Marmor: Belag reinigen, sanieren, imprägnieren, versiegeln

Hier erfahren Sie, wie man Marmor reinigen, pflegen und sanieren kann. Wo Marmor entsteht, wofür er sich eignet und wie man ihn mit einer Marmorimprägnierung oder Marmorversiegelung optimal schützt. Sie erhalten zudem Produktempflehlungen und eine kostenlose Pflegeanleitung für Ihren Marmor.

  • Marmor - Reinigen Pflegen Sanieren
    Marmor - Reinigen Pflegen Sanieren

Definition: Was ist Marmor?

Marmor (altgriechisch für "glänzend") ist ein Carbonatgestein, das zu mindestens 50% Volumenprozent aus Calcit, Dolomit oder Aragonit besteht. Er zählt zu den metamorphen Gesteinen, die durch Hitze und Druck im Erdinneren entstehen. Ausgangsmaterial für diese Umwandlung ist meist der Kalkstein oder andere karbonatreiche Gesteinsarten. Mit einer Dichte von durchschnittlich 2,7 - 2,9 Gramm pro qcm  zählt der Marmor zu den weichen Gesteinen und wird auf der Härteskala von (1 - 10) mit 3 eingestuft.

Oft wird die Bezeichnung "Marmor" fälschlicherweise für Dolomite, Kalksteine oder Travertine verwendet, die kein oder nur wenig Karbonat enthalten und durch wenig Druck und niedrigere Temperaturen in ihrer Entstehung keine vollständige Kristallisation erfahren haben. Ein Beispiel hierfür ist der bekannte "Jura-Marmor" - ein polierfähiger Kalkstein, der zwar umgangssprachlich als Marmor bezeichnet wird, aber gesteinskundlich nicht als solcher gewertet werden kann.

Einen echten Marmor kennzeichnet so beispielsweise seine glitzernden Bruchstellen, an denen man ihn gut vom Kalkstein unterscheiden kann. Des weiteren sind Marmore wegen ihres kristallinen Aufbaus leicht transparent, was erkennbar wird, sobald  sie in Zentimeter dünne Platten geschnitten werden.

Farblich treten Marmore in den verschiedensten Varianten auf. Ihre meist weiße Grundfarbe kann durch Eisenoxide gelblich oder rötlich getönt sein. Ebenso findet man aber schwarzen, grünen oder rosa Marmor. Seine oft typische Strukturierung - bekannt als "Marmorierung"- erhält der Marmor aufgrund mineralischen Beimengungen. Graue Graphit-Fäden sind hierfür ein bekanntes Beispiel.

Gewonnen wird Marmor überwiegend in Europa, außerdem in der Türkei, in den USA und Kanada.

Bekannte Abbaugebiete und Handelssorten sind:

  • Griechenland ("Parischer Marmor", reinweißer "Thassos")
  • Italien ("Carrara-Marmor", "Laaser Marmor")
  • Deutschland ("Wunsiedler Marmor" im Fichtelgebirge)
  • Portugal (rosa Marmore, "Estremoz")
  • Türkei ("Prokonnesischer Marmor", "Marmara Marmor"

Wofür eignet sich Marmor?

Die Verwendung von Marmor ist ebenso vielfältig wie der elegante Stein selber. Ob als edle Wandverkleidung in öffentlichen Gebäuden, als beliebtes Material in der Bildhauerei oder im privaten Haushalt verbaut - Marmor  ist zeitlos und findet Verwendung in den verschiedensten Bereichen. Im Innenbereich  ist Marmor ein beliebtes Material für Treppen, Fensterbänke, Badamaturen, Fliesen, Küchen-Arbeitsplatten und natürlich den klassicher Steinboden. Als Letzterer eignet er sich besonders gut als Bodenbelag über Fußbodenheizungen, da Marmor ein ideales Speichermedium ist.

Im Außenbereich eignet sich Marmor sowohl für Grabsteine, Denkmäler, Statuen als auch beispielsweise für Terrassen. Wobei hierbei zu beachten ist, dass Marmor als Calcit besteht und somit säureempfindlich ist - polierte Werkstücke werden leicht von saurem Regen angegriffen und sind daher nicht zum Einsatz unter freiem Himmel zu empfehlen. Auch die Rutschfestigkeit bei Marmorböden ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, da insbesondere polierter Marmor sehr rutschig wird, wenn er nass wird. Sogenannte Rutschfestigkeitsklassen legen daher fest, ob sich ein Marmorboden für den Einsatz im privaten wie auch im gewerblichen Außenbereich eignet.

