Bimsstein

Bimstein
Runder, kieselförmiger Bimstein.

Ebenso wie Basalt ist auch Bimsstein ein Vulkangestein – allerdings mit völlig unterschiedlicher Struktur und Entstehungsgeschichte. Kennzeichnend für Bimsstein ist vor allem seine poröse Struktur, die wie aufgeschäumt wirkt.

Chemisch betrachtet ist der Bimsstein ein Glas, seine chemische Zusammensetzung entspricht exakt der von Obsidian, der ja ebenfalls ein vulkanisches Glas ist. Die vielen Luftblasen sorgen für eine sehr geringe Dichte. Sie ist so gering, dass Bims sogar auf Wasser schwimmt.

Das Aussehen von Bimsstein kann ganz unterschiedlich sein: von nahezu schwarz mit sehr großen Blasen bis hin zu fast weißem Bims mit sehr vielen kleinen Luftbläschen ist fast alles möglich. Ebenso alle möglichen Zwischentöne, wobei die Färbungen dann meist von gelb bis grau reichen. Bimsstein kann dazu noch in einzelnen Fällen kristalline Einlagerungen verschiedenster Farben oder auch bunte Einlagerungen von Gesteinsglas tragen.

Entstehung von Bimsstein

Wenn vulkanische Eruptionen von besonders zähflüssiger Lava begleitet werden und so gasreich sind, dass enthaltener Wasserdampf und Kohlendioxid die zähflüssige Lava aufschäumen, entsteht Bims.

Die helleren Bimsvarianten bilden sich immer, wenn der Luftgehalt und damit die Zahl der Hohlräume steigt und die Blasengröße abnimmt. Letzten Endes handelt es sich bei allen Arten von Bimsstein aber immer – schlicht und einfach um Lava. Das ist vielen nicht bewusst.

Vorkommen

Bims kommt, genau wie Basalte, an allen Orten häufig vor, an denen es vulkanische Aktivität gibt oder in der Vergangenheit gab – also praktisch fast überall auf unserem Planeten. Wirklich abbaubare Vorkommen sind allerdings seltener. In Deutschland ist der einzige größere Abbauort für Bims die Eifel (Vulkaneifel). In der Gegend rund um den Laacher See (der auch bis heute eine eindrucksvolle Caldera zeigt) und im Neuwieder Becken nahe Koblenz wird Bims bis heute aktiv abgebaut.

Auch an anderen Orten der Welt, die nahe von größeren Vulkanen liegen, lässt sich Bims häufig gut abbauen. Das geschieht praktisch ausschließlich im Tagebau, was die Gewinnung größerer Mengen relativ einfach macht. In seltenen Fällen sieht man Bims sogar auf dem Meer treiben, in diesen Fällen stammt er meist aus unterseeischen Eruptionen, seltener auch von sehr großen Vulkanausbrüchen an Land.

Verwendung von Bims

Die Verwendung von Bims gliedert sich in drei Hauptbereiche: einerseits als Baustoff, andererseits als Füllstoff und Wasserspeichermaterial und als weiteres Anwendungsfeld auch bei kosmetische Verwendungen.

Die Anwendung in der Kosmetik ist vermutlich den allermeisten bekannt. Bimsstein findet man in so gut wie jedem Drogeriemarkt, hauptsächlich wird er dazu verwendet, um am Fuß hartnäckige Hornhaut abzuschleifen. Aufgrund seiner rauen Struktur ist der Bimsstein für solche Anwendungen in der Pediküre bestens geeignet, daneben kann man ihn – mit entsprechender Vorsicht – auch an anderen Körperstellen einsetzen, um harte Haut loszuwerden. Von seiner Wirkung her ist er allerdings eher grob.

Die Verwendung des Gesteins als Speichermaterial für Wasser ist weniger weithin bekannt. In dieser Funktion wird er nicht nur bei der Dachbegrünung, sondern auch zum Verbessern des Bodens und für gärtnerischer Substrate im Gartenbau eingesetzt. Aufgrund seiner Hohlräume hat Bimsstein ein sehr geringes Gewicht (was in manchen Fällen ebenfalls wichtig sein kann) – lockert er nicht nur Böden auf, sondern sorgt für bessere Durchlüftung sowie für eine insgesamt bessere Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Zusätzlich begünstigt er die Durchwurzelung.

Die bedeutendste Anwendung von Bimsstein liegt aber im Baubereich: dort dient er als wichtigstes Ausgangsmaterial für die Herstellung von Leichtbetonsteinen, daneben kann man ihn auch als Schüttdämmung sehr gut einsetzen, da Bims ein hervorragenes Dämmvermögen besitzt. Auch der bekannte Rheinische Schwemmstein wird aus Bims hergestellt.

In früheren Zeiten verwendete man den Bimsstein auch in seiner Urform als Baumaterial, vor allem im antiken Griechenland und rund um Kreta, wo er ein sehr geschätztes Material darstellte. Es kommt ja auch nicht allzu oft vor, dass einem das Baumaterial vom Meer gleich direkt vor die Füße geschwemmt wird.
Die alten Kreter erkannten das Potenzial des Materials mit der Zeit in vollem Umfang und verwendeten das freundliche Geschenk des Meeres auch als wirksames Reinigungspulver und zur Körperpflege, zum Nüchternwerden nach allzu ausuferndem Alkoholgenuss (das gab es damals schon) und als allgemeines Heilmittel sowie als Schleif- und Schärfmittel jeder Art.

Diese Art der Anwendung benutzt man übrigens auch heute noch – etwa beim Stone-Washed-Verfahren in der Jeansherstellung, beim Abschliff von Mauerputzen, beim Mattieren von Metallen oder beim schleifenden Reinigen von hölzernen Schiffsplanken (die „traditionelle“ Seemansweise). Auch in der Zahnmedizin wird Bims bis heute zum Schleifen eingesetzt.

Ökologie von Bimsstein

Gerade bei Baustoffen stellt sich ja immer die Frage, wie ökologisch sie sind. Wer die Nachteile der Zementherstellung kennt, dem ist vielleicht bewusst, dass der CO2-Ausstoß und die anfallenden Schadstoffe bei Baustoffen, die wir völlig selbstverständlich dauernd verwenden, enorm sein kann. Sie besitzen damit trotz ihrer ständigen Verfügbarkeit und ohne dass jemand das wirklich hinterfragt ein enormes ökologisches Schadpotenzial (die Zementherstellung setzt viermal so viel CO2 frei wie der gesamte weltweite Flugverkehr frei und produziert beträchtliche Mengen an Schwefeldioxid, Stickoxiden, Quecksilber, Kadmium und Thallium). Die Rohstoffe (Kalkstein, Sand, Ton und Eisenerz) werden in sehr großen Steinbrüchen abgebaut, nicht selten zerstört der große Bedarf an diesen Materialien Landschaften oft völlig und unwiderruflich (als Beispiel siehe den Erzberg in der österreichischen Steiermark).

Demgegenüber ist Bimsstein ein geradezu umweltfreundliches Baumaterial: Die Gewinnung kann im Tagebau erfolgen, nach der Erschöpfung der Lager können die Abbau-Landschaften in den meisten Fällen wieder vollständig renaturiert werden. Dazu kommt, dass Bims ein Naturmaterial ist, dessen Abbau direkt in Deutschland erfolgen kann – und für dessen Aufarbeitung und Verwendung keine langen Transportwege erforderlich sind. Leichtbeton-Ziegel werden ganz einfach aus Bims unter Zugabe von Zementleim und Wasser hergestellt. Sie können sowohl für tragende als auch für nichttragende Bauteile verwendet werden (je nach Ausführung).

Wie bei jedem Baustoff gibt es dabei aber positive und negative Eigenschaften, die beim Einsatz berücksichtigt werden müssen.

Vorteilhaft sind:

  • die guten Wärmedämmeigenschaften (auf zusätzliche Dämmung kann meist komplett verzichtet werden)
  • die wärmeregulierenden Eigenschaften (der Stein kann Wärme aufnehmen, speichern und später wieder abgeben, das ist gut für ein ausgeglichenes Raumklima)
  • die Brandschutzfähigkeit (höchste Brandschutzklassifizierung aller Baustoffe in der DIN 4102, Inbrandsetzen von Bims ist praktisch unmöglich)
  • die sehr einfache Bearbeitbarkeit (optimaler Putzgrund, Steine können mit einfachen Mitteln zugeschnitten werden, Löcher können im Haus anders als bei Beton sehr leicht gebohrt werden)

Das klingt schon sehr gut – leider kommen diese Eigenschaften auch mit ein paar Nachteilen im Gefolge:

  • sehr hohe Feuchtigkeitsempfindlichkeit (einmal feuchtgewordene Wände sind kaum mehr trocken zu bekommen, das kann Jahre dauern)
  • deutlich schlechterer Schallschutz als bei anderen Baustoffen

Beiden Nachteilen muss man dann mit entsprechenden Zusatzmaßnahmen beim Bau begegnen, was wiederum natürlich Auswirkungen auf der Kostenseite hat.

Kosten für Baustoffe aus Bims

Vergleicht man einmal kurz die Kosten für einen Bimsstein mit anderen Steinen, erschließt sich einem die Kostensituation sofort.

Bims 16 DF HBL2 N+F, 495 x 240 x 238 2,75 EUR pro Stück bis 4,25 EUR pro Stück
Poroton-Stein in gleicher Größe ab rund 2,50 EUR, mit integrierter Mineralwolle oder Perlite-Dämmung bis zu 9,50 EUR pro Stück

Das zeigt: Gewöhnliche Ziegel sind zwar etwas günstiger, brauchen danach aber eine aufwendige Fassadendämmung (die natürlich auch beträchtlich Geld kostet). Will man seine klassischen Ziegel gleich in gedämmter Form verbauen, liegen die Kosten dann oft bis zu doppelt so hoch wie bei der Verwendung von Bims.

Dazu kommt noch ein deutlich höheres Wandgewicht (was auch statisch Bedeutung hat) und auch eine deutlich aufwendigere Verarbeitung, bei der sehr viel weniger Eigenleistungen möglich sind.

Die Vergleichsrechnung geht also nicht selten zugunsten von Bims oder anderen Leichtbaustoffen (wie z. B. Ytong) aus, besonders wenn großformatige Plansteine verwendet werden (größere Formate sind aufgrund des geringeren Gewichts noch leicht handhabbar und können als Plansteine einfach und kostengünstig mit Dünnbettmörtel aufeinandergesetzt werden).

Fazit

Bims ist nicht nur ein Vulkangestein mit einer interessanten Entstehungsweise, das schon seit Jahrtausenden verwendet und hoch geschätzt wird, sondern auch als Baustoff im Hinblick auf seine Eigenschaften und seine Kosten eine durchaus überlegenswerte Option in vielen Fällen. Daneben besticht es als reines Naturmaterial ohne lange Transportwege vor allem im Vergleich zu Zementbaustoffen auch durch seine Ökologie.

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