Sedimentite

Sedimentite oder Sedimentgesteine sind Gesteine, die sich aus Ablagerungen (Sedimenten) bilden. Nach der Ablagerung der Sedimente setzt dabei ein Verfestigungsprozess (Diagenese, Gesteinsbildung) ein, der die zuvor losen Ablagerungen dann zu Festgestein werden lässt. Typische Sedimentite sind etwa Sandstein oder Kalkstein, aber auch Schluffstein, Tonstein, Grauwacke oder Steinsalz.

Einteilung der Sedimentgesteine nach Sediment-Arten

Eine Möglichkeit zur Unterteilung der Sedimentite besteht nach der Art des Sediments, aus dem sie entstanden sind. Das können sein:

  • klastische Sedimente (Gesteinstrümmer von anderen Gesteinen, auch Metamorphite oder Magmatite, die transportiert und in Schichten übereinander abgelagert wurden)
  • biogene Sedimente (meist kalkhaltige Ausscheidungen von Organismen oder auch Fossilien wie Kalkskelette kleiner Algen die auf den Meeresboden sinken)
  • chemische Stoffe (aus übersättigten Lösungen oder aus dem Wasser ausgefällte Sedimente, die sich dann ebenfalls ablagern, durch Eindampfen entstehen dann sogenannte Evaporite, durch das Herauslösen aller löslicher Gesteinsbestandteile aus einem Gestein entstehen dagegen sogenannte Rückstandsgesteine)

Bei klastischen Sedimenten ist zudem die Korngröße für eine weitere Unterteilung von Interesse: sehr kleine Korngrößen von weniger als 0,002 mm Größe werden als Partikel bezeichnet. Sie entstehen nicht aus der Zertrümmerung von Gestein, sondern überwiegend durch die Umwandlung von Feldspaten und Glimmern in Tonminerale oder sind Reste einer Verwitterung. Gesteinsbruchstücke von etwas größerer Korngröße heißen Körner oder Klasten. Sehr große Bruchstücke nennt man entweder Fragmente oder Gerölle (wenn sie abgerundete Kanten haben). Schluffe (Silte) sind Ablagerungen, bei denen die mineralischen Bestandteile eine Größe zwischen 0,002 und 0,063 mm aufweisen (noch feiner als Feinsand).

Aus größeren Bruchstücken werden im Laufe der Gesteinsbildung dann entweder Brekzien (bei Fragmenten) oder Konglomerate (bei Geröllen). Nach einer älteren Einteilung werden Gesteine mit sehr kleinen Korngrößen als Pelite, mit mittleren Korngrößen als Psammit und bei großen Korngrößen als Psephit bezeichnet.

Für klastische Karbonat-Gesteine gilt zudem die Einteilung nach Korngrößen als Lutit (< 2 µm), Siltit (2 µm bis 0,063 mm), Arenit (0,063 mm bis 2 mm) und Rudit (> 2 mm).

Einteilung der Sedimentite nach Ablagerungsarten

Auch nach der Art des Transports oder dem Ablagerungsort lassen sich Sedimentite einteilen:

  • fluviatile Sedimentgesteine (Sedimente wurden von Flüssen transportiert und abgelagert, z.B. Sand, Schluff, Ton oder Schotter)
  • glaziale Sedimentgesteine (von Gletschern transportiert und abgelagert)
  • äolische Sedimentgesteine (vom Wind transportierte Sedimente)
  • marines Sedimentgesteine (Sedimente wurden entweder ins Meer oder an Flachmeerküsten transportiert und dort abgelagert oder sind im Meer entstanden)
  • limnische Sedimentgesteine (in Seen entstanden)
  • pyroklastische Sedimentgesteine (in Verbindung mit Vulkanismus abgelagert)

Gesteinsbildungsprozess (Diagenese)

Die zunächst als sogenanntes Lockersediment abgelagerten Sedimente werden durch steigenden Druck immer weiter zusammengepresst. Der Druck kann einerseits von immer neuen, abgelagerten Schichten ausgeübt werden (aufgrund der Schichtung erhöht sich damit der Druck auf die unteren Schichten). Andererseits kann der Druck auch dann steigen, wenn die Sediment-Fazies unter die Erdoberfläche gerät.

Verwendung von Sedimentgesteinen

Sedimentgesteine stellen eine der drei Hauptgruppen von Gesteinen (Sedimentite, Magmatite, Metamorphite) dar. Damit gehören auch viele sehr häufig verwendete Gesteine (Kalkstein, Dolomit, Sandstein, aber auch Stein- und Braunkohle) zu dieser Gruppe. Die Verwendungsmöglichkeiten sind dabei von Gestein zu Gestein unterschiedlich.

Daneben kann in einzelnen Sedimentgesteine auch Erdöl oder Erdgas entstehen, zudem sind sie die einzige Gesteinsgruppe, die auch Fossilien enthalten kann und sind daher auch für die Rekonstruktion von Umweltbedingungen zum Zeitpunkt der Ablagerungsbildung für die Wissenschaft sehr wichtig.

Fazit

Ablagerungen (Sedimente) können auf sehr unterschiedliche Weise entstehen – auf chemischem oder biologischem Weg oder einfach aus zertrümmertem oder verwitterten Gestein. Im Laufe der Jahrtausende verfestigen sich diese Ablagerungen und werden dann wiederum zu festem Gestein – etwa zu Grauwacken, Kalkstein oder Sandstein.

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