Glimmerschiefer

Beim Glimmerschiefer handelt es sich nicht um ein bestimmtes Gestein, sondern um einen Sammelbegriff für eine ganze Gesteinsgruppe. Glimmerschiefer sind Metamorphite mit der für sie typischen Schieferung und einer ganz bestimmten Zusammensetzung. Im Englischen wird diese Gruppe von Tonsteinen Mica Schist genannt, was auch dort klar auf die schiefrige Textur verweist.

Sie sind Gneis relativ ähnlich, weisen im Gegensatz zu den Gneisen ein vor allem tonhaltiges Ausgangsgestein und einige nur für sie typische Mineral-Vorkommen auf. Wegen dem tonigen Ausgangsgestein ordnet man sie gemeinsam mit dem Phyllit in die Gruppe der Metapelite oder Metapsammite ein, je nach Korngröße (Metapsammite sind grobkörnige Tonschiefer-Gesteine mit größerer Korngröße aus Grobschluff und Grobsand, im Gegensatz zu den feinkörnigeren Metapeliten).

Typische Zusammensetzung

Typisch ist ein sehr hoher Anteil an Schichtsilikaten wie Muskovit oder Biotit, der immer über 50 % liegt. Feldspat kommt dagegen nur in sehr geringen Mengen von typischerweise deutlich unter 20 % vor. Enthalten ist auch häufig Quarz, Granat Staurolith, Turmalin und Disthen.

Die enthaltenen Gemengteile verwendet man dann auch, um Untergruppen zu bilden, wie etwa Granat-Glimmerschiefer oder Staurolith-Glimmerschiefer.

Aussehen

Die meisten Glimmerschieferarten bewegen sich farblich zwischen Hellgrau und Dunkelgrau, je nach Verwitterungsgrad kann sich die Farbe oft auch in Richtung bräunlich oder rötlich ändern. Auffällig ist das mittlere bis grobe Gefüge, bei dem die einzelnen Mineralkörner fast immer bereits mit bloßem Auge erkennbar sind. Dadurch kann man auch gut zwischen Glimmerschiefern und Phylliten differenzieren, da Phyllite immer deutlich geringere Korngrößen aufweisen, die mit freiem Auge nie sichtbar sind.

Entstehungsweg

Als Metamorphite (metamorphes Gestein) entstehen Glimmerschiefer durch Umwandlung (Metamorphose) von andersartigen Ausgangsgesteinen, wobei der hauptsächliche Mineralbestand allerdings weitgehend gleichbleibt. Bei den Glimmerschiefern sind die Ausgangsgesteine meist Tonsteine oder tonige Sandsteine, die durch die Einwirkung von Hitze und Druck im Erdinneren innerhalb geologischer Zeitspannen langsam umgewandelt werden.

Verwendung

Die meisten Glimmerschieferarten werden wegen ihrer Textur heute überwiegend als Baumaterial, vor allem für Bodenbeläge, verwendet. Ein großer Vorteil liegt dabei darin, dass solche Bodenbeläge durch die geschieferte Oberfläche eine natürliche Rutschfestigkeit bieten.

Einen guten Ruf erwarben sie sich über das gesamte Mittelalter hinweg, wo sie sehr häufig zu Mühlsteinen verarbeitet wurden. Gegenüber anderen Mühlsteinen zeichneten sich die Glimmerschiefervarianten durch einen nur sehr geringen Nachschärfbedarf aus, was zu wirtschaftlichen Vorteilen führte.

Hauptsächliche Vorkommen

Sehr bekannt und für ihre Qualität geschätzt sind die deutschen Vorkommen aus dem Taunus. Daneben kommen viele Glimmerschiefer auch aus Norwegen oder der Schweiz.

Reinigung, Pflege und Behandlung

Bei allen Schiefer-Varianten ist eine Imprägnierung noch mehr ratsam als bei anderen Natursteinen. Die Imprägnierung schützt den Stein vor dem Eindringen von Schmutz und Wasser und verhindert wirksam die Bildung unschöner Flecken, die sonst schwierig zu entfernen wären. Auch gegen Verkratzen muss man Schiefer besonders schützen, da alle Schiefervarianten in diesem Punkt sehr empfindlich sind.

Bei der Alltagspflege sollte man unbedingt auf Reinigungsmittel setzen, die sowohl säurefrei als auch tensidfrei sind. Aggressive Reinigungsmittel anderer Art sollten auf Schiefer ebenfalls nie eingesetzt werden. Sie können sehr schnell zu deutlich sichtbarem Ausbleichen an manchen Stellen führen.

Am besten verwendet man als Reinigungsmittel (und auch für die Pflege) ausschließlich spezielle Natursteinreiniger, die auf die individuellen Bedürfnisse von Schiefer abgestimmt sind. Farbtonvertiefende Pflegemittel können bei Glimmerschiefern besonders gut eingesetzt werden und bringen den Charakter des Steins oft noch deutlich besser zur Geltung. Auch Schieferöl ist eine gute Option für die Pflege.

Fazit

Glimmerschiefer gibt einen besonders augenfälligen und lebendigen Bodenbelag. Über die kleinen Empfindlichkeiten, die bei Glimmerschiefer genauso wie bei anderen Schieferarten gelten, kann man dann gern hinwegsehen. Wer einen Stein mit besonderem Mineralbestand wählt, bekommt damit dann oft auch ein sehr individuelles und attraktives Design für seine Wohnräume.

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