Tuff

Tuff oder Tuffstein ist ein Gestein, das zu mindestens drei Vierteln aus Pyroklasten (durch vulkanische Aktivität entstandene Gesteinsfragmente) besteht. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen „tofus“ (=Tuffstein) ab.

Tuffe werden daher den Vulkaniten (Eruptivgesteinen) zugerechnet. Sie kommen weltweit vor. Die Korngrößen der einzelnen Pyroklasten können bei einem Tuffstein unterschiedlich sein.

Petrographische Definitionen

Liegt der Anteil an Pyroklasten unterhalb von 75 %, aber noch höher als 25 %, bezeichnet man das Gestein als „Tuffit“.

Die Bezeichnung Tuff wird im strengen Sinn nur dann verwendet, wenn 75 % der Pyroklasten eine Korngröße von weniger als 2 mm aufweisen. In diesem Fall wird manchmal auch von Aschen-Tuff gesprochen, der in groben und feinen Aschentuff unterteilt sein kann.

Ist das nicht der Fall, sondern sind in der Hauptsache größere Bestandteile vorhanden, lautet die exakte Bezeichnung „Tuff-Brekzie“. Lapilli-Tuffe sind Tuffe, bei denen mindestens 75 % sogenannte Lapilli enthalten sind.

Die Größenbezeichnungen im Bereich der vulkanischen Sedimente folgt dabei eigenen Bennennungen:

  • Vulkanische Asche (Korngröße weniger als 2 mm)
  • Lapilli (Korngröße zwischen 2 mm und 64 mm, erbsen- bis nussförmig)
  • Vulkanische Bomgen (Korngröße mehr als 64 mm, gerundet, aus geschmolzenen Bestandteilen)
  • Vulkanische Blöcke (Korngröße mehr als 64 mm, eckig, zum Zeitpunkt der Eruption fest)

Weitere Unterteilungen von Tuffen

Neben der Beschreibung der Bestandteile lassen sich Tuffe auch nach ihren Bestandteilen oder ihrer Zusammensetzung einteilen.

Bei der Unterteilung nach Bestandteilen unterscheidet man:

  • lithische Tuffe (Schlackentuffe, bestehen hauptsächlich aus Gesteinsfragmenten)
  • vitrische Tuffe (bestehen hauptsächlich aus Bims und Fragmenten vulkanischen Glases)
  • Kristall-Tuffe (bestehen hauptsächlich aus Einzelkristallen)

Bei der Unterteilung nach Zusammensetzung unterscheidet man dagegen nach Ähnlichkeiten in der Zusammensetzung mit anderen Gesteinen: so sind basaltische Tuffe Basalt ähnlich, während rhyolitsiche Tuffe Rhyoliten entsprechen. Auch andesitische oder dazitische Tuffe sind so als Begriff möglich.

Eine weitere Unterscheidung wird oft noch danach getroffen, ob es sich bei den Pyroklasten um sogenannte Fallablagerungen oder um Fließablagerungen handelt. Dieser Unterschied ist vor allem technisch von Bedeutung, da sich die individuellen Eigenschaften beider Varianten zum Teil sehr stark unterscheiden, insbesondere im Hinblick auf ihre Dichte und ihre Härte. Sogenannte Schmelztuffe aus vulkanischen Fließablagerungen werden dabei „Ignimbrite“ genannt.

Typische Eigenschaften

Weitaus die meisten Tuffe sind Weichgesteine, poröse Strukturen sind wegen der zahlreich auftretenden Gaseinschlüsse bei der vulkanischen Aktivität sehr häufig. Die Farbe von Tuff kann sehr unterschiedlich sein, typische Farbgebungen reichen von grau bis gelblich bis hin zu bräunlich und rötlich.

Vorkommen und Verwendung

Die Vorkommen finden sich überwiegend in Gebieten mit (früherer) vulkanischer Aktivität, wie etwa in der deutschen Eifelregion, auch rund um den bekannten Laacher See. Sehr bekannt aus der Eifel sind etwa der Ettringer Tuff oder der Weiberner Tuff. Auch in Sachsen gibt es bedeutende Vorkommen.

Vorkommen sind jedoch nicht auf die direkte Umgebung vulkanischer Aktivitäten beschränkt, bei einem Auswurf können als Auswurfprodukte feine Aschen aufsteigen und vom Wind sehr weit verweht werden und sich dann weit entfernt vom ursprünglichen Eruptionszentrum als Ablagerungen absetzen.

Tuffe wurden schon im Altertum gerne als Baumaterial verwendet, in manchen Gegenden wird er bis heute dafür eingesetzt. Steine aus Tuff werden auch als Mauersteine (Tuffziegel) eingesetzt. Auch für die Restaurierung und Erhaltung historischer Gebäude, die aus Tuffsteinen erbaut wurden, werden Tuffe benötigt.

Die Verwendung als Fassadenplatten ist ebenfalls möglich, vereinzelt wurden Tuffe wegen ihres zum Teil sehr guten Wärmespeichervermögens auch im Bereich des Ofenbaus eingesetzt. Auch für Bildhauer-Arbeiten haben Tuffe als Ausgangsmaterial immer noch eine gewisse Bedeutung, ebenso für die Anfertigung von sehr hochwertigen Hochbeeten für den Garten.

Tuffe dienen außerdem als Ausgangsmaterial bei der Herstellung bestimmter Trassmörtel für die Verlegung von Natursteinen.

Fazit

Wie schon Basalt sind auch Tuffe Überbleibsel von vulkanischen Ausbrüchen aus der Vergangenheit. Da vulkanische Aschen oft weit reisen und sich an weit entfernten Orten ablagern, können Tuffe auch dort entstehen, wo es ursprünglich keine direkte vulkanische Aktivität herrschte. Die Einteilung der Tuffe nach Gesteinstrümmern und Schmelzprodukten ist kompliziert, wegen der großen Vielfalt der Varianten aber auch wissenschaftlich und technisch nötig.

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