Tessiner Granit

Beim Tessiner Granit muss man mit der petrographischen Genauigkeit der Bezeichnung etwas vorsichtig sein – in manchen Fällen handelt es sich beim Tessiner Granit nämlich um Gneis. In diesem Fall meist um Granitgneis, also die metamorphe Form des ursprünglichen Granits. In diesem Fall der Definition nach also um einen Orthogneis.

Beide stammen aber von den selben Fundorten im Ticino, dem schweizerischen Tessin, wo sie vielfach nebeneinander vorkommen. Ebenso wie der dunkel-anthrazitfarbige Maggia, der ganz sicher ein Gneis ist. Seiner Schönheit und seiner Beliebtheit tut das aber keinen Abbruch.

Die Unterschiede zwischen Graniten und Gneisen

Granite sind ein Plutonite, also magmatische Tiefengesteine. Gneise sind metamorphe Gesteine, also Umwandlungsgesteine. Sie entstehen durch Gesteinsumwandlungen unter hohem Druck und hoher Temperatur. An die Oberfläche kommen sie nur bei Verwitterung der darüber liegenden Schichten. Die Zusammensetzung von Gneisen hängt immer stark vom Mineralbestand des jeweiligen Ausgangsgesteins ab – ein aus Granit entstandener Gneis hat also immer noch sehr weitgehend einen typisch granitischen Mineralbestand.

Als Granitoide bezeichnet man dagegen alle granitähnlichen Gesteine, das heißt alle magmatischen Gesteine, die in der Hauptsache aus Quarz, Alkalifeldspat und Plagioklas (oder gegebenenfalls einem der beiden Feldspate) zusammengesetzt sind.

Technisch sind die Unterschiede zwischen Granitgneis und ursprünglichen Graniten nicht besonders groß. Die Resistenz gegenüber chemischen und mechanischen Belastungen ist bei Graniten und bei Orthogneisen relativ vergleichbar, Gneise weisen aber meist noch eine höhere Biegezugbelastungsfähigkeit auf, wenn sie parallel zur Richtung der Druckbelastung während der Metamorphose aufgesägt werden.

Optisch ist der Unterschied zwischen beiden allerdings klar erkennbar: während Granite ein typisches, richtungsloses Gefüge haben, erkennt man beim Orthogneis meist sehr deutlich ein weitständiges Parallelgefüge mit schichtenweise angeordneten dunklen Glimmermineralen.

Granite und Marmor im Vergleich

Vergleicht man Granite mit einem anderen Metamorphiten (Umwandlungsgestein), dem Marmor, tun sich allerdings deutlich größere Unterschiede auf. Granite sind um ein Vielfaches härter und damit auch verschleißfester als Marmor. Auch polierte Oberflächen behalten länger ihren Glanz, dazu ist Marmor als umgewandelter Kalkstein sehr säureempfindlich, Granite sind das dagegen nahezu überhaupt nicht.

Für den praktischen Einsatz sind in diesem Fall aber die technischen Unterschiede oft gar nicht so relevant – immerhin kann man die meisten Marmore kristallisieren, was ihnen eine sehr belastbare Oberfläche mit langanhaltendem Glanz verschafft. Der ursprüngliche Nachteil ist damit schon wieder nahezu wettgemacht. Kristalline Oberflächenschichten wie nach der Fluatierung sind ebenfalls hoch belastbar. Auch bei Gestein ist also alles etwas relativ.

Verwendung von Tessiner Granit

Der beliebte Tessiner Granit wird vor allem in seiner Heimatregion auf unglaublich vielfältige Weise eingesetzt. Man begegnet dem Naturstein dort praktisch auf Schritt und Tritt:

  • als Granitpalisaden und als Stelen
  • als Kleinmauersteine und als Gestaltungsstein jeglicher Art
  • als beliebtes Material im Gartenbau für Palisaden, Einfassung für Böschungselemente oder Trockensteinmauer
  • als Granittisch (oft mit Granittischplatte)
  • als Pergola Pfosten (das Dach der Pergola bauen die Tessiner dann aus ebenfalls heimischem Kastanienholz)

Auch jede Art von Mauer baut man im Ticino aus Tessiner Granit: nahezu jede Sitzmauer, Stützmauer oder Sichtschutzmauer besteht dort aus Granit. Als Bodenbelag im Außenbereich ist der Granit dort – wie auch bei uns – häufig naturgespalten.

Tessiner Granit reinigen

Auch beim widerstandsfähigen Granit gibt es einige Dinge, die man beim Reinigen durchwegs beachten sollte. Heißes Wasser, seifenhaltige oder säurehaltige Reiniger liebt Granit gar nicht. Tensidhaltige Reiniger können eine imprägnierte Oberfläche ihrer Imprägnierung berauben und sollten deshalb für diesen Naturstein möglichst nicht eingesetzt werden. Dampfreiniger und auch Hochdruckreiniger sollten von Granitoberflächen ebenfalls tunlichst ferngehalten werden.

Für die regelmäßige Reinigung verwendet man am besten handwarmes Wasser und entsprechend geeignete Natursteinreiniger. Mit Wasser allein und einem weichen Reinigungsgerät kommt man bei Granit allerdings meist schon recht weit, wenn man die Reinigung wirklich regelmäßig durchführt und nicht dauernd vor sich herschiebt. Groben Schmutz sollte man regelmäßig abkehren, da gerade polierter Granit durchaus kratzempfindlich ist (seine natürliche hohe Härte ändert daran nichts).

Flecken und Verfärbungen sollte man immer nur mit entsprechenden Spezialmitteln zuleibe rücken. Viele Flecken entstehen auch durch die Verwendung ungeeigneter Materialien (z. B. bestimmter Silikone, eisenhaltiger Bettungsmaterialien im Außenbereich z.B. im Garten oder als Kalkausblühungen bei ungeeigneten Mörteln). In diesem Fall lohnt es immer, den Fachmann zu Rate zu ziehen, da hier auch die Ursache behoben werden sollte.

Übrigens brauchen auch Grabsteine aus Granit eine regelmäßige Reinigung und Pflege. Aufgrund der vielfältigen und meist aggressiven Verschmutzungen auf den Natursteinen muss die Reinigung fachgerecht und dennoch wirksam erfolgen, um den Stein nicht zu schädigen. Besonders nicht polierte Granitgrabsteine verschmutzen schnell und sind dann schwierig zu reinigen, bei polierten Steinen geht es dagegen darum, einen abgestumpften Glanz wiederherzustellen. Das alles kann der Fachmann am besten – als Laie richtet man hier tatsächlich schnell schweren Schaden an, wenn man unsachgemäß vorgeht.

Fazit

Das schweizerische Tessin ist „die“ Granitgegend schlechthin, das dortige Granitmassiv liefert einige besonders schöne Steinsorten, neben dem bekannten Tessiner Granit auch den Maggia Granit oder den Leventina Granit, der häufig zu Kleinmauersteinen verarbeitet wird. Auch wenn gesteinstechnisch viele der Tessiner Granite eigentlich Gneise sind, tut das ihrer Schönheit – und auch ihrer Robustheit – nur wenig Abbruch. Bei der Reinigung sollte man aber auch beim Tessiner Granit immer fachgerecht vorgehen – oder die Reinigung am besten einfach dem Profi überlassen.

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