Nicht zuletzt wird Marmor in Pulverform sogar in Zahnpasta und Scheuermittel verarbeitet.


Häufige Verschmutzungen auf Marmor

Kommt Marmor im Freien zum Einsatz, finden sich darauf natürlicherweise oft organische Verschmutzungen wie der Bewuchs durch Schimmel, Algen, Moose, Pilze oder Flechten. Letztere treten oft als einfache "schwarze Flecken" in Erscheinung und sind nicht leicht als das zu identifizieren, was sie sind: Ein (oder mehrere) Pilze, die eine symbiotische Partnerschaft mit Photosynthese betreibenden Algen oder Bakterien eingehen und sich gerne auf basischen Steinen wie dem Marmor niederlassen.

Doch auch Verunreinigungen durch Rost oder Kupfer, Gummiabrieb oder eingetretener Kaugummi machen eine gründliche Reinigung notwendig. Ebenso verunstalten oft Reste von Putz- oder Verfugungsarbeiten sowie Farb- und Lackflecken den eleganten Stein.

Nicht zuletzt wird Marmor auch im Innenbereich beansprucht und Flecken durch Öle, Fette oder Kalk lassen sich in viel genutzten Räumen wie Küche oder Bad nicht immer vermeiden.

Kommt Marmor allerdings mit Säure in Berührung oder erfährt Beschädigungen wie Kratzer reicht eine bloße Reinigung nicht mehr aus, um den Schaden zu beheben. In diesen Fällen ist eine Sanierung unumgänglich.

 

Wie sollte man Marmor reinigen?

Wenn es um die Reinigung von Marmor geht, ist weniger grundsätzlich mehr. Da Marmor ein vergleichsweise weiches und kristallines Gestein ist, ist übermäßig nasse und aggressive Reinigung nicht zu empfehlen. Oberflächlichen Schmutz wie Staub entfernt man am besten mit kehren oder saugen. Dabei verwendet man am besten nur Besen mit weichen Borsten und beim Staubsauger ist darauf zu achten, unbedingt die Bürste auszufahen. Erfordert die Verschmutzung doch eine gründlichere Säuberung, sollte man nur feucht wischen, um Kalkablagerungen zu vermeiden. Diese machen den Marmor stumpf.

Ist es erforderlich, ein Reinigungsmittel einzusetzen, sind Spezialreiniger (zB von Lithofin) die richtige Wahl. Diese alkalischen Reiniger sind optimal auf die Bedürfnisse von Marmor abgestimmt und schaden ihm nicht zusätzlich. Marmor mag es mild, unbedingt zu vermeiden sind daher scharfe, stark scheuernde oder ätzende Reinigungsmittel. Speziell in Badezimmern ist von den typischen Badreinigern abzusehen. Sie basieren auf kalklösenden Substanzen wie Essig- oder Zitronensäure, die den Marmor angreifen.

Auch von schichtbildenden Reinigern ist abzuraten, da sie den Marmor "blind" machen, die Steinoberfläche verschmiert und glanzlos zurück lassen. Zudem sammeln sich in dem Reinigungsfilm Schmutzpartikel, die wie feines Sandpapier auf den Marmor wirken und ihn so langsam aber beständig beschädigen.

Wird Marmor (zB Terrasse) mit Hochdruck gereinigt, ist auch hier darauf zu achten, den Marmor nicht zu beschädigen. Ein zu starker Wasserdruck würde die Steinstruktur angreifen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, hier einen Fachmann hinzuzuziehen und die Steinfläche professionell reinigen zu lassen. Gerne machen wir Ihnen ein kostenloses und unverbindliches Angebot für die Marmorreinigung.


Was schadet Marmor?

Ein großer Feind des Marmors ist Säure. In jeglicher Form. Schon ein Weinfleck auf der Küchen-Arbeitsplatte kann den Marmor angreifen. Essig, Essigreiniger, Zitrone, und ähnliches bleicht Marmor aus, macht ihn stumpf und schäumt ihn gar auf. Der Kontakt mit säurehaltigen Substanzen ist auf jeden Fall zu vermeiden. Auch saurer Regen setzt Marmor über die Jahre hinweg zu. Gänzlich vermeiden lassen sich Flecken-Unfälle im Alltag freilich nicht - dann ist es wichtig, den verschütteten Saft, Ketchup oder Wein so schnell wie möglich wieder aufzuwischen, bevor der Marmor angegriffen wird.

