Lithiumwasserglas

Bei Lithiumwasserglas handelt es sich in der Ausgangsform des Produkts um eine wässrige Lösung von glasartigen Lithiumsilicaten. Nach dem Auftragen der Lösung verdunstet das Wasser daraus und es bildet sich eine Schicht aus nicht mehr wasserlöslicher Kieselsäure.

Im Bereich der Wasserglas-Produkte gibt es neben dem Lithiumwasserglas auch noch Kaliwasserglas und Natronwasserglas, die ungefähr vergleichbare Eigenschaften haben.

Verwendung von Wasserglas

Nach seiner Entdeckung war die hauptsächliche Anwendung von allen Wasserglas-Arten das Schützen von Holz vor Feuer. Mit Wasserglas bestrichenes Holz ist deutlich schwerer entflammbar, dadurch konnte in besonders brandgefährdeten Bereichen wie in Theatern (Bühnenbilder, Bühnenkonstruktion, Gerüste) aber auch im Haushalt (Dachböden) das Ausbrechen von Bränden wirkungsvoll verhindert werden.

Heute wird Wasserglas vielfach im Bereich der Industrie eingesetzt:

  • in der Keramikherstellung
  • als Klebemittel
  • als Stabilisierungsmittel
  • in Farben auch als Bindemittel
  • in Waschmitteln (Korrosionsschutz metallener Waschmaschinenteile)

In der ökologischen Landwirtschaft wird Wasserglas auch als Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt, in der Forschung verwendet mann es zur Herstellung von Nährmedien für Bakterien. Dabei kommen jeweils unterschiedliche Arten von Wasserglas (Lithiumwasserglas, Kaliwasserglas oder Natronwasserglas) zum Einsatz.

Die weitaus wichtigste und häufigste Anwendung findet Wasserglas vor allem im Baubereich. Wasserglas lässt sich verwenden, um Putze und Mauerwerk sehr wirksam abzudichten und Natursteinoberflächen im Außenbereich besser wetterfest zu machen (durch eine Verkieselung der Oberfläche).

Bei Beton und Estrich wird Wasserglas daneben eingesetzt, um die Oberflächenporen vollständig zu verschließen und damit die Verschleißfestigkeit deutlich zu erhöhen und die Wasseraufnahme des Betons oder Estrichs sehr stark zu verringern.

Im Innenbereich kann man Wasserglas zudem einsetzen, um Fliesen zu kleben oder schimmelhemmende Farbe herzustellen. Im Bereich des Holzschutzes (sowohl allgemeiner Holzschutz als auch traditionelle Brandschutz-Anwendung) kommt Wasserglas bis heute ebenfalls noch zum Einsatz.

Lithiumwasserglas, Kaliwasserglas und Natronwasserglas

Zur Stabilisierung und Verfestigung von Putzen und zum Durchführen einer Verkieselung bei Naturstein-Oberflächen kann man sich zwischen Kali- und Lithiumwasserglas entscheiden. Für die Herstellung von Farben eignet sich dagegen nur Kaliwasserglas.

Natronwasserglas eignet sich für diese Zwecke nicht, da es sich nach einiger Zeit auflöst. Von den beiden Alternativen ist Lithiumwasserglas die deutlich teurere Variante, bietet aber um einiges bessere Eigenschaften als Kaliwasserglas. Es ist weniger wasserlöslich und weniger alkalisch als Kaliwasserglas und dringt durch seine niedrigere Viskosität deutlich tiefer in das zu behandelnde Material ein und verteilt sich gleichmäßiger, wodurch die Wirkung der Schutzmaßnahme deutlich erhöht wird.

Die unterschiedlichen chemischen Eigenschaften führen auch zu einer insgesamt wirksameren Abdichtung bei der Verwendung von Lithiumwasserglas, bei gleichzeitig deutlich verringerten Gefahr von Oberflächenschäden und Rissbildungen bei verschiedenen Untergründen im Vergleich zu Kaliwasserglas.

Bei der Anwendung zu beachten

Wasserglas bekommt man problemlos bei vielen Farbenherstellern. Bei der Anwendung sind aber immer unbedingt entsprechende Schutzmaßnahmen (mindestens Schutzbrille und Handschuhe) zu treffen. Das vom Hersteller angegebene Verdünnungsverhältnis für die Anwendung ist unbedingt einzuhalten.

Für die Putzfestigung von Lehmputzen im Innenbereich sollte ausschließlich Lithiumwasserglas verwendet werden, um Ausblühungen (bei Kaliglas möglich) zu vermeiden. Bei dieser Variante wird auch das Abrieseln von Putzkörnchen (Abfegen reicht meist nicht) noch deutlich besser verhindert, weil die Verfestigung wirksamer ist. Die Diffusionsfähigkeit (Wasserdampfdiffusion) wird dabei nicht beeinträchtigt. Auch bei der Natursteinrestaurierung ist die Lithium-Variante unbedingt vorzuziehen. Sie muss immer bis zur erkennbaren Sättigung des Untergrunds aufgestrichen werden.

Auch für alle anderen unbehandelten mineralischen Putzoberflächen ist die Lithium-Variante zur Putzverfestigung das Mittel der Wahl. Ein weiterer Schutzanstrich ist prinzipiell nach der Trocknung nicht erforderlich, die Beschichtung mit Wasserglas ist auch vergilbungsfrei. Auf Wunsch können jedoch so gut wie alle Farbsysteme nach dem Trocknen auf der Wasserglas-Schicht angewendet werden. Ein Grundieren ist nicht erforderlich, die Oberflächenschicht ist problemlos überarbeitbar.

Für die Farbenherstellung und insbesondere auf Naturharzdispersionen darf Lithiumwasserglas keinesfalls eingesetzt werden. Es darf zudem nicht in verzinkten Behältnissen oder in Behältnissen aus Aluminium gelagert werden.

Fazit

Seit seiner Entdeckung als Brandschutzmittel für Holz und als Mittel zum Haltbarmachen von Eiern haben sich zahlreiche weitere Anwendungen für Wasserglas gefunden. Die wichtigsten Einsatzgebiete liegen heute im Baubereich, wo man Wasserglas zur Verfestigung von Putzen, zum Erhöhen der Abriebfestigkeit und der wasserabweisenden Eigenschaften von Beton und Estrich und zum Schützen von Natursteinoberflächen anwendet. Das teurere Lithiumwasserglas bietet dabei gegenüber dem kostengünstigeren Kaliwasserglas einige entscheidende Vorteile.

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