Polygonalplatten

Bei Polygonalplatten handelt es sich um Natursteinplatten, die nicht wie Fliesen oder gewöhnliche Terrassenplatten rechtwinkelig und gleich groß zugesägt sind, sondern unregelmäßige Formen und unterschiedliche Größen haben können.

Die Bezeichnung „polygonal“ bezieht sich dabei auf den polygonalen Umriss der Platten, ein Polygon ist in der Geometrie schlicht ein Vieleck, polygonale Platten sind damit also ganz einfach „vieleckige“ (das heißt nicht rechteckige) Platten.

Über die Art der verwendeten Natursteine sagt das zunächst nichts aus. In einigen wenigen Fällen können Polygonalplatten auch aus keramischem Material bestehen, sie werden dann allerdings meist als „Bruchplatten“ bezeichnet. Ein relativ neues Produkt sind Feinsteinzeug-Platten, die Natursteine bereits täuschend echt imitieren können, dabei aber häufig robuster und pflegeleichter sind als die jeweiligen Natursteine (besonders wenn es sich dabei um weiche Steine wie Schiefer oder Kalkstein handelt).

Die Verwendung dieser Platten ist ebenfalls rein auf Bodenbeläge im Innen- und Außenbereich beschränkt, wie bei den Polygonalplatten aus Naturstein.

Verwendete Materialien

Polygonalplatten können aus ganz unterschiedlichen Natursteinen gefertigt werden. Dementsprechend vielfältig sind Farben und Materialeigenschaften.

Besonders beliebt sind Quarzit-Polygonalplatten, die überwiegend mit beidseitig sägerauer Oberfläche und bruchrauen Kanten angeboten werden, da sich Quarzit nur schwer spalten lässt. Farblich ist Quarzit sehr interessant, meist weiß bis grau mit einem leichten, sehr eleganten Schimmer, Farbvarianten von rötlicher, gelblicher und auch bläulicher Farbe und mit meist sehr attraktivem, wechselnden Farbspiel werden angeboten. Platten aus Quarzit werden wie die meisten Platten fast immer in Stärken zwischen 1 – 3 cm verlegt. Quarzit bringt für die Verwendung als Bodenbelag die bestmöglichen Eigenschaften mit: eine sehr hohe Härte und Widerstandsfähigkeit, dabei nahezu schmutz- und fleckenunempfindlich und besonders einfach zu reinigen.

Bei Polygonalplatten aus Sandstein muss man besonders im Außenbereich etwas vorsichtig sein, da nicht jeder Sandstein ausreichend frostbeständig ist, auch die bei Sandsteinen nicht gegebene Tausalzbeständigkeit kann in manchen Fällen zum Problem werden. Die Oberfläche kann, wie bei den meisten Varianten, spaltrau sein, es werden bei Sandstein aber auch (seltener) geschliffene Varianten angeboten. Wegen seiner „erdigen“, warmen Farbgebung (helles Gelb bis warme Rot/Braun-Töne und Pastell-Grün) wirkt Sandstein besonders natürlich.

Kalkstein ist als Material für Platten deutlich weniger spektakulär, hat eine sehr homogene Grundfarbe und wirkt damit eher dezent. Das kann aber gewünscht sein, etwa wenn sich der Bodenbelag möglichst harmonisch in eine (Natur-)Umgebung einfügen soll. Als weicheres Gestein ist Kalkstein aber weniger abriebfest und etwas empfindlicher, was man bei der Auswahl immer bedenken sollte.

Granit eignet sich dagegen auch für belastete Bereiche – diese Platten sind sowohl frostbeständig als auch tausalzbeständig und bleiben bei spaltrauer Bearbeitung meist auch bei großer Nässe noch hervorragend rutschfest. Die Optik ist dabei eher etwas zurückhaltend, wirkt dabei oft aber sehr elegant, was durchaus gewünscht sein kann. Dafür glänzt Granit mit echter Härte und relativer Unempfindlichkeit.

