migmatige, wie etwa der skandinavische „Aurora Borealis“ werden dagegen häufig als typisches magmatisches Gestein eingeordnet, was ebenfalls nicht zutrifft.
Schon diese Liste zeigt, wie unterschiedlich metamorphe Gesteine am Ende aussehen können und wie unterschiedlich ihre Eigenschaften, aber auch ihr Mineralbestand sein können.
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Fazit
Die Gesteinsumwandlung ist ein wichtiger Prozess bei der Bildung von Gesteinen, der neben der üblichen Diagenese (Gesteinsbildungen) und Verwitterung stattfindet. Während bei der gewöhnlichen Diagenese meist nur wenig Druck und niedrige Temperatur herrschen, führen Metamorphosen durch an einzelnen Orten herrschende hohe Drücke und Temperaturen zu massiveren Umwandlungen bei Gesteinen, die dann auch lokal begrenzt sind. Dadurch entstehen besondere Gesteinsarten, die es sonst nicht gäbe -und die wir zum Teil sehr zu schätzen wissen (z. B. Marmor).

