Wassersandstrahlen

Sandstrahlen ist eine abrasive Oberflächenbehandlung, mit der unerwünschte Schichten auf Oberflächen (Schmutz, Rost, alte Lackschichten oder andere Beschichtungen und Verschmutzungen) abgetragen werden können. Dafür wird zum Entfernen der unerwünschten Schicht ein Strahlmittel (z. B. Korund) mit hohem Druck von einem Sandstrahlgerät auf die Oberfläche geblasen. Trotz der Bezeichnung kommt Sand heute innerhalb Europas wegen der bestehenden Gesundheitsgefahren als Strahlmittel nicht mehr zum Einsatz, sondern nur noch gesundheitlich unbedenkliche Strahlverfahren.

Beim Wassersandstrahlen (Nassstrahlen) ist das Strahlmittel in einen Hochdruckwasserstrahl eingebettet. Das hat den Vorteil, dass das Strahlmittel gebunden bleibt und nach dem Entfalten seiner Wirkung vom Wasser weggeschwemmt wird. Damit wird auch die Staubentwicklung während des Strahlvorgangs selbst beim Einsatz von Strahlmitteln mit sehr feiner Körnung vermieden.

Die notwendige Reinigung nach dem Strahlvorgang gestaltet sich sehr einfach, es muss nur das abgeleitete Wasser aufgefangen und gefiltert werden. Das aus dem Schmutzwasser herausgefilterte Strahlmittel kann danach wiederverwendet werden.

Für das Wassersandstrahlen sind Geräte nötig, die einen Hochdruckwasserstrahl (oder bei Bedarf einen Höchstdruckwasserstrahl) erzeugen können. Im einfachsten Fall ist das ein gewöhnlicher Hochdruckreiniger mit Spezial-Ausrüstung, es gibt aber auch spezialisierte (und deutlich leistungsfähigere) Geräte für das Nassstrahlen.

Sonderverfahren beim Nassstrahlen

Um ein Strahlgut mit empfindlicher Oberfläche behandeln zu können, kommen in manchen Fällen Spezialverfahren zum Einsatz. Niederdruck-Wirbelstromverfahren wie das JOS-Verfahen oder das MEOS-Verfahren arbeiten einerseits mit sehr geringem Druck (ab rund 0,1 bar), andererseits wird der aus der Düse austretende Wasserstrahl mit dem enthaltenen Strahlmittel in rotierende Bewegung versetzt und das Strahlmittel damit nicht mehr in gerader und direkter Linie auf die zu behandelnde Oberfläche des Strahlguts (zu behandelndes Produkt) auftrifft. Damit ist das Verfahren deutlich weniger abrasiv (schichtenabtragend) als andere Strahlverfahren und schont empfindliche Oberflächen.

Einsatzbereiche für das Wassersandstrahlen

Das Wassersandstrahlen eignet sich als Verfahren nicht für alle Einsatzgebiete. Im Vergleich zu gewöhnlichen (Druckluft-)Strahlverfahren ist seine Wirkung deutlich geringer, für manche Anwendungen daher auch zu gering.

Eine sehr gut geeignete Methode ist das Wassersandstrahlen für folgende Einsatzbereiche:

  • für die Reinigung sehr weicher Oberflächen
  • für die einfache Reinigung von Fassaden, Böden und Mauern
  • für die schonende Reinigung von hochwertigen Natursteinen
  • für die Reinigung von Gehwegen, Pflastersteinen, Betonplatten (z. B. auf der verschmutzten Terrasse)
  • für das Entfernen von Verschmutzungen an Deko-Gegenständen im Garten (Pflanzenkübel aus Stein, Statuen, Steinbrunnen, etc.)
  • für das schnelle Entlacken und Entfernen von Beschichtungen

Geeignete Geräte

Hochwertige Hochdruckreiniger von Markenhersteller können meist ganz einfach mit dem zum Wassersandstrahlen benötigten Zubehör (s.g. Nassstrahlsets für Hochdruckreiniger) nachgerüstet und so schon recht professionell eingesetzt werden.

