Konglomerat

Konglomerat
Konglomerat

Den Begriff „Konglomerat“ verwendet man als Bezeichnung in vielen Bereichen, immer wenn es um Zusammenballungen von unterschiedlichen Bestandteilen/Komponenten zu einem einzelnen Ganzen geht. Das ist etwa beim Firmenkonglomerat der Fall, bei dem unterschiedliche Unternehmen einem größeren Konzern zusammengefasst sind. Die Diversifikation in unterschiedliche Unternehmen ist für große Konzerne eine wichtige Wachstumsstrategie, die sehr viele Konzerne anwenden. Durch die Akquise immer neuer Unternehmen wächst der Konzern dabei als Ganzes. Die Definition schließt dabei sowohl Konzerne mit gewachsenen unterschiedlichen Einzelunternehmen als auch Konzerne mit im Lauf der Zeit akquirierten Unternehmen ein.

Geologisch versteht man unter einem Konglomerat klastische Sedimentgesteine (Trümmergesteine), bei denen viele kleiner Stücke anderer Gesteine durch ein Bindemittel fest miteinander verkittet sind. Dabei müssen für ein Konglomerat mindestens die Hälfte der enthaltenen Bestandteile rund sein (Geröll, Kies). Umgangssprachlich werden Konglomerat-Gesteine auch häufig als „Puddingstein“ bezeichnet.

Auch ungerundete Gesteinstrümmer verbinden sich oft mithilfe eines Bindemittels fest miteinander, wegen der nicht runden Form der Bestandteile werden sie aber „Brekzien“ genannt. Eine Übergangsform zwischen Brekzie und Konglomerat mit zwar eckigen Gesteinen, die aber abgerundete Kanten aufweisen, sind die Fanglomerate. Mikrobrekzien sind Varianten der klassischen Brekzie mit einer sehr kleinen Korngröße (ausschlaggebend ist hier immer die Körnung der enthaltenen Geröll-Gesteine, das Bindemittel ist sowohl bei Konglomeraten als auch bei Brekzien immer feinkörnig).

Entstehungsweg

Flüsse schleifen Gesteinsbrocken im Lauf der Jahrhunderte rund, in vielen Fällen lagern sie sie unterwegs dann einfach ab. In späterer Zeit verfestigen sich die einzelnen Bruchgesteine dann gemeinsam mit dem Bindemittel (meist feinkörniger Calcit, besonders im Alpenvorland, aber auch Quarz oder Dolomit) und werden zu einem homogenen Ganzen, dem Konglomerat, zusammengeballt.

Die von den Flüssen rund geschliffenen und abgelagerten Körnungen sind dabei häufig widerstandsfähige Gesteine wie etwa Quarzite. Während das Bindemittel fast immer feinkörnig ist, handelt es sich bei den enthaltenen Gesteinskörnungen immer um deutlich größere Elemente mit zum Teil beträchtlichen Korngrößen (üblicherweise größer als 2 cm, häufig bis zu 6 cm und mehr), die auch später im Gestein noch sehr deutlich zu erkennen sind.

Die Gesteinsart der psephitischen Anteile kann dabei über das ganze Konglomerat-Gestein hinweg einheitlich sein (monomiktische Konglomerate), aus wenigen verschiedenen (oligomiktisch) oder aus vielen verschiedenen Gesteinsarten (polymiktisch) gebildet werden. Sind die einzelnen Psephite dicht zusammengepackt, spricht man in der Gesteinswissenschaft von Orthokonglomeraten, bei einem sehr losen Gefüge mit weit auseinanderliegenden Psephiten dagegen von Parakonglomeraten.

Alternativ findet die Entstehung auch durch die Erosion von Küsten statt, die daraus entstehenden Konglomerate werden dann „Strandkonglomerate“ genannt.

Aussehen

Die gut erkennbare Gesteinskörnung aus den überwiegend rund geformten Psephit-Bestandteilen können, abhängig von der Art der enthaltenen Psephite, sehr unterschiedlich aussehen. Auch die Farbe bewegt sich in einem weiten Bereich von Grau bis hin zu bläulichen, rötlichen oder gelblichen Farbtönen.

Die einzelnen Korngrößen kommen dabei immer völlig ungeordnet vor – neben sehr kleinen Körnungen können auch gleich direkt sehr große Körnungen liegen. Dieses abwechslungsreiche Bild der klar erkennbaren Körnungen ist für Konglomerat-Gesteine besonders typisch.

Konglomerate und Sandstein – Entstehungsgeschichte

Die Gesteinsdiagenese ist in diesem Fall also die gleiche wie bei Sandsteinen – auch, da es sich prinzipiell um die spätere Verfestigung von (zunächst transportierten) Ablagerungen handelt. In vielen Bereichen kommen Konglomerate sogar besonders häufig auch direkt mit Sandstein vergesellschaftet vor.

Nach der Ablagerung der einzelnen Konglomerat-Bestandteile (der sogenannten Psephite) kommt es zunächst zu einer Abscheidung von Salzen aus dem Wasser, das sich im Zwischenraum zwischen den einzelnen Gesteinsbrocken befindet. Diese Salze kristallisieren bereits in sehr kurzer Zeit aus und formen das spätere Bindemittel. Handelt es sich beim Bindemittel um Calcit, muss dieser nicht unbedingt zuvor als Salz aus den Gesteinsbrocken selbst abgesondert worden sein – er kann auch als sogenanntes „authigenes Zementmineral“ von außen eingewandert sein oder eingetragen werden.