Doch nicht nur chemische, sondern natürlich auch mechanische Einwirkung kann Marmor beschädigen. Besonders bei poliertem Marmor ist darauf zu achten, ihn nicht mit Scheuermitteln, Topfkratzern u.ä. zu bearbeiten. Dies führt zu matten Stellen und Kratzern im Stein.

Außerdem sind nicht alle Marmorarten frostfest, was beachtet werden sollte, bevor er im Außenbereich verarbeitet wird.


Wie kann man Marmorböden sanieren?

Marmorboden schleifen

Mit speziellen, schweren Schleifmaschinen werden je nach Beschädigungsgrad wenige Milimeter bis hin zu mehrern Zentimetern des Steins abgetragen, wodurch tieferliegende, intakte Schichten des Marmors an die Oberfläche kommen. Somit sieht ihr Marmor nach einer solchen Steinbodensanierung wieder aus wie neu.

Marmorboden polieren

Wird Marmor immer wieder aufpoliert, erhält das seinen natürlichen Glanz und frischt ihn auf, wenn er durch Beanspruchung des Steins verloren gegangen ist. Da Marmor ein weicher Stein ist, muss beim Polieren nicht mit allzu viel Druck gearbeitet werden.

Marmorboden kristallisieren

Als kalkhaltiger Stein bietet sich beim Marmor nach einer Sanierung oder einem Reinigungschliff eine Kristallisierung an. Durch chemische und mechanische Einwirkung wird die Steinoberfläche verdichtet, was eine widerstandsfähige und hochglänzende Oberfläche zur Folge hat.

Reinigungsschliff im Microschleifverfahren bei Marmorböden

Mit Diamant besetzte Stahlwollepads in unterschiedlicher Körnungen und einer Einscheibenmaschine kann ein Reinigungsschliff durchgeführt werden. Dadurch werden feine Kratzer aus der Steinoberfläche entfernt.


Marmor schützen: Marmor imprägnieren oder Marmor versiegeln?

Marmor imprägnieren

Direkt nach dem Verlegen von Marmor wird dieser in der Regel zum ersten Mal imprägniert. Das geschieht im besten Fall noch vor dem Verfugen. Die Imprägnierung zieht in den Stein ein, verleiht ihm eine wasser- und ölabweisende Eigenschaft und schützt den Stein so vor dem Eindringen von Schmutz. Dabei bildet die Imprägnierung keine Schicht auf der Steinfläche wodurch die Möglichkeit der Dampfdiffusion gegeben bleibt. Das bedeutet, Feuchtigkeit kann weiterhin ungehindert nach oben entweichen. Besonders bei Marmorböden, die auf Untergründen verlegt werden die Feuchtigkeit ziehen, ist dies sehr wichtig.

Je nach Beanspruchung des Marmors sollte die Imprägnierung  regelmäßig aufgefrischt werden, um die schützende Wirkung nicht zu verlieren. In Räumen wie beispielsweise der Küche oder dem Badezimmer darf das gerne jährlich geschehen.

Marmorimprägnierung: Unsere Produktempfehlung zum imprägnieren von Marmor

Im Innenbereich, kleine bis mittelgroße Flächen Fleckstop -W- und für Außenbereiche, Mittel- und Großflächen das Produkt Grundschutz -W- der Lithofin AG.


Marmor versiegeln

Im Gegensatz zum Imprägnieren, zieht die Versiegelung nicht gänzlich in den Stein ein, sondern bildet eine Schicht auf dem Steinboden. Die so entstehende Schmutz-Barriere schützt das Material vor Eindringen des Schmutzes, allerdings ist kein Feuchtigkeitstransport durch den Marmor mehr möglich. Eine Versiegelung ist deshalb nur zu empfehlen, wenn der Marmor auf Untergrund mit festem Verbund verlegt ist (zB. betoniert)

Wichtig zu beachten: Weder eine Imprägnierung noch eine Versiegelung kann eine Verschmutzung des Marmors verhindern. Sie schützen jedoch davor, dass der Schmutz ins Gestein eindringt bzw zeitverzögern diesen  Vorgangs. Es ist trotzdem wichtig, Flecken, Schmutz etc zeitnah vom Marmor zu entfernen um weitere Beschädigungen zu vermeiden.

Marmorversiegelung: Unsere Produktempfehlung zum versiegeln von Marmor

Von Lithofin AG - MN Versiegelung.

