Terrazzo

Terrazzo ist ein fugenloser Bodenbelag, der bereits seit frühesten Zeiten bekannt ist, die älteste nachgewiesene Verwendung ist bereits 8.000 v. Chr. belegt. Es handelt sich beim Bodenbelag aus eine Mischung aus Gesteinssplitt und einem Bindemittel, das die unterschiedlichen Gesteinskörnungen im Mörtelbett zusammenhält.

Traditionell wird Terrazzo direkt vor Ort abgemischt und eingebaut (Ortsterrazzo). In heutiger Ausführung wird als Bindemittel vor allem Portlandzement (in weiß oder grau) verwendet, der Einbau der sogenannten Vorsatzschicht (Mörtelbett-Schicht), die die Gesteinskörnungen enthält, erfolgt auf einer Unterschicht aus Zement. Damit ist er ein Estrich im klassischen Sinn und entspricht dabei auch der DIN 13318. Terrazzo gehört technisch gesehen in die Gruppe der Nassestrich-Böden.

Der Terrazzobelag wird danach noch gewalzt (verdichtet), wodurch sehr viel Zementleim aus der Vorsatzschicht gedrückt wird und die Körner damit noch näher aneinanderrücken. Danach wird der Bodenbelag geschliffen, wodurch besonders farbige Zuschläge sehr gut sichtbar werden. Als Standardgrößen kann man dabei von einem Größtkorn von 16 mm bei den Zuschlägen ausgehen, woraus eine Aufbauhöhe von 35 mm resultiert, von der bei den Schleifvorgängen rund 5 mm abgeschliffen werden. Üblicherweise werden dabei mehrere aufeinander folgenden Schleif- und Spachtelvorgänge ausgeführt, um die durch das Schleifen entstehenden Poren zu verschließen. Nach Abschluss aller Schleif- und Spachtelvorgänge wird der Bodenbelag versiegelt und imprägniert, dafür können Wachse, Öle oder bestimmte Polymere oder auch eine Fluatierung verwendet werden.

Das verwendete Bindemittel kann dabei auf Wunsch auch eingefärbt werden, um eine besondere Optik des Bodens zu erreichen.

Historische Terrazzo-Beläge

Der älteste terrazzo-ähnliche Belag wurde in der südlichen Türkei gefunden und datiert auf ungefähr 8.000 v. Chr. Bei diesem Boden wurden Kalksplitt (aus Kalkstein) als Gesteinskörnung und Kalkmörtel als Bindemittel verwendet, der Bodenbelag wurde danach eingeebnet.

Sehr weite Verbreitung fanden Terrazzoböden in der römischen und griechischen Antike. im Römischen Reich kam dabei vor allem das bekannte Opus Signinum zum Einsatz, ein Betonmörtel der vor allem aus weichem Ziegelbruch, aber auch aus anderen Gesteinen wie Marmor, Kalkstein und Dolomit enthielt (im Gegensatz zum Opus Caementitium, das gröbere Zuschlagstoffe und vulkanische Puzzolane enthielt und für statisch stark belastete Bauwerksteile verwendet wurde). War ein härterer und gut tragfähiger Bodenbelag gewünscht, verwendete man als Zuschlagstoffe Granitsplitt und Flusskies.

Im Mittelalter geriet der Terrazzo-Boden, wie viele römische Errungenschaften (unter anderem auch Abwasserkanäle und wassergespülte Toiletten) zunächst einmal in Vergessenheit, in Italien wurde der antike Bodenbelag in der Renaissance aber wiederentdeckt und vermehrt wieder eingesetzt, zum Teil gemeinsam mit den ebenfalls in der römischen und griechischen Antike üblichen Boden-Mosaiken, die auf ähnliche Weise gefertigt wurden.

In unseren Breiten waren Terrazzoböden dabei im Mittelalter kaum verbreitet, auch in der Renaissance nicht. Erst in der Gründerzeit im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden sie bei uns als hoch belastbarer Bodenbelag wiederentdeckt und kamen häufig in öffentlichen Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr, aber auch in den Treppenhäuser von Wohngebäuden vermehrt zum Einsatz. Daneben setzte man sie auch in Küchen und Bädern häufig ein.

Besonders in der Anfangszeit kamen auch bei uns vielfach noch unterschiedliche, mehrfarbige Flächen und sogar ornamentale Muster zur Anwendung, in kleinen, abgegrenzten Bereichen waren auch Mosaike zu finden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Terrazzo-Boden in der Wiederaufbau-Zeit eine neue Blüte, allerdings fast überwiegend in Form von deutlich weniger farbenfrohen Terrazzo-Platten.