Danach kommt es dann zur Verfestigung des bereits durch die Zementation fest gebundenen Gesteins, meist wenn die zuvor verbundenen Gesteine in größere Tiefe gelangen und entsprechendem Druck ausgesetzt sind. Unter diesem Druck nehmen das Bindemittel und das gesamte Gestein dann langsam ihre endgültige Form ein. Sand wird langsam zu Sandstein gepresst, aus Tonmineralen werden durch den Druck über längere Zeit hinweg Tonsteine. Gelangen die Gesteine in sehr große Tiefe, spielt zusätzlich zum Druck auch noch die herrschende Temperatur eine Rolle. Ihr Einfluss ist aber meist deutlich geringer.

Die Entstehung von Brekzien läuft im Gegensatz dazu deutlich unterschiedlich ab: meist kommt es zur Zertrümmerung von Gesteinen durch unterschiedliche Ereignisse (Bergsturz, Explosionen bei Vulkanausbrüchen, tektonische Ereignisse, Meteoriteneinschläge), ein Transport des Bruchgesteins findet wenn überhaupt nur über sehr kurze Strecken statt, Brekzien entstehen immer sehr nahe dem Ort des auslösenden Ereignisses.

Vorkommen

Prozesse, die zum Transport und der Ablagerung von Sedimenten führen, kommen weltweit vor – demnach kommt es auch an ganz verschiedenen Orten der Welt zur Bildung von Konglomerat-Gesteinen.

Ausschlaggebend für ein späteres Vorkommen ist das Vorhandensein eines entsprechend schnell fließenden Flussgewässers (damit ausreichend Kraft vorhanden ist, um tatsächlich auch größere Gesteinsbrocken zu transportieren). Zudem muss für die spätere Verfestigung das Gestein in eine größere Tiefe gedrückt worden sein, was meist im Rahmen einer nachfolgenden Gebirgsbildung passiert.

Innerhalb Deutschlands sind Konglomerate vor allem in den Randbereichen größerer Flüsse des Alpenvorlands verbreitet, daneben findet man sie auch entlang des gesamten Alpenrandes. Bedeutende Fundstellen gibt es auch im Norden der Eifel, im Harz und im Thüringer Wald sowie rund um die Schwäbische Alb.

Außerhalb Deutschlands finden sich bedeutende Vorkommen vor allem in Skandinavien (Schweden, Finnland, Norwegen), aber auch in der Schweiz, Österreich und in Italien. In Griechenland, China, Japan, in Nord- und Zentralafrika sowie in den USA und Australien gibt es ebenfalls bedeutendere Vorkommen.

Nagelfluh

Im nördlichen Alpenvorland findet sich besonders häufig Nagelfluh. Dabei handelt es sich um eine Konglomerat-Art, die gesteinswissenschaftlich häufig der Molasse (Gesteine, die während der der Abtragung von Gebirgen entstehen) zugerechnet werden. Es finden sich daneben auch „echte“ Konglomerate in diesen Bereichen – etwa im Oberallgäu oder im Rigi in den St. Gallener Voralpen.

Ein sehr bekanntes Nagelfluh-Massiv findet sich etwa im Bereich des Wendelsteins rund um das bayerische Brannenburg. Das Vorkommen ist dort sehr ergiebig, wurde aber seit dem 10. Jahrhundert durchgehend abgebaut, sodass die Größe der Lagerstätte bereits deutlich geschrumpft ist.

Das typische Aussehen von Nagelfluh, das in gewissser Weise an Waschbeton erinnert, hat ihm auch den umgangssprachlichen Namen „Herrgottsbeton“ eingebracht. Als Bindemittel findet sich dabei meist sandiger bis mergeliger Kalkstein.

Der Name des Nagelfluh kommt dabei aus dem Schweizerdeutschen, wo der Begriff „Fluh“ Steilwände bezeichnet. Der Hinweis auf Nägel stammt daher, dass bei Funden häufig die gerundeten Spitzen der enthaltenen Geröllgesteine aus dem zum Teil erodierten Bindemittel herausragen und so das Bild von alten Nagelköpfen in einer antiken Holzfläche ergeben.

Verwendung

Inbesondere Nagelfluh wird an den vorhandenen Lagerstätten in Deutschland bereits seit dem frühesten Mittelalter abgebaut. Dafür ist vor allem das geringe Gewicht der Konglomerate bei gleichzeitig sehr guter Druckfestigkeit verantwortlich, das man bereits früh erkannte. Nagelfluh ist daneben auch noch gut frostbeständig. Bei historischen Bauten ist es daher häufig im Bereich der Fundamente zu finden (wie etwa bei der Frauenkirche in München).

In der heutigen Zeit werden vor allem die dekorativen und lebendigen Effekte von Konglomeraten geschätzt und sie werden überwiegend im Sichtbereich verwendet. Dabei werden sie nicht nur für Wandverkleidungen und Bodenbeläge, sondern häufig auch für Arbeitsplatten eingesetzt.

Besonders witterungsstabil sind Konglomerate mit kieseligen Bindemitteln (Quarz), sie werden vorwiegend als Bodenbeläge im Außenbereich eingesetzt.

Fazit

Auch aus den uralten Ablagerungen von Flüssen, dem transportierten Schotterablagerungen an Endmoränen und aus den Bestandteilen erodierter Küsten wird am Ende Gestein: es entstehen typische Konglomerate, die man schon von alters her wegen ihrer technischen Eigenschaften schätzte und die heute vor allem wegen ihres augenfälligen Erscheinungsbildes sehr beliebt sind.

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