Marmor Pflegen:

Grundreinigung von Marmor

Die erste Grundreinigung beginnt beim frisch verlegten Marmor im Idealfall mit einer Imprägnierung noch vor dem Verfugen. Wird zu diesem Zeitpunkt auf die trockene Fläche ein geeignetes, wasserabweisendes Schutzmittel aufgetragen (zB. Lithofin MN Fleckstop), lässt sich der Fugenmörtel im Anschluss leichter entfernen. Nach dem Verfugen ist es wichtig, mit der Reinigung erst fortzufahren, wenn der Fugenmörtel ausreichend getrocknet und augehärtet ist. Erst dann kann mit der eigentlichen Grundreinigung begonnen werden. Dabei ist die jeweilige Beschreibung des angewendeten Reinigers zu beachten, im Allgemeinen ist jedoch folgende Vorgehensweise beschrieben:

  • groben Schmutz wie Sand mit einem Besen entfernen
  • das Reinigungsprodukt laut Andwendungsinformation mit Wasser verdünnen und auf der Marmorfläche auftragen
  • den Reiniger gegebenfalls einwirken lassen, dabei jedoch eine Antrocknung vermeiden
  • mit einem Schrubber, Reinigungspad oder Wischmop die Verschmutzungen von der Oberfläche lösen
  • den Schmutz mit einem Putztuch oder Schwamm aufnehmen und mit klarem Wasser gut nachwaschen
  • verbliebene Restfeuchtigkeit bzw Wasserpfützen entfernen und die Marmorfläche vor dem Betreten oder nachfolgenen Pflegeschritten gut trocknen lassen

Grundsätzlich wird eine Grundreinigung immer nach dem Verlegen der Steinfläche  sowie als Vorbereitung zu einer Imprägnierung oder Versiegelung durchgeführt. Nicht zuletzt jedoch auch bedarfsgerecht bei stärkerer Beanspruchung und Verschmutzungen (zB. beim jährlichen Frühjahrsputz).

Soll auf die Grundreinigung eine Schutzbehandlung folgen, stehen dafür je nach Marmorart verschiedene Produkte zur Verfügung. Eignen sich für Antik-Marmor beispielsweise wachshaltige Schutzmitttel, ist bei poliertem Marmor aufgrund des schichtbildenden Effekts darauf zu verzichten. Auch die optische Komponente ist ausschlaggebend für die Wahl des passenden Produktes. Soll eine farbvertiefende Wirkung erzielt werden? Ist ein mattes oder hochglänzendes Finish gewünscht?

Gemein ist der Schutzbehandlung jedoch folgendes: sie schützt den Marmorstein davor dass Verschmutzungen eindringen, vereinfacht so die Fleckentfernung und erleichtert die alltägliche Unterhaltsreinigung und Pflege.

Marmorgrundreiniger: Produktempfehlung zum grundreinigen von Marmor

MN Grundreiniger

Unterhaltsreinigung von Marmor

Unter Unterhaltsreinigung versteht man die normale Reinigung und Sauberhaltung des Marmors im Alltag, sowie regelmäßige Pflegebehandlungen. Bei durchschnittlicher Beanspruchung reicht es, die Marmofläche regelmäßig feucht zu wischen. Dabei empfiehlt es sich, gleich beim Wischvorgang spezielle Reinigungsprodukte zu verwenden. Der Reinigungs- und Pflegevorgang geschieht somit in einem Aufwasch.

Unser Tipp: die Lithofin MN Wischpflege. Gelegentlich ersetzt durch Lithofin MN Glanzpflege, um polierte Flächen zu erhalten und aufzufrischen - und der natürliche Glanz des eleganten Marmors bleibt über Jahre hinweg erhalten.

Marmorunterhaltsreiniger: Unsere Produktempfehlung

Marmorwischpflege und Marmorglanzpflege für eine optimale Unterhaltsreinigung

Intensivreinigung von Marmor

Eine Intensivreinigung von Marmorflächen ist immer dann notwendig, wenn der Stein sehr stark verschmutzt ist und eine Grundreinigung oder Unterhaltsreinigung nicht mehr ausreicht. Eine derart intensive Reinigung von Marmor erfolgt mittels Spezialreinigern und Reinigungsmaschinen für Profis. Gerne erstellen wir Ihnen hierfür ein kostenlose und unverbindliches Angebot.


Kosten für das Marmor reinigen, pflegen und sanieren

Die Kosten für das Imprägnieren, Versiegeln, Pflegen, Sanieren, Schleifen, Polieren und Kristallisieren von Marmor fallen je nach Dienstleistung und dessen Aufwand sehr unterschiedlich aus. Ein Richtmaß für einige der aufgezeigten Leistungen bietet unsere Preisliste.


Rating: 5.0/5. Von 3 Abstimmungen.
Bitte warten...