Terrazzo-Platten

Bei Terrazzo-Platten handelt es sich um einen industriell hergestellten Betonwerkstein in Plattenform, der sehr einfach verlegt werden kann. Das bietet einen Vorteil gegenüber klassischen Terrazzoböden, die sehr aufwendig verlegt werden müssen. Alle Arbeitsschritte des Gießens, des Schleifens und der Nachbehandlung der Oberfläche entfallen damit. Sie werden einfach in Dickbettmörtel und unter Verwendung von Fugenmörtel verlegt. Ein aus Terrazzoplatten aufgebauter Boden ist damit allerdings nicht mehr fugenfrei sondern sieht eher aus wie Fliesen.

Andere Varianten von Terrazzoböden

Neben der klassischen Estrich-Variante mit Zement als Bindemittel können auch Terrazzoböden aus Gussasphaltestrich hergestellt werden (bitumengebundener Terrazzobelag). Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass der Bodenbelag dann vollständig wasserdicht und auch wasserdampfdicht (dampfdiffusionsdicht) ist. Zudem ist der entstehende Bodenbelag dann auch hoch hitzeresistent, er hält auch Schweißfunken, Zigarettenglut und kochendes Wasser, ohne Schaden zu nehmen, aus.

Eine fugenlose Verlegung ist bei diesem Terrazzo auch über große Flächen möglich, auch die Trittschalldämmung ist deutlich höher als bei gewöhnlichen Terrazzobelägen. Für den Einbau muss allerdings darauf geachtet werden, dass alle mit dem Belag in Berührung kommenden Bauteile ausreichend hitzebeständig sind, da das Material beim Einbau wie Gußasphaltestrich eine Temperatur von bis zu 240 °C hat, da der Bitumenbelag in flüssigem Zustand gegossen wird.

Vor- und Nachteile von Terrazzoböden

Klassisch eingebauter Ortsterrazzo hat als Bodenbelag eine hohe Tragfähigkeit und ist sehr belastbar, was ihm auch eine hohe Lebensdauer verschafft. Viele historische Gebäude zeigen deutlich, wie haltbar Terrazzoböden sein können. Durch gezielte Auswahl der Materialien können Härte und Abriebfestigkeit noch zusätzlich gesteigert werden. Zudem ist ein Aufarbeiten des Belags mehrmals möglich, was die schon von Natur aus hohe Lebensdauer noch deutlich verlängern kann. Bei bestimmten Ausführungen wird durch die natürliche Abnutzung sogar eine feine Polierwirkung erzielt, die geschliffene Böden langfristig schön erhält. Grundsätzlich sind Terrazzoböden auch sehr pflegeleicht.

Durch die Verwendung rein mineralischer Materialien besteht auch keine Gefahr von schädlichen Ausdünstungen durch den Bodenbelag selbst (gegebenenfalls aber durch die Materialien zur nachfolgenden Oberflächenbehandlung oder Versiegelung, das ist immer genau zu prüfen).

Auf der Negativseite stehen dabei sicherlich die hohen bis sehr hohen Kosten speziell für Ortsterrazzo-Böden, die man aber immer mit der langen möglichen Haltbarkeit und der Möglichkeit zum Aufarbeiten des Bodens bei Gebrauchsspuren gegenrechnen muss. Eine kostengünstige Alternative mit nahezu der gleichen Optik bieten eventuell Terrazzo-Platten, die dann allerdings wie Fliesen wirken.

Oberflächenbehandlung, Reinigung und Pflege von Terrazzo

Die klassische Oberflächen-Nachbehandlung mit Terpentin und Bienenwachs oder ersatzweise mit Leinöl wird heute so kaum mehr durchgeführt, beide Verfahren sind aber prinzipiell auch heute noch als sogenannte „Einpflege“ möglich. Dabei ist zu bemerken, dass Terpentin prinzipiell gesundheitsschädlich ist (auch wenn es natürlichen Ursprungs ist) und Leinöl (immerhin ein Lebensmittel, also gesundheitsunschädlich) mit der Zeit ausbleichen und damit sichtbare Farbveränderungen in einzelnen Bereichen erzeugen kann. Beide Verfahren sind zudem sehr aufwendig und führen zu massiven Geruchsbelästigungen. Die Grundreinigung von Terrazzo ist bei den klassischen Varianten der Oberflächenbehandlung mitunter schwierig, Flecken und Schlieren lassen sich nicht immer vermeiden. Eine Pflege mit wachshaltigen Mitteln ist hier ratsam, danach muss der Terrazzo Bodenbelag mit einer Naturborste gründlich aufpoliert werden.

