Obsidian

Obsidian Vorkommen in der Landschaft
Obsidian Vorkommen in der Landschaft

Das schwarze, glasartige, amorphe Gestein (Gesteinsglas) hat Menschen schon seit frühesten Zeiten fasziniert: der Obsidian. Schon in der Steinzeit gehörte Obsidian zu den begehrtesten Ausgangsstoffen für die Werkzeugherstellung. Messer-Liebhaber schätzen noch bis heute die sehr harten, extrem scharfen und schnitthaltigen Klingen aus Obsidian.

Entstehung von Obsidian

Die glasartige Struktur des Obsidians entsteht beim raschen Abkühlen von besonders zähflüssiger Lava mit geringen Wasseranteilen (meist rund 3 % bis 4 %). Für die Entstehung von Bims (Bimsstein) mit seinen typischen Löchern, die von Gasblasen verursacht werden, ist der Wasseranteil dabei zu gering und so entsteht bei raschem Abkühlen der Lava ein glasartiges Gefüge ohne richtige Kristallisation (chaotisches, richtungsloses Gefüge).

Liegt der Wassergehalt höher, entsteht Pechstein, der zwar ebenfalls vulkanisches Glas ist, aber leicht abweichende Eigenschaften (Farbigkeit, Einsprenglinge, oft porphyrisches Gefüge) aufweist.

Typische Eigenschaften

Obsidiane haben nahezu immer einen sehr hohen Kieselsäuregehalt (die Kieselsäure macht die Lava erst zähflüssig). Die Farbe ist häufig schwarz, einige Obsidiane können aber auch dunkelgrün auftreten. Braune und rötliche Färbungen sind möglich, aber selten. Sie entstehen durch fein verteilte Hämatit- und Magnetit-Minerale. Bei weitem seltener sind phonolithische Obsidiane – diese enthalten nur sehr wenig Kieselsäure.

Obsidiane sind relativ hart (Mohs-Härte von 5 bis 5,5). Im Verlauf geologischer Zeiträume neigen sie zur Entglasung und beginnen dann, Kristallstrukturen zu bilden. Aus diesem Grund sind aus den früheren Zeiten der Erdgeschichte (Paläozoikum) keine Obsidiane mehr vorhanden.

Eine bislang nicht beweisbare Theorie besagt, dass es sich bei Pechstein häufig einfach um Obsidiane handelt, die den Prozess des Entglasens bereits begonnen haben. Dass es sich bei Pechstein aber ebenfalls um ein Glasgestein (Vulkanglas) handelt, darüber herrscht Widerspruch.

Obsidian verfügt über einen muscheligen, sehr scharfkantigen Bruch, der ihn in der Steinzeit zu sehr brauchbaren Messern und Klingen werden ließ.

Besondere Formen von Obsidianen

Obsidian Schwarz mit Ablagerungen
Obsidian Schwarz mit Ablagerungen

Eine sehr bekannte Sonderform ist der Schneeflockenobsidian: er enthält deutlich sichtbare Einschlüsse von Mineralien, die bis zu 1 cm groß sein können. Diese Einschlüsse werden Sphärolithen genannt.

Meist handelt es sich bei den Einschlüssen um Feldspat oder Cristobalit (durch den Einfluss hoher Temperaturen veränderten Quarz). Im dunklen Stein sind diese meist sehr hellen Einschlüsse gut zu erkennen und erzeugen ein sehr typisches Bild, das dem Schneeflocken-Obsidian auch seinen Namen gegeben hat, da die Minerale strahlenförmig in die umgebende Schmelze hineinwuchsen, bis die Abkühlung abgeschlossen war.

Werden Obsidiane durch den Einfluss von Erosionsprozessen stark abgerundet, nennt man sie im Volksmund häufig „Apachentränen“. Regenbogen-Obsidiane schillern vielfarbig, Mahagoni-Obsidiane sind besonders als Heilsteine sehr beliebt.

Vorkommen von Obsidianen

Durch den umfangreichen Vulkanismus auch in der jüngeren Erdgeschichte finden sich zahlreiche bedeutsame Lagerstätten auf verschiedenen Kontinenten. Weltweit sind heute rund 40 bedeutsame Fundorte sowohl in Afrika und Asien als auch in Europa sowie in Nord- und Südamerika bekannt. Auch in verschiedenen Steinbrüchen in Deutschland rund um Baden-Baden kann Obsidian gefunden werden.

Sehr bekannt sind auch in Island die Obsidian-Klippe am Berg Hrafntinnuhryggur, ebenso wie die Vorkommen auf den griechischen Inseln Nisyros und Milos.

Verwendung von Obsidian im Altertum

Obsidiane waren bereits in der Jungsteinzeit sehr bekannt und geschätzt, höchstwahrscheinlich auch schon früher. Verantwortlich dafür mag nicht nur seine hervorragende Eignung zur Herstellung von steinernen Schneidwerkzeugen gewesen sein, sondern möglicherweise auch seine beeindruckende Optik. Besonders im Mittelmeerraum war Obsidian sehr verbreitet, es lassen sich aber auch zum Teil weit reichende Handelsbewegungen belegen, die oft über mehrere hundert Kilometer und noch weiter reichten. In der Jungsteinzeit waren nach heutigen Belegen allerdings nur die Vorkommen auf den Inseln vor Sizilien, auf Sardinien und auf einer kleinen Insel im Mittelmeer sowie rund zehn kleinere Obsidian-Vorkommen in Osteuropa für die Menschen verfügbar.

