Solnhofener Plattenkalk

Der Solnhofener Plattenkalk ist ein Naturstein, der in Bayern in der Region um Solnhofen abgebaut wird. Der Kalkstein ist in Form von Platten abgesondert, was auch heute noch einen händischen Abbau in den Steinbrüchen erforderlich macht.

Bekannt ist der Kalkstein besonders als Lagerstätte für Fossilien, die sich sehr detailreich in den Kalksteinplatten abzeichnen. Pflanzenteile, Weichteile und Federn von ausgestorbenen Lebewesen und auch Libellenflügel sind deutlich erhalten. Er ist zudem die bislang einzige Quelle für Fossilien des Urvogels Archaeopteryx. Auch wegen der enthaltenen Fossilien ist der Solnhofener Plattenkalk ein sehr gesuchter Naturwerkstein und wird gerne als Boden- und Treppenbelag verwendet. Abgebaut und verwendet wird er bereits seit der Römerzeit.

Vorkommen und Entstehung

Die Vorkommen befinden sich zwischen Solnhofen und Langenaltheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen), sowie zum Teil im Landkreis Eichstätt. Er wird dort in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut.

Für die Entstehung und vor allem für den detailiierten Erhalt der Fossilien ist ein sehr stark salzhaltiges Meer verantwortlich, das sich zur Zeit des Oberjura in diesem Bereich befand. Die heutigen Lagerstätten waren eine Lagunenlandschaft des Oberjura (vor ca. 163 – 145 Millionen Jahren). Durch den hohen Salzgehalt konnten Tiere und Pflanzen nur eingeschränkt verwesen und blieben daher in sehr großem Umfang als Fosslien erhalten.

Die Ablagerungen im Lagunenbereich wurden im Laufe der Jahrmillionen dann im üblichen Prozess der Gesteinsentstehung zum Kalkstein.

Eigenschaften des Kalksteins

Der Kalkstein selbst ist relativ dicht (2,58 kg/dm³) und in den meisten Fällen cremefarben bis ocker gefärbt. Bräunliche, gräuliche und rötliche Variationen sind aber möglich. Typisch für diesen Kalkstein ist auch seine Feinkörnigkeit.

Der Solnhofener Plattenkalk gehört zu den dichtesten Kalksteinen, die heute erhältlich sind, mit der Mohshärte von 3 bis 3,5 ist er aber trotz der sehr hohen Dichte ein Weichgestein. Für den Einsatz im Außenbereich ist er nur sehr bedingt geeignet, da seine Verwitterungsfestigkeit dafür zu gering ist.

Fossilien

Typische Versteinerungen im Solnhofener Plattenkalk sind vor allem Ammoniten, verschiedene Krebse, Knochenfische, Teile von Fisch- und Flugsaurieren und andere Tiere und Pflanzen des damaligen Lagunenlebensraums. Bedeutsam sind die Fossilienvorkommen aber vor allem, da im Solnhofener Plattenkalk die einzigen bekannten Exemplare des gefiederten Dinosaurier Archaeopteryx lithographica (Typus-Exemplar) gefunden wurden, die wie andere Fossilien hier sehr detailliert erhalten sind.

Oft mit Fossilien verwechselt werden die sogenannten Dendriten, bei denen es sich allerdings um Eisen- und Manganverbindungen handelt, die aufgrund der geschichteten Ablagerungen an der Oberseite der Schichtflächen auskristallisiert sind. Sie erzeugen beim Auskristallisieren eine bäumchen- oder federartige Struktur, sind dabei aber mineralogischen Ursprungs und stellen damit keine Fossilien dar.

Bedeutende Funde aus der Fossilfundstelle sind sowohl regional, etwa im Jura-Museum auf der Willibaldsburg und dem Museum Bergér in Eichstätt-Harthof ausgestellt, als auch an anderen Ausstellungsorten, etwa im Museum für Mineralogie und Geologie in Dresden.

Verwendung und Kosten

Die hauptsächliche Verwendung liegt heute überwiegend im Innenbereich. Da der Kalkstein schichtweise gewonnen wird, lässt er sich auch sehr gut zu Platten für Boden- und Treppenbeläge sowie Wandfliesen weiterverarbeiten.

In der Vergangenheit wurde er regional auch relativ häufig zum Eindecken von Dächern verwendet, durch seine hohe Feinkörnigkeit war er auch ein wichtiges Ausgangsmaterial für die Lithographie. In einigen Gegenden wurden Platten auch mit religiösen Motiven bemalt und als Hausschmuck und als Schutzsymbol aufgehängt.

Beim Kauf kann man für die Platten im Allgemeinen je nach Stärke von einem Preis von rund 40 – 100 Euro pro m² ausgehen. Für besonders hochwertige Stücke oder Platten mit aufwendiger Bearbeitung (Oberflächenbearbeitung, kalibrierte Stärke, Handbekantung, etc.) können die Preise auch deutlich unterschiedlich liegen. Einzelne Bruchstücke, die Fossilien enthalten werden daneben oft zu vielfach höheren Preisen als Einzelstücke gehandelt.

Fazit

Der Solnhofener Plattenkalk aus Bayern öffnet ein direktes Fenster in die fernste Vergangenheit und ist wegen seiner enthaltenen Fossilien weltbekannt. Als Naturwerkstein und Natursteinmaterial für Boden-, Treppen- und Wandbeläge bleibt er dennoch im meist erschwinglichen Rahmen. Als dichtester Kalksteine auf dem Markt ist er auch technisch ein besonderes Gestein.

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