Gegebenenfalls kann auch mit No-Name-Zubehörteilen nachgerüstet werden, sofern diese passen. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass das so geschaffene System auch wirklich problemlos funktioniert und die gewünschte Wirkung überhaupt erzielt werden kann.

Als Strahlmittel eignet sich in vielen Fällen kostengünstiger Granatsand, den man auch im Baumarkt bekommt. Für einige Aufgabenstellungen wird man aber möglicherweise auf spezielle Strahlmittel (z. B. Schlacke, spezielle Kunststoffstrahlmittel) zurückgreifen müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Auswahl der Körnung sollte sich immer nach der Art der Aufgabe richten, für verschmutzte Bodenflächen und Fassaden kann man meist gröbere Körnungen verwenden (etwa Körnung 0,8).

Einige Aufgaben lassen sich nur mit professionellen Nassstrahlgeräten wirklich erfolgreich bewältigen. In diesem Fall sollte man gegebenenfalls das Leihen eines professionellen Geräts samt Nassstrahlset in Betracht ziehen.

Zu beachtende Punkte

Sehr wichtig ist der Eigenschutz: Wassersandstrahlen ist zwar für die Oberfläche ein meist schonendes Verfahren, dennoch besteht für den Ausführenden selbst immer noch Verletzungsgefahr durch das Strahlmittel. Auf geeignete Schutzkleidung sowie Schutzbrille und Schutzhandschuhe darf deshalb keinesfalls verzichtet werden. Sind Schimmelbeläge vorhanden (oder werden sie auch nur vermutet) ist ein ausreichend wirksamer Atemschutz unverzichtbar. Asbesthaltige Flächen (z. B. älteres Eternit) darf man auf diese Weise überhaupt nicht reinigen (extreme Gesundheitsgefahr!).

Die anfallende Schmutzwassermenge darf nicht einfach in die Kanalisation geleitet werden. Das ist verboten, an vielen Orten gelten für die Entsorgung des anfallenden Schmutzwassers strenge Auflagen. Zumindest das Strahlmittel muss immer komplett entfernt werden (auch wenn es sich nur um Granatsand handelt), in vielen Kommunen ist aber auch eine weitergehende Filterung des anfallenden Schmutzwassers vorgeschrieben. Hier sollte man sich zuvor unbedingt bei der eigenen Gemeinde über die geltenden Regelungen informieren.

Selber machen oder Profi beauftragen?

Sowohl der verwendete Druck als auch das verwendete Strahlmittel und seine Körnung müssen immer genau an die jeweilige Aufgabenstellung angepasst sein. In vielen Fällen wird man bei empfindlichen Oberflächen auch auf schonende Spezialverfahren ausweichen müssen. Die Einstellung von Wasserdruck, Strahlmittelmenge und die richtige Vorgehensweise beim Strahlen erfordern viel Fachwissen und Erfahrung – über die gewöhnlich nur erfahrene Profis verfügen.

Macht man dabei Fehler, kann man Oberflächen schnell unwiderruflich zerstören und immensen Schaden anrichten. Wie empfindlich Oberflächen sind und welchen Druck sie noch aushalten, sieht man vielen Oberflächen nicht auf den ersten Blick an. Bevor man mit allzu forscher Vorgehensweise schweren Schaden verursacht, sollte man die Arbeiten lieber erfahrenen Profis überlassen, die dann auch für eine wirklich umweltschonende und in jedem Punkt Vorschriften gerechte Reinigung sorgen können. Das ist in jedem Fall besser als unsachgemäße Selbstversuche.

Fazit

Sandstrahlen mit Wasser als druckübertragendes Medium, also Wassersandstrahlen, ist eine häufig sehr schonende Methode, um Oberflächen wie Naturstein, Gehwege, aber auch Mauern und Fassaden wirksam und relativ „sauber“ zu reinigen. Die Abstimmung aus Wasserdruck, eingesetztem Strahlverfahren, verwendeten Strahlmittel und passender Strahlmittelkörnung ist aber eine sehr komplizierte Sache, die meist nur Profis wirklich sicher beherrschen. Ihnen sollte man solche Aufgaben am besten auch überlassen, bevor man unversehens schweren Schaden anrichtet oder Umweltschäden verursacht.

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