Granitmehl

Granitmehl
Granitmehl

Nicht nur im Gartenbau, sondern mittlerweile auch weithin in der biologischen Landwirtschaft sind Gesteinsmehle (auch „Urgesteinsmehl“ oder Steinmehl genannt) heute nicht mehr wegzudenken.

Die Steinmehle aus vulkanischen Gesteinen (also erhärteter Lava) lockern nicht nur die Krümelstruktur des Bodens auf, sondern fördern durch ihre mineralischen Inhaltsstoffe eine gesunde und reiche Bodenstruktur und verbessern die Qualität des Humus enorm. Auch die Versorgung des Bodens mit wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen (z. B. Aluminiumoxid, Molybdän) wird durch die Anwendung von Gesteinsmehl sichergestellt.

Daneben gibt es noch spezielle Anwendungsbereiche, oft auch gemischt mit Lehm oder Tonmehl. Auch als Fugensand (die einfachere, aber ebenfalls wirksame Alternative zum Vermörteln von Pflasterfugen) können Steinmehle eingesetzt werden, ebenso zur natürlichen, unbedenklichen Unkrautbekämpfung.

Besonderheiten von Granitmehlen

Granitmehl ist dabei neben Basaltmehl und Diabasmehl ein in der Landwirtschaft und im Gartenbau eher selten eingesetztes Steinmehl. Die Besonderheit von Granitmehl unter den üblicherweise verwendeten Urgesteinsmehlen ist dabei sein Reichtum an Quarz (SiO2, Siliciumdioxid) und wertvollen Silizium-Verbindungen (Silikate, die Salze der Kieselsäure). Daneben enthält es auch

  • Kalium (rund 5 %)
  • Calcium (bis zu 8 %) und
  • Magnesium (geringe, wechselnde Anteile)

Damit eignet es sich besonders zum Einsatz auf kalkreichen Böden (dabei sollten besonders calciumarme Granitmehl-Produkte verwendet werden). Granit- und Basaltmehl werden auch überwiegend zum „Absäuern“ stark alkalischer Böden verwendet. Durch diesen Effekt sind beide – sowohl Basalt- als auch Granitmehl – eine wertvolle Kompostzugabe, die die Umsetzung zu Humus deutlich beschleunigt.

Die hohe Menge an Silicium-Verbindungen (bis zu 65 % Gesamtanteil) hilft dabei Pflanzen auch, widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten zu werden. Die für viele Böden wichtige Eisenversorgung kann über Granitmehl allerdings nicht sichergestellt werden.

Herstellung

Wie die meisten Urgesteinsmehle wird Granitmehl als Handelsprodukt heute vorwiegend künstlich (durch Zermahlen in Steinmühlen) hergestellt, es kommt aber in der Natur auch aufgrund natürlicher Entstehung (überwiegend durch Gletscherabrieb) vor.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Das direkte Bestreuen von Pflanzen verhindert sehr wirksam den Schädlingsbefall – Schädlinge fühlen sich auf den Gesteinskörnern alles andere als wohl und bleiben dann oft weg.

Auch als Fugensand eignet sich Granitmehl ebenso wie Basaltmehl, wobei letzteres aber meist besser funktioniert. Durch das Einkehren in Pflasterfugen wird das Unkrautwachstum sehr stark gebremst, da es nur wenige Pflanzen schaffen, sich durch die Schicht aus Mehl zu arbeiten.

Um den sehr strengen Geruch von Pflanzenjauchen etwas zu mindern, ist das Einrühren von Gesteinsmehlen häufig ein guter Tipp. Basaltmehl eignet sich für diesen Zweck zwar etwas besser, Granitmehl kann man dafür aber problemlos ebenfalls verwenden.

Richtige Anwendung

Vor der Anwendung (auch im Garten) sollte unbedingt eine Bodenanalyse vorgenommen werden. Nur auf diese Weise lässt sich ermitteln, ob der Boden eher sauer oder basisch ist und welche Spurenelemente und Nährstoffe dem Boden am meisten fehlen – dementsprechend kann man dann ein passendes Gesteinsmehl auswählen. Vor allem bei großflächigem Einsatz sind sie Auswirkungen auf den Boden-pH-Wert nicht zu unterschätzen.

Lavamehl eignet sich besonders für Rasen und enthält eine etwas größere Menge an Spurenelementen als andere Arten von Gesteinsmehlen und unterstützen dabei auch häufig den Dünger, ebenso wie das (etwas teurere) Zeolithmehl. Die erforderliche Düngemenge kann dadurch etwas reduziert werden.

Auf eine möglichst geringe Korngröße sollte man darüber hinaus beim Kauf immer achten, je kleiner sie ist, desto besser ist die Wirkung. Eine Sofortwirkung sollte man überdies in keinem Fall erwarten – die Wirkung entfaltet sich eher langfristig, da das gemahlene Gestein erst vollständig verwittert sein muss, bevor es pflanzenverfügbar ist. Bei vielen Produkten zeigt sich aber – speziell bei stark alkalischen oder übersäuerten Böden – oft durchaus schon nach wenigen Wochen eine Wirkung.

Das Einarbeiten in den Boden sollte man vor allem im Frühjahr vornehmen, den Kompost kann man das ganze Jahr über damit versorgen. Ausbringen kann man Gesteinsmehle entweder von Hand oder mit dem Streuwagen, speziell bei Gehölzen kann es auch dem Gießwasser zugegeben werden, wenn man die Pflanzen gießt.

Fazit

Gesteinsmehle erfüllen eine wichtige Funktion, um die Bodengesundheit und die Versorgung des Bodens mit wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen sicherzustellen, daneben können sie auch den Boden-pH-Wert sehr wirksam und auch langfristig ausgleichen. Zudem kann man sie auch für viele andere Zwecke (natürliche Schädlingsbekämpfung, als Kompostbeschleuniger, oder als Geruchsverminderer bei Pflanzenjauchen) einsetzen.

Granitmehl ist dabei eine eher selten verwendete Variante unter den Urgesteinsmehlen, kann aber durch seinen besonders hohen Gehalt an Silizium-Verbindungen einen wertvollen Beitrag zur Pflanzengesundheit leisten. Zuvor sollte man allerdings den Boden-pH-Wert ermitteln lassen, Granitmehl dient speziell zum Absäuern von stark basischen Böden, auf sauren oder gar bereits versauerten Böden sollte man es dagegen nicht einsetzen.

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