Das Gleiche gilt auch für Gneis, der von seinen Eigenschaften her dem Granit durchaus ähnlich ist. Auch was das optische Erscheinungsbild betrifft, kann man Gneis gut mit Granit vergleichen.

Basalt findet man nur äußerst selten, das sehr harte Gestein bietet in Form von Platten allerdings eine ebenso hohe Robustheit wie Quarzit mit. Wie Granit hat auch Basalt eine kühle Haptik die Farbe ist fast ausschließlich Dunkelgrau bis Schwarz, was auch Schmutz häufig nahezu unsichtbar werden lässt.

Schiefer ist dagegen wiederum ein etwas weicheres Gestein, nicht alle Sorten sind dabei frostbeständig, was man bei einer Verlegung im Außenbereich ebenfalls berücksichtigen muss. Die meist dunkelgraue bis schwarze Farbe wirkt sehr edel und dezent, grünliche und rötliche Farbvarianten wirken etwas lebendiger und wärmer. Die charakteristische Schieferung der Oberfläche bleibt auch durch die Bearbeitung erhalten und sorgt für eine sehr individuelle, oft sehr geschätzte Optik.

Porphyr wird wegen seiner besonderen häufig purpurnen Farbe besonders geschätzt. Auch dieser Stein gehört zu den eher robusten Materialien für Platten, sollte im Außenbereich aber möglichst imprägniert werden. Porphyr-Polygonalplatten sind wegen ihrer individuellen Optik schon seit vielen Jahren ein echter Klassiker.

Produktionsabschnitte als Alternative

In manchen Fällen werden sogenannte Sägeabschnitte (Produktionsabschnitte), also Materialreste beim Zuschnitt von Naturwerksteinplatten als Alternative zu fertig hergestellten Polygonalplatten angeboten. Sehr häufig handelt es sich dabei um Granit- oder Marmor-Abschnitte, die zum Tonnenpreis angeboten werden. Die Materialkosten liegen, da es sich um Restmaterialien handelt, meist niedriger, die Verlegung ist dafür aber deutlich aufwendiger. Bei einer Verlegung durch den Fachmann werden die geringeren Materialkosten dadurch meist wieder nahezu ausgeglichen.

Die Platten sollten dabei möglichst immer die gleiche Stärke haben – da das aber selten der Fall ist, muss man bei Verwendung solcher Platten unbedingt ausreichend Aufbauhöhe bei der Verlegung mit einplanen, um das ausgleichen zu können.

Wer solche Abschnitte dennoch verwenden möchte, sollte dabei auf eine möglichst einheitliche Sortierung achten. Die Art der Oberflächenbearbeitung sollte bei allen Platten unbedingt identisch sein (poliert, geschliffen und patiniert sollte man keinesfalls miteinander kombinieren), da das Laufgefühl auf dem Bodenbelag sonst sehr stark darunter leiden kann. Zudem können einzelne Bereiche dann eine sehr unterschiedliche Rutschfestigkeit aufweisen, was das Begehen besonders bei feuchtem Untergrund im Außenbereich durchaus gefährlich machen kann.

Optik und Eigenschaften

Die Herstellung erfolgt meist spalttechnisch, damit entsteht bei den einzelnen Platten eine spaltraue Oberfläche. Eine solche Oberfläche garantiert eine hohe natürliche Rutschfestigkeit und ist damit immer zu bevorzugen.

Die Kantengestaltung kann unterschiedlich sein, häufig werden aber Polygonalplatten mit bruchrauen (gebrochenen) Kanten angeboten. In Sachen Frostbeständigkeit können sich die einzelnen Steinsorten durchaus voneinander unterscheiden: besonders Sandstein muss nicht zwingend frostbeständig sein, zudem sind Sandsteine nie tausalzbeständig. Solche Eigenschaften sollte man immer berücksichtigen, wenn es um die Auswahl einer bestimmten Steinsorte geht.

