Charnockit

Charnockit ist ein granitähnliches, magmatisches Gestein. Das erste geologisch erkannte Vorkommen war eine Gesteinsformation in Indien rund um den St. Thomas Mount, wo auch die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte. Seinen Namen erhielt das Gestein dabei in Erinnerung an den Gründer der indischen Stadt Kalkutta, Job Charnock, der in einem Mausoleum aus ebendiesem Gestein bestattet liegt.
Unterschiede zum Granit
Charnockit ist dem Granit in vielem zwar recht ähnlich, im Mineralbestand dabei aber abweichend. Die im Granit vorkommenden Minerale Biotit und Amphibol sind beim Charnockit nicht vorhanden, stattdessen finden sich Pyroxene (oft Hypersthen oder Orthopyroxen), daneben Quarz, Plagioklas und Alkali Feldspate. Hornblende und Glimmer fehlen bei Charnockiten. Auffällig ist vor allem die honiggelbe oder grünliche Färbung der Kalifeldspate.
Sehr lange ordnete man in der Petrologie Charnockite den Graniten zu – trotz der bestehenden Unterschiede – mittlerweile hat sich allerdings die Auffassung durchgesetzt, dass Charnockite nicht magmatischen Ursprungs sind, sondern teilweise auch durch Aufschmelzung aus umgebenden metamorphen Gesteinen unter hohen Temperaturen (bis zu 900 °C) und hohem Druck (bis zu 6 kbar) in sogenannten Granulit-Arealen entstehen. Bei diesem Prozess werden an den Grenzen der Mineralkörner viele mikroskopisch feine Minerale ausgefällt, unter anderem Graphit.
Bei empfindlichen Steinflächen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. So vermeiden Sie Schäden durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.
Die Vorkommen beschränken sich auf Afrika, Teile Südamerikas, Indien und die Antarktis, dort vor allem in stark erodierten, präkambrischen Grundgebirgen. Auf unserem Kontinent gibt es nur sehr kleine Vorkommen in Skandinavien. In den sogenannten AMCG-Plutonen (Anorthosit-Mangerit-Charnockit-Granit) wie etwa auf den norwegischen Lofoten treten Charnockite als feste Bestandteile eines Systems auf.
Verwendung
Als Grabsteine waren Charnockite vor allem in früheren Jahrzehnten ein beliebter Stein, heute haben sie zunehmend weniger Bedeutung. Wegen ihrer Frostbeständigkeit, ihrer Säurebeständigkeit und ihrer Polierfähigkeit werden Charnockite heute noch gelegentlich als Werkstein verwendet, eine Verwendung als Naturstein ist allerdings generell selten.
In den Abbaugebieten wird er heute noch im Straßenbau verwendet, auch bei uns war er zumindest in einigen Gegenden bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts noch gelegentlich als Pflasterstein zu sehen, meist die schwedischen Varianten.
Bekannte Natursteinsorten sind heute der Verde Ubatuba aus Brasilien, aus dem auch der Sockel der berühmten Christus-Statue in Rio gefertigt ist, der Blue Star aus Indien und der Jos Dark Green aus Nigeria. Als einzig europäische Sorte ist nur der Varberg aus Schweden von einiger Bekanntheit.
Bei empfindlichen Steinflächen oder unklarem Untergrund sollten Sie Material, Zustand und das geeignete Verfahren vor der Behandlung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. So vermeiden Sie Schäden durch ungeeignete Reinigungs- oder Pflegemittel.
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Fazit
Durch die relative Ähnlichkeit zum Granit mag dem Charnockit die wirkliche Berühmtheit vorenthalten worden sein, tatsächlich ist es aber ein sehr faszinierender Stein, der sicherlich zu mehr als nur zu Grabsteinen taugt. Mit seinen Eigenschaften ist er auch im Außenbereich und als Werkstein eigentlich gut geeignet.