Die Römer, die dem Stein auch seinen Namen gaben (ein Römer namens Obsius soll den ersten von Äthiopien nach Rom gebracht haben), verwendeten ihn in polierter Form als Spiegel, in vielen Ländern im Bereich der heutigen Türkei war er ein wichtiges Handelsgut, einzelne Kulturen stellten auch Gefäße aus ihm her.

Besondere Bedeutung hatte Obsidian für eine ganze Reihe von südamerikanischen Kulturen. Er diente dort nicht nur zur Herstellung von Pfeilspitzen und Klingen, sondern auch zur Herstellung kompletter Schwerter, die aufwendig und kunstvoll aus Obsidian gefertigt wurden. Daneben verarbeitete man ihn auch häufig zu (heiligen) Figuren und Statuen. Besonders verbreitet waren in diesen Ländern auch der Silber- und der Goldobsidian. Bei diesen Obsidianen handelt es sich um Varietäten, die in der Urform matt und hellgrau aussehen, nach dem Polieren aber glänzend silbern oder golden werden. Ohne Lichtquelle wirkt der Stein im polierten Zustand schwarz.

Heute verwendet man Obsidiane fast ausschließlich als Schmuckstein und zur Herstellung von Kunstgegenständen und Schmuck. In esoterischen Kreisen ist der Obsidian dabei aber als ein wichtiger Heilstein in Verwendung.

Obsidiane als Heilsteine

Während in Mexiko Hexen bis heute Obsidiane bei sich tragen, um sich gegen den bösen Blick zu schützen, gilt der Heilstein hierzulande als wichtiges Heilmittel gegen Schock und die Nachwirkungen von traumatischen Erlebnissen.

Das ist die angegebene Hauptwirkung, daneben werden – je nach Quelle – aber noch eine ganze Reihe angeblicher Zusatzwirkungen angegeben. Dazu gehört beispielsweise, dass Obsidiane den Fluss der Lebensenergie stärken und anregen sollen, und – wie bei den mexikanischen Hexen – gegen böse Einflüsse schützen sollen und die „energetische Unabhängigkeit“ fördern sollen. Auch Blockaden im körperlichen Energiefluss sollen durch den Heilstein beseitigt werden.

Vielfach werden auch detailliertere Wirkungen angegeben, die der Stein haben soll – etwa die Beschleunigung der Wundheilung und eine blutstillende Wirkung (die vermutlich auf dem hohen Eisengehalt vieler Obsidiane beruht). Muskelentzündungen sollen gelindert werden und besonders Schneeflockenobsidiane sollen auch gegen Kater helfen. Auch von Verstärkung des Bindegewebes, der Verstärkung der Wirkung von Vitamin C und Vitamin D im Körper (wenn man den Stein auflegt) und der positiven Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden wird von einigen ausgegangen.

Auf der psychischen Ebene sollen Menschen durch Tragen des Heilsteins mehr „geerdet“ werden und eine Verbindung zum Erdkern bekommen, Blockaden und Ängste sollen gelöst werden und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der persönlichen Veränderung sollen Obsidiane fördern, wenn man sie trägt. Angeblich sind sie in der Lage, auch bisher verdrängte, unterbewusste Inhalte ins Bewusstsein zu holen und verarbeitbar zu machen.

Die größtmögliche Wirkung soll erzielt werden, wenn Obsidiane als Amulett auf bloßen Haut getragen oder auf betroffene Körperstellen bei Bedarf direkt aufgelegt werden. Das Herstellen einer sogenannten Essenz oder eines Heilsteinwassers wird ebenfalls vielfach als sehr wirksam angesehen.

Mit der Zeit soll seine Wirkung nachlassen, darum müssen diese Heilsteine unbedingt regelmäßig gereinigt und neu aufgeladen werden. Zum Entladen genügt das Abspülen unter lauwarmem Wasser, aufgeladen werden Obsidiane im Sonnenlicht oder in einer Bergkristallgruppe. Schmuckketten kann man auch einfach in Hämatit-Trommelsteinen entladen.

Von Schmucksteinen wird angegeben, dass sie ebenfalls die beschriebenen heilsamen Wirkungen haben können, vor allem wenn sie um den Hals oder am Finger getragen werden und am besten in Silber eingebettet sind.

Fazit

Obsidiane haben die Menschen schon immer fasziniert – selbst zu einem Zeitpunkt, als man von ihrem Entstehungsweg aus flüssiger Lava noch überhaupt nichts ahnte, zog das schwarze Vulkanglas Menschen in seinen Bann und galt immer als „magisch“. Diesen Zauber üben Obsidiane bis heute auf die Menschen aus und beflügeln die Fantasie. Kaum einem anderen Heilstein werden so viele und so wichtige heilsame Wirkungen zugeschrieben wie dem Obsidian und vielen gilt er bis heute als bewährter „Schutzstein“ vor allen negativen Einflüssen.

Selbst wenn man nicht daran glaubt, zeigt ein Blick auf dieses Stück uralte zu Glas erstarrte flüssige Lava, dass Obsidiane alles andere als gewöhnliche Steine sind. Auch ihre technischen Eigenschaften begeistern bis heute – den Plan, besonders präzise Skalpellklingen aus Obsidian herzustellen, hat man erst vor kurzem endgültig verworfen. Nun stellen nur noch eingefleischte Messer-Liebhaber ihre ganz besonderen Klingen aus Obsidian her.

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