Die Farbe hängt naturgemäß von der Steinsorte ab, die man wählt. Porphyr ist vor allem wegen seiner purpurfarbenen Erscheinung im Außenbereich sehr beliebt. Er bringt auch gute Eigenschaften für diese Art der Verwendung mit.

Durch die polygonale Plattenform entstehen beim Verlegen sehr natürlich wirkende und dynamische Oberflächengestaltungen, in vielen Fällen kommt gerade dadurch die typische Charakteristik eines Steins besonders gut zur Geltung. Für die Auswahl sollte man sich deshalb immer Probeflächen zeigen lassen, um die optische Gesamtwirkung beurteilen zu können. Sie kann oft ganz anders wirken als die (meist weniger spektakuläre) Optik eines einzelnen Steins, den man in die Hand nimmt.

Einsatzmöglichkeiten

Polygonalplatten werden ausschließlich im Außenbereich und im Garten verwendet. Man kann sie etwa als Terrassenplatten einsetzen, aber auch außerhalb der Terrasse eignen sich Polygonalplatten als Bodenbeläge: etwa als hochwertiger Natursteinbelag unter einer Gartenlaube. Die besondere Gestaltung der Oberfläche macht Polygonalplatten auch dort gut rutschfest, was oft von Vorteil ist. Im Garten kann man Polygonalplatten daneben auch als Trittsteine verlegen oder zur optisch attraktiven Befestigung von Gehwegen im Garten benutzen.

Für die Gestaltung von Poolumrandungen sind Polygonalplatten ebenfalls sehr beliebt – und wegen ihrer natürlichen Rutschfestigkeit auch sehr gut geeignet. Auf weichen und besonders feinkörnigen Natursteinen ist das Barfuß-Laufgefühl dabei besonders angenehm, bei der Auswahl sollten solche Steinsorten also bevorzugt werden.

Auch für Bodenbeläge bei rustikalen Innenraumgestaltungen kann man Polygonalplatten einsetzen, diese Verwendung ist allerdings in der Praxis nicht zu häufig anzutreffen. Auch hier geht es natürlich darum, zunächst entsprechend geeignete Platten für den geplanten Einsatzzweck (Materialeigenschaften) zu finden. Die Optik kommt dann trotzdem immer erst an zweiter Stelle.

Fachgerechte Verlegung im Außenbereich

Schon bei der Auswahl der Platten sollte man an die Verlegung denken: Kleine Plattengrößen haben zwar oft einen auf den Quadratmeter gerechnet günstigeren Materialpreis, bringen aber einen deutlich höheren (und damit teureren) Verlegeaufwand mit sich. Zudem steigt bei kleinen Plattengrößen der Fugenanteil sehr stark an, was nicht in jedem Fall wirklich gewünscht ist. Bei kleinen Plattengrößen braucht man 14 – 20 Stück pro m², ideal sind allerdings Plattengrößen mit 3 – 9 Platten pro m² als Plattenbedarf.

Beim Verlegen selbst muss der Unterbau immer der Verwendung (Garagenauffahrt, Terrasse, Gartenweg) individuell angepasst werden. Eine Verdichtung des Untergrunds ist so gut wie immer nötig, gegebenenfalls auch ein verdichtetes Schotterbett oder zumindest ein abgezogenes Splittbett. Einen wenig belasteten Gartenweg kann man gegebenenfalls auch in einem Sandbett verlegen, ebenso wie einzelne Trittsteine. Bei der Verlegung im Mörtelbett müssen Lufteinschlüsse unterhalb der Platten unbedingt vermieden werden, Platten müssen dabei immer vollflächig festgeklopft werden (Gummihammer). Sollten Zuschnitte erforderlich sein, wird in den meisten Fällen eine professionelle Steinschneidemaschine benötigt, Winkelschleifer reichen besonders bei größeren Plattenstärken nicht immer aus.

Terrassenbeläge und alle größeren Flächen liegen dagegen in einem Mörtelbett am besten, nach der Verlegung müssen die Steine auch noch verfugt werden. Das bedeutet zwar zunächst einmal größeren Aufwand, sorgt dafür aber später auch für eine unkrautfreie Fläche, da in den vermörtelten Fugen nichts mehr wachsen kann. Bei einer Verlegung ohne Mörtelbett wird zwischen die Steine Fugensand eingekehrt.
Für die Fugenbreite gilt es je nach Plattengröße immer entsprechende Empfehlungen, an die man sich am besten halten sollte – sie haben sich bewährt. Bei gebrochenen oder handbekanteten Ausführungen wird sich schon von selbst eine deutlich größere Fugenbreite ergeben – auch das sollte man bei der Auswahl bereits berücksichtigen.

Auf allen verlegten Flächen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass in einem gleichmäßigen Gefälle von mindestens 2 % verlegt wird. Größere Flächen und Terrassen sollte man am besten mit passenden Randsteinen einfassen.

Wichtiger Hinweis: Die Art und die Quailtät der Verlegung entscheidet ganz wesentlich darüber, wie frostfest ein Terrassenbelag oder ein Gartenweg am Ende tatsächlich ist. Beim Auswählen der richtigen Unterbauart und beim Anlegen des Unterbaus muss daher unbedingt mit höchster Sorgfalt zur Sache gegangen werden. Im Zweifelsfall sollte man sich hier immer fachkundige Beratung suchen oder gleich dem ausgewiesenen Fachmann das Verlegen überlassen.

Reinigung und Pflege der Bodenbeläge

Was bei der Reinigung im Einzelnen zu beachten ist, richtet sich natürlich immer nach der Art des Natursteins, aus dem die Polygonalplatten gefertigt wurden. Dabei sind immer die Anweisungen zu beachten, die für den entsprechenden Stein gelten (z. B. Vermeiden von sauren Reinigern bei den meisten Steinsorten und ganz besonders bei Kalksteinen).

Auch der Umfang der Fugenreinigung hängt davon ab, ob die Platten im Mörtelbett verlegt wurden oder lediglich in einem Sand- oder Splittbett. Beim Mörtelbett wird man kaum mit Unkraut in den Fugen zu kämpfen haben, lediglich an verschatteten und feuchten Flächen können Moos- oder Algenbeläge gelegentlich zum Problem werden. Die kann man aber auf die genau gleiche Weise entfernen wie bei anderen Natursteinbelägen (z. B. Terrassenplatten) auch.

Wie bei allen Natursteinbelägen im Außenbereich ist ein fachgerechtes Imprägnieren auf jeden Fall empfehlenswert, bei einigen Steinsorten wie Kalkstein, Sandstein oder Schiefer noch dringender als bei anderen.

Fazit

Polygonalplatten sind eine sehr interessante Möglichkeit, Natursteine im Außenbereich und gegebenenfalls im Innenbereich zu verlegen. Es entsteht eine optisch sehr interessante, lebendige Fläche durch die unregelmäßigen Bruchkanten und Fugenverläufe, die oft auch den Charakter einer bestimmten Steinsorte noch deutlich besser zur Geltung bringt.

Polygonalplatten können dabei aus ganz unterschiedlichen Natursteinen gefertigt sein – vom sehr harten Quarzit, Granit, Gneis und Basalt über Sandstein, Kalkstein und Marmor bis hin zu Schiefer und dem bekannten Klassiker Porphyr.

Die Oberflächenbearbeitung der Platten sorgt dabei für eine gute Rutschfestigkeit im Außenbereich, oft noch bei großer Nässe, bei einer Verlegung im Mörtelbett erspart man sich dann auch noch die Bekämpfung von Unkraut in den Fugen nahezu vollständig.

Eine sorgfältige und wirklich fachgerechte Verlegung ist allerdings immer eine Grundvoraussetzung, damit die Flächen auch später wirklich frostfest sind und Pflanzenbewuchs auf den Flächen durch zu viel stehendes Wasser unterbleibt.

Link zu passendem Bild: https://c8.alamy.com/comp/DGR9WT/porphyry-pavement-DGR9WT.jpg

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