Ein Imprägnieren mit lösungsmittelfreien Imprägniermaterialien stellte eine gute Möglichkeit zur Oberflächenbehandlung dar, für die Reinigung müssen dann aber rückstandsfreie Reinigungsmittel (keine Seifenlauge) in etwas höherer Konzentration verwendet werden. Der Boden wird durch diese Behandlung zwar fleckenresistenter, dafür können einige Verschmutzungen aber auch deutlich besser anhaften.

Wachsfluate sind eine weitere Möglichkeit, den Bodenbelag nachzubehandeln, allerdings stellen sich auch hier gesundheitliche Risiken, zudem kann der Boden danach nur noch mit lösemittelhaltigen Reinigern gereinigt werden, was sicherlich gerade in Wohnbereichen auch nicht wünschenswert ist.

Weichpolymere als Beschichtung sind hier eine bessere Möglichkeit, diese Mittel sind allerdings nicht besonders resistent und müssen wiederholt aufgetragen werden. Auch das Behandeln mit Seifen hat durch die Bildung von Kalkseifen nach einiger Zeit eine ähnliche Wirkung, besonders bei härterem Wasser bildet sich so schon nach kurzer Zeit ein wirksamer Pflegefilm.

Eine sehr gute und vor allem sehr wirksame Möglichkeit der Nachbehandlung eines Terrazzobodens stellt das Fluatieren (Kristallisieren des Bodenbelags) dar. Für das Fluatieren kann entweder Fluorsilicat oder auch Kleesalz (geringere Schichtstärke der Schutzschicht) verwendet werden. Die Wirkung des Verfahrens ist die gleiche wie bei hochwertigen Natursteinen. Fluatierungen sind aber nur dann möglich, wenn kalkhaltige Zuschlagstoffe vorhanden sind und der Boden zuvor gründlich geschliffen wurde.

Kosten für Terrazzo

Terrazzoplatten sind relativ kostengünstig, Platten in einer Größe von 30 x 30 cm sind oft schon für rund 20 EUR zu bekommen. Die Kosten für das Verlegen liegen ungefähr im gleichen Bereich wie für Natursteinplatten, auch hier ist der individuell gegebene Verlegeaufwand der preisbestimmende Faktor. Sicherheitshalber sollte man mit Verlegekosten von 50 – 60 EUR pro m² kalkulieren.

Bei einem direkt hergestellten Ortsterrazzo-Boden liegen die Kosten dagegen natürlich ungleich höher. Schon die Materialkosten liegen meist bei 50 – 60 EUR pro m², bei hochwertigen Materialien oft noch höher. Dazu kommen die Kosten für das Gießen des Belags (rund 30 EUR pro m²) und die besonders teure Nachbearbeitung des Bodens (Verdichten, Schleifen, Nachbehandeln), die je nach gewünschter Ausführung des Bodens zwischen rund 80 EUR pro m² bis über 120 EUR pro m² reichen können. Damit können in Einzelfällen durchaus Kosten von über 200 EUR pro m² für den Bodenbelag entstehen, eingelegte Mosaike kosten dann noch einmal extra.

Für Gussasphalt-Terrazzo sollten Sie mit ungefähr 100 – 180 EUR pro m² rechnen, auch hier können die Kosten für besondere Ausführungen gegebenenfalls noch höher liegen.

Fazit

Besonders in den letzten Jahren besinnt man sich vielfach wieder zurück auf alte und traditionelle Bautechniken, nicht zuletzt wegen ihrer Natürlichkeit und oft auch wegen ihrer natürlichen Robustheit: ein sehr eindrückliches Beispiel davon ist der Terrazzoboden, der schon den alten Römern und den alten Griechen lieb und teuer war.

Neben seinen zahlreichen Vorteilen verfügt dieser Bodenbelag auch über eine enorm hohe Lebensdauer, die man bei vielen historischen Gebäuden heute sehen kann. Mit seiner Herstellung als zweischichtiger, zementgebundener Ortsterrazzo mit hochwertigen Gesteinszuschlägen ist dieser Boden auch sehr belastbar, durch eine Politur erhält er seinen vollen Glanz.

Wem die Herstellung zu aufwendig und zu teuer ist, der kann auch auf die deutlich kostengünstigeren Terrazzo-Platten mit der gleichen Optik zurückgreifen – wenn er damit leben kann, dass der Bodenbelag dann nicht mehr ganz fugenlos ist. Die Haltbarkeit dieses Betonwerksteins ist aber ebenfalls enorm hoch, das Verlegen dafür deutlich einfacher.

In allen möglichen Varianten macht der Boden auch heute noch eine gute Figur – und wird den heute immer wichtiger werdenden Ansprüchen an hohe Natürlichkeit und robuste Haltbarkeit und damit auch hohe Nachhaltigkeit bestens gerecht.

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