Trachyt

Trachyte gehören als Gestein in die Gruppe der Vulkanite. Chemisch sind sie mit Syenit identisch und stellen damit das vulkanische Äquivalent zu diesem Tiefengestein dar. Vulkanite wie Trachyt entstehen durch das rasche Abkühlen heißer Gesteinsschmelzen (Lava) an der Erdoberfläche, magmatische Tiefengesteine wie Syenit bilden sich durch das langsame Abkühlen von heißen Schmelzen (Magma) tief im Erdinneren.

Die Bezeichnung „Trachyt“ leitet sich vom griechischen Wort für „rau“ (trachys) ab. Sie wurde gewählt, weil sich beim Abkühlen der heißen Lava kleine Hohlräume im Gestein bilden, die frisch gebrochenes Gestein dann rau und zackig wirken lassen.

Mineralbestand und Zusammensetzung

Bei der mineralogischen Zusammensetzung überwiegt Alkalifeldspat (Orthoklas und Sanidin), Plagioklas kommt in geringerer Menge vor. Ist der Anteil von Alkalifeldspat beim vorhandenen Feldspat besonders hoch (> 90 %), lautet die korrekte mineralogische Bezeichnung „Alkalifeldspattrachyt“. Neben Feldspat können auch noch Foide (Feldspatvertreter) vorhanden sein, das Gestein erhält dann die Bezeichnung „Foid-führender Trachyt“. Ein Quarz-Anteil von bis zu 20 % ist möglich, bei sehr hohem Quarzgehalt spricht man mineralogisch vom „Quarztrachyt“.

Mafische Bestandteile spielen bei Trachyten immer eine untergeordnete Rolle. Vorkommen können dabei Klinopyroxen, Biotit und Hornblende oder auch Fayalit. Ebenfalls in geringen Mengen können auch Augit, Apatit, Zirkon oder Rutil vorkommen.

Im Streckeisen-Diagramm (QAPF-Diagramm) liegt Trachyt in Feld 7. Im TAS-Diagramm kann man ihn alternativ in das Feld T einordnen. Der SiO2-Gehalt ist damit niedriger als bei Rhyolith, die Alkalioxide (Na2O und K2O) sind aber höher als beim Dacit.

Aussehen und Eigenschaften

Der nur geringe Gehalt an mafischen Mineralen sorgt für eine meist helle Gesteinsfarbe bei Trachyten, mögliche Farbgebungen reichen von gelblich über bräunlich bis hin zu hell- bis mittelgrauer Farbe. Die dunklen Mineralbestandteile kommen dabei häufig in einem grundsätzlich porphyrischen Gefüge als dunkle Einsprenglinge vor. Die Grundmasse aus Feldspaten ist dabei meist feinkörnig, kann aber auch glasig sein. Das Gestein kann dabei entweder sehr dicht oder auch porös sein.

Alternative Formen von Trachyt sind etwa Obsidian oder pyroklastisches Gestein wie z. B. Bimsstein.

Vorkommen

Als typischer Vulkanit sind Trachyte in sehr vielen Vulkangebieten recht verbreitet. Bekannte Fundstätten in Deutschland liegen etwa im Westerwald, im Siebengebirge oder im hessischen Mittelgebirge rund um den Vogelsberg. Daneben finden sich einige Geschiebe aus dem skandinavischen Raum.

Außerhalb Deutschlands gibt es allerdings nur einige Fundorte innerhalb Europas nennenswerter Größe. Sie finden sich in Italien (Padua, Sardinien) und Frankreich (Auvergne), in Tschechien (Karlovy Vary) und in Norwegen (Modum).

Besonders die Vorkommen im Siebengebirge (speziell am Drachenfels) werden schon seit der Antike abgebaut. Die von dort stammenden Trachyte hatten besonders im Mittelalter eine wichtige Bedeutung im Baubereich, da sie große statische Belastungen aufnehmen konnten. Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Fundort an dieser Stelle allerdings komplett ausgebeutet, sodass man danach auf andere Vorkommen für die Gewinnung von Trachyten angewiesen war (etwa in Südhessen am Gravenbruch, in Weidenhahn im Westerwald oder rund um Mayen in der Eifel).

Verwendung

Eine sehr typische Verwendung von Trachyten findet sich bei Kirchenbauten, nicht nur für die tragenden Bauteile sondern sehr häufig auch für deren Ausstattung (Altar, Taufbecken, etc.). Auch für Fassaden und für Bodenbeläge werden Trachyte häufig eingesetzt. Weil sie frostbeständig sind, ist auch ein Einsatz im Außenbereich möglich. Einzelne Natursteinsorten, wie der Selters-Trachyt aus Rheinland-Pfalz werden auch in der Bildhauerei sehr geschätzt. Eine andere bekannte Natursteinsorte ist der Weidenhahn-Trachyt.

Ein sehr bekanntes Beispiel für die Verwendung von Trachyt ist etwa der Kölner Dom, der allerdings auch sehr eindrucksvoll zeigt, dass manche Trachyte im Lauf der Jahrhunderte doch recht anfällig für Verwitterung sein können.

Fazit

Trachyte sind ein weiteres, eindrucksvolles Beispiel für die aus längst vergangenen Vulkanausbrüchen entstandenen Gesteine und die oft beträchtlichen möglichen Unterschiede zwischen ihnen. Zahlreiche bekannte Bauwerke aus der Vergangenheit, wie etwa der Kölner Dom, zeigen dabei, wie umfassend Trachyte früher genutzt wurden und wie wichtig sie für große Bauwerke als statisch hochbelastbares Material waren.

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