Rückstandsgesteine

Die Begriffe „Rückstandsgesteine“ und „Residualgesteine“ stehen in Beziehung zu Sedimentgesteinen (Ablagerungsgesteinen, Sedimentiten). Es handelt sich dabei um die stabilen Reste von chemisch verwittertem Ausgangsgestein. Damit sind sie keine Sedimentite im eigentlichen Sinn. Die leicht löslichen Bestandteile des Gesteins wurden schon lange herausgelöst und sind unter Umständen an einem anderen Ort zu Ablagerungen (Sedimenten) unterschiedlicher Art geworden. Der am Ort verbleibende Gesteins-Rest wird dann als Residualgestein bezeichnet.

Unterschied zwischen Rückstandsgestein und Sedimentgestein

Ein Sedimentgestein ist aus unterschiedlichen Arten von Ablagerungen (Sedimenten) entstanden, die sich zunächst als sogenanntes Lockersediment an einem bestimmten Ort abgelagert haben und erst im Lauf geologischer Zeiträume dann in solides Festgestein verwandelt wurden (sogenannte Diagenese = Prozess der Gesteinsbildung). Wegen der Schichtung bei der Ablagerung von Sedimenten werden sie manchmal auch als „Schichtgestein“ bezeichnet. Zusammengehörige Gesteinsschichten gleicher Ablagerungen werden geologisch als „Fazies“ bezeichnet.

Sedimentgesteine können dabei aus unterschiedlichen Arten von Sedimenten entstanden sein:

  • aus klastischen Sedimenten (Bruchstücke anderer, zerstörter Gesteine als Klasten, Gerölle oder Fragmente)
  • aus biogenen Sedimenten (meist kalkhaltige Rückstände von Lebewesen, die dann später zu Kalkstein werden)
  • aus chemischen Sedimenten (ausgefällte Bestandteile aus Lösungen, die sich zunächst als Lockersediment ablagern und danach ebenfalls verfestigen)

Die unterschiedlichen Bezeichnungen von klastischen Sedimenten als Klasten (Körner), Gerölle oder Fragmente richten sich dabei nach der Korngröße der einzelnen Sedimentpartikel. Gerölle sind immer leicht abgerundet, Fragmente weisen keinerlei Rundungen auf. Die Benennungsregeln von klastischen Sedimentiten sind insgesamt aber kompliziert. Ein gutes Beispiel für klastische Sedimentgesteine ist Sandstein, die Sandkörner können auch von verwitterten magmatischen Gesteinen wie Granit stammen – mit einem damit hohen Feldspatgehalt heißen Sandsteine dann Arkosen. Ein anderes typisches Beispiel für klastische Sedimentiten ist Schluffstein, der wiederum einen hohen Quarz-Anteil hat.

Bei biogenen Sedimenten kann es sich sowohl um die (kalkhaltigen) Ausscheidungen von Lebewesen während ihres Lebenszyklus (z. B. Korallen) als auch um ihre Überreste (Fossilien) handeln. Kalkstein besteht häufig aus riesigen Mengen von Skeletten winziger Meereslebewesen, die nach ihrem Tod auf den Meeresboden abgesunken sind.

Auch die Art der Ablagerungen wird häufig zur Einteilung herangezogen – so wurden sogenannte fluvatile Sedimente etwa von Fließgewässern abgelagert, während marine Sedimente durch unterschiedliche Transportmechanismen ins Meer geschafft wurden oder direkt dort entstanden sind.

Rückstandsgesteine sind dagegen ein Gesteinsrest, der nach einer Verwitterung an Ort und Stelle verbleibt. Die herausgelösten Bestandteile können durch Wasser an andere Stellen transportiert und dort als Sedimente abgelagert worden sein (Sedimentation). Trotzdem werden sie in manchen Fällen zu den Sedimentiten gezählt, obwohl sie nur das verbleibende Restgestein sind. In den Poren und Hohlräumen der Rückstandsgesteine können sich dann später auch wieder Sedimente ablagern und es kommt zu einer neuerlichen (auch chemischen) Sedimentation und Gesteinsbildung.

Fazit

Rückstandsgesteine sind eine interessante Sache, da sie deutlich zeigen, wozu die Kräfte in der Natur auf unserer Erdoberfläche über lange Zeiträume hinweg imstande sind. Nach der Auflösung aller chemisch löslichen Bestandteile einer Gesteinsformation sind sie das einzige, das danach übrigbleibt – und gleichzeitig wieder der Ausgangspunkt für neue Bildungen von Sedimentgesteinen.

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