Quetschsand

Die Bezeichnung Quetschsand wird für künstlich hergestellte Gesteinskörnungen mit besonders geringer Korngröße verwendet. Während bei gewöhnlichem Brechsand die Körner meist eine Größe bis zu 5 mm haben kann, liegt die Korngröße von Quetschsanden bei unter 0,25 mm.

Durch die künstliche Herstellung unterscheiden sich Brechsande und auch Quetschsande dabei in ihrer Kornform von Natursand. Die Körner bei künstlich hergestellten Sanden sind kantig und von unregelmäßiger Größe. Diese Eigenschaften sind beim Straßen- und Wegebau ebenso vorteilhaft wie bei der Verwendung als Fugensand.

Abweichende Bezeichnungen

Gelegentlich wird Quetschsand alternativ auch als „Edelbrechsand“ bezeichnet. Im technischen Bereich waren früher auch die Bezeichnungen „gebrochener Mineralstoff“ und „gebrochener Zuschlag“ üblich, im Gegensatz zu „Bruchsteinen“, sowie Sand und Kies, die auf natürlichem Weg entstehen.

In manchen Fällen (auch in technischen Normen) werden dagegen Quetschsand und Brechsand als Begriff oft gleichgesetzt. Je nach Verwendungsart kann die zulässige Korngröße dann mit 0 – 2 mm (bei Asphalt) oder sogar mit 0 – 6,3 mm (bei Pflaster- und Plattenbelägen) definiert sein. Als sehr kleine Korngrößen kennt die Norm nur Gesteinsmehle (maximal zulässige Korngröße 0,063 mm).

Einsatzmöglichkeiten

Brechsande werden im Wegebau (z. B. in Parks) häufig als oberste Belagsschicht aufgebracht und festgerüttelt. Durch die ungleichmäßigen und kantigen Körner entsteht so eine recht stabile Belagschicht. Auch im Reitsport werden solche Beläge auf Reitbahnen oder -plätzen oft verwendet, da sie zur Rutschfestigkeit beitragen.

In beiden Fällen verhindert der Sandbelag auch das Wachstum von Unkraut sehr wirksam, da es die meisten Pflanzen nur mit großer Mühe schaffen, den Sand zu durchdringen (anders als bei Natursand oder im Erdreich, wo ihnen das sehr leicht gelingt). Das Wachstum von Pflanzen wird damit deutlich verlangsamt.

Die sehr kleinen Bruchsteine von Quetschsanden können wegen dieser Eigenschaft auch als Fugensand zwischen Steinen aus Beton oder anderen Baustoffen gut eingesetzt werden. Das scharfkantige Fugenmaterial verlangsamt dann wie beim Reitsand das Wachstum unerwünschter Pflanzen in den Fugen zwischen den Steinen oder bei Pflasterbelägen.

Auch als Zuschlagstoff (etwa bei Putzen) werden Brechsande und Quetschsande häufig verwendet. Im Straßenbau (Beton, Asphalt, Unterbau) finden dagegen meist größere Brechsand-Körnungen Verwendung.

Gewinnung von Quetschsand

Quetschsand wird wie Brechsand durch künstliches Zerkleinern von Gesteinen gewonnen. Die Gewinnung erfolgt dabei entweder primär in Kieswerken und Steinbrüchen oder sekundär aus (zuvor sortiertem) Bauschutt.

Durch den hohen Aufwand (das Material muss sortiert, zerkleinert und die Korngröße muss in ihrer Verteilung normiert werden) sind künstlich hergestellte Sande, Kiese und Schotter immer deutlich teurer als Naturmaterialien. Durch eine entsprechende Sortierung der Korngrößen kann dabei auch bestimmt werden, welche Wasserdurchlässigkeit ein Brechsand oder Quetschsand hat.

Fazit

Wie im ganzen Bereich von Sanden, Kiesen, Splitt und Schottern herrscht auch hier großes Begriffschaos mit sich zum Teil widersprechenden oder sich überlagernden Bezeichnungen. Das gilt auch für Quetschsand, der an anderer Stelle in der gleichen Form möglicherweise als „Brechsand“, „Edelbrechsand“, „gebrochene Gesteinskörnung“ oder auch schlicht als „Fugensand“ oder „Einkehrsand“ angeboten werden kann. Man muss also immer anhand der technischen Merkmale ganz genau nachprüfen, was man hier eigentlich angeboten